Fotos: Hero Images/stock.adobe.com

Ergebnis des Fahrradklima-Test deckt Defizite auf

Petershagen (sk). Nach der letzten Beteiligung 2014 hat die Stadt Petershagen im letzten Jahr wieder am Fahrradklima-Test des ADFC teilgenommen. Joachim Römermann vom ADFC Kreisverband Minden-Lübbecke stellte Mitte März das Ergebnis dieser Befragung Vertretern der Stadtverwaltung im Lahder Rathaus vor. In der Gesamtbewertung erreichte Petershagen hierbei eine Schulnote von 3,8. Insgesamt hatten 110 Teilnehmer an der Online-Umfrage, in der es unter anderem um Verkehrsklima, Sicherheit und Infrastruktur ging, teilgenommen. Von 415 teilnehmenden Orten in der Größenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohnern erreichte Petershagen den Rangplatz 157. Zufriedenstellend ist das Ergebnis nicht. Joachim Römermann betonte jedoch, dass keinesfalls alles schlecht sei. Als positives Beispiel nannte er die Sanierung des Weserradwegs durch den Kreis im letzten Jahr, fügte allerdings auch hinzu, dass dieser ruhig etwas breiter hätte werden können. Für zukünftige Erneuerungen und Neubauten von Radwegen regte er die Beachtung der regulären Standartbreite für Radwege von 2,50 Meter an. Ein weiterer mit der Schulnote 4,7 bewerteter Kritikpunkt zeigte sich auch beim starken Wintereinbruch im Februar deutlich auf. „Selbst als sogar Nebenstraßen bereits geräumt waren, wurden die Radwege durch den Winterdienst nicht vom Schnee befreit“, berichtet Joachim Römermann aus eigener Erfahrung. Auf das Argument, dass bei dem Wetter niemand Fahrrad fährt, gab er zu bedenken, dass je besser die Infrastruktur für Radfahrer ist, das Rad auch bei schlechtem Wetter mehr genutzt wird. Ähnlich schlecht bewertet wurde die Reinigung der Radwege. Hier fallen Joachim Römermann vor allem immer mehr Pferdeäpfel auf dem Weserradweg zwischen Ovenstädt und Bad Hopfenberg auf, worüber er sich besonders ärgert. Im Punkt Sicherheit ist auch noch Luft nach oben: Autofahrer beachten oft den gesetzlich geregelten Mindestabstand von innerorts 1,5 Meter sowie außerorts zwei Meter beim Überholen von Radfahrern nicht. Ein weiteres Sicherheitsproblem stellen parkende Autos auf Radwegen dar, dabei ist das Halten und Parken dort sogar gesetzlich verboten. Für diese Punkte wünscht sich der ADFC bessere Kontrollen. Joachim Römermann stellte zum Schluss noch eine konkrete Idee vor, die nicht nur für Weserradweg-Touristen interessant wäre: Eine Installation einer Radservicestation mit Reparaturmöglichkeiten von Fahrrädern und einer E-Bike-Ladestation in Verbindung mit Fahrradbügeln mitten im Petershäger Stadtzentrum. Gerade Fahrrad-Touristen mit E-Bikes würden sich dadurch dann zwei bis drei Stunden in Petershagen aufhalten, was wiederum auch für den Einzelhandel und die Gastronomie vorteilhaft wäre. Als besten Standort nannte er deshalb auch den zentral gelegenen Bereich am Gymnasium an der Hauptstraße. Die nächste Teilnahme am Fahrradklima-Test des örtlichen ADFC ist für 2024 geplant. So besteht die Chance notwendige Verbesserungen bis dahin durchzuführen. 

Anzeige