Alexandra Mohrhoff, Schulleiterin des Grundschulverbund Eldagsen- Friedewalde (l.), mit Rebecca Ledig. Foto: Simone Kaatze

Entscheidung für das Landleben

Uchte/Friedewalde (sk). Aufgewachsen in Uchte kennt Rebecca Ledig das Leben auf dem Land von klein auf: In der Samtgemeinde ist sie in den Kindergarten und zur Grundschule gegangen, besuchte dann das Gymnasium in Petershagen und lernte so die Vorzüge des Landlebens kennen. Auch bei Aushilfstätigkeiten im elterlichen Bäckereibetrieb sammelte sie viele positive Eindrücke vom Leben in einem Dorf, wo fast jeder jeden kennt. Nach ihrem Studium für das Grundschullehramt mit Sonderpädagogik in Bielefeld und Praktika in der Stadt stand für die 28-Jährige ganz klar fest, dass sie zurück aufs Land und dort an einer Grundschule unterrichten möchte. „Da musste ich auch gar nicht überlegen. Ich habe gemerkt, dass ich mich nicht wohl fühle, wenn ich niemanden kenne“, erklärt Rebecca Ledig ihre Entscheidung gegen die Anonymität des Stadtlebens. Das Studium und die Erfahrungen in der Stadt bereut sie aber keinesfalls: „Ich habe gerne in Bielefeld studiert, bin aber auch froh wieder auf dem Land zu sein. ‘Back to the roots’ quasi“, berichtet die Uchterin über ihre Erfahrungen. Mit viel Glück erhielt Rebecca Ledig eine Referendariatsstelle an der Grundschule Friedewalde die zum Grundschulverbund Eldagsen- Friedewalde gehört. „Gleich nach ihrer Prüfung im Februar 2022 haben wir sie sprichwörtlich ins kalte Wasser geschmissen und als Klassenleitung einer zweiten Klasse am Standort Eldagsen eingesetzt“, erzählt Schulleiterin Alexandra Mohrhoff. Seit dem 1. Mai unterrichtet die 28-Jährigen nun offiziell als Lehrerin an der Grundschule Eldagsen. „Es ist schön, dass junge Kollegen nachkommen und sich bewusst für eine Schule auf dem Land entscheiden. Sie stecken oft voller Ideen und gehen auch neue Dinge an“, freut sich die Schulleiterin und nennt als Beispiel das neue Schullogo, das Rebecca Ledig mit entworfen hat. Alexandra Mohrhoff weiß aber auch, dass nicht jeder für das Arbeiten und Leben auf dem Dorf geeignet ist. „Man muss es wollen, da man quasi ‘gläsern’ ist und auch bei alltäglichen Erledigungen wie unter anderem dem Einkaufen Eltern und Kinder trifft, die man aus der Schule kennt“, gibt sie zu bedenken. Aber genau das sieht Rebecca Ledig positiv. „Ich möchte auch weiterhin an einer Schule auf dem Land unterrichten, denn kleinere Schulen haben viele Vorteile, wie zum Beispiel dass man jedes Kind und alle Eltern kennt. Das erleichtert oft auch die Elternarbeit, die in der Stadt deutlich schwieriger ist, wie ich es in meinen Praktika erfahren durfte“, berichtet die Uchterin. Neben einer stärkeren Beziehung zu den einzelnen Kindern und dem besseren Zusammenhalt sowie dem Engagement bei Arbeitseinsätzen der Eltern, sieht Rebecca Ledig auch die kurzen Wege als vorteilhaft. „Die Kinder können zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen und müssen nicht erst lange mit Bus oder Bahn fahren. Und auch für den Unterricht in Heimatkunde sind die kurzen Wege sehr positiv“, freut sie sich. Alexandra Mohrhoff und Rebecca Ledig sind sich einig: „Es lohnt sich auf dem Land zu leben und zu arbeiten.“

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