Auf dem unbeleuchteten Weg stießen die beiden Fahrradfahrer zusammen. Foto: Polizei Minden-Lübbecke

Fahrradunfall mit weitreichenden Folgen

Jössen. Zu einem mutmaßlich “normalen” Verkehrsunfall zwischen zwei Radfahrern bei Jössen wurde die Polizei in den späten Abendstunden des Montags gerufen. An der Unfallstelle angekommen, traf die Streifenwagenbesatzung auf zwei verletzte Männer, aber nur noch ein Fahrrad befand sich vor Ort. Während für den einen die Nacht im Krankenhaus endete, verbrachte der Unfallgegner aufgrund eines Haftbefehls die Nacht in der Gewahrsamszelle.

Den Ermittlungen zufolge waren die beiden kurz nach 22 Uhr auf dem “Jösser Bruchweg” unterwegs. Während ein Petershäger (32) mit seinem unbeleuchteten E-Bike in Richtung Bundesstraße 482 fuhr, kam ihm ein 41-Jähriger, ebenfalls aus dem Raum Petershagen stammend, mit seinem Fahrrad entgegen. Da bei ihm das Vorderlicht defekt war, hielt er eine Taschenlampe in der Hand. Auf dem schmalen betonierten Weg stießen sie frontal zusammen und beide verletzten sich.

Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten beim 32-Jährigen Alkoholgeruch fest. Zudem war sein Gefährt nicht mehr vor Ort. Dies hatte noch vor Eintreffen der Streifenwagenbesatzung ein Bekannter abgeholt. Genaue Angaben zum E-Bike wollte er zudem nicht machen. Bei der Überprüfung des Älteren stellte man fest, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorlag. Während der eine mit dem Rettungswagen – zwecks ärztlicher Versorgung und Blutprobenentnahme – ins Johannes Wesling Klinikum verbracht wurde – führte der Weg des Zweiten ins Polizeigewahrsam Minden. Dort fand man bei ihm noch eine kleine Menge Rauschgift. Von hier aus ging es am Folgetag für die nächsten zweieinhalb Monate in die Justizvollzugsanstalt.

Noch in der Nacht fahndeten die Beamten nach dem “verschollenen” E-Bike. Hier wurden sie in Petershagen fündig. Das Rad lag mit gebrochener Gabel noch im Kofferraum des vormals beschriebenen Kombis. Der 32-jährige Besitzer des Wagens übergab es den Einsatzkräften. Bei genauerer Inaugenscheinnahme des Gefährts auf der Polizeiwache in Minden stellte man mehrere Veränderungen am Rad fest. Den Motor als Einbaukit hatte man nachträglich untergebaut. So wurde aus dem normalen Fahrrad ein fahrerlaubnis- und versicherungspflichtiges E-Bike. Noch zu erwähnen bleibt, dass es keine Beleuchtung besaß.

Text und Foto: Polizei Minden-Lübbecke