Fiewe vör twolwe

Van Friedrich-Wilhelm Graue ut Woterstrote  

Ick häbbe einen Oltimer Treckerfreund an dän Steinhuder Meere, un hei iss al gaut ower achzich Joahre, wie beseuket us sau ungefehr einmol innen Joahre, un jeder  kickt, wo dei annere sick jüst sau mehe befotet. Ick häbbe öhne vör körten jüst besocht, un watt veil als erstes upp , wie ick bie öhne upp dän Hoff förde, an sienen olen Treckerschuppen häng buten an dei ole Holtfassode, eine utrangierte ole Kökenuhr ut dei fuffziger, un wo stünnen dei Zeiger van dei Uhr, sei stünnen upp fiewe vör twolwe. Ick häbbe in siene verschiedenen Schuppen noch  drei, veer ole Uhren seien, un dei stünnen alle upp fiewe vör twolwe. Ick häbbe e dacht,  eine bätere Uppgobe kannste vör düsse olen Uhren doch woll nich finnen. Ick will jo nich seggen, bie öhne iss et fiewe vör twolwe.

Ick häbbe e dacht, datt iss mien Themo . Schleisst du dei Dogeszeitung upp, sau finnst du bolle dei ersten Themen, wo et fiewe vör twolwe iss. Kannst ut jüngster Tiet mit Greta Thünberg anfangen, dei up besonnere Ort up Klimowandel un annere Missstänne hännwiesen deit. Oder ick denke an dei Lüe, dei us al lange upp dei Resourcenverschwendung hännwiesen dauet. Use Buern mit öhre Lännerreien werd jümmer weiniger un dat up Kosten van Kiesafbau, Strotenbau un neit utewiesenen Industriefloogen. Dat verdrecken mit Plastik un Raubbau in dei Meere mot bäter wern. Mot denn eine Pepermöhlen oder Personenwichte eine Batterie hämmen? Ick sägge jau, use ole Wichte is bestimmt ober 40 Joahre, sei mach nich up 100 Gramm genaue goen. Moste erst mehe klor komen, use Köhlezechen worden taue moket un use Köhle keimen aff nu ut Südofriko un worn verstromt. Mit dän utbeuten van dei Boddenschätze iss et bestimmt fiewe vör twolwe. Dän Atommüll well ok keiner. Ick glöbe, dütt Themo iss  unendlich, weil upp user einen Welt veeles endlich iss.

Dei Dieselskandol hat us doch ok upp dat Themo e brocht, opp Batterieautos dei Lösung iss, mot man seien. Ut miene Lebenserfohrung mot ick seggen, ok datt werd eine Twüskenlösung wäsen. Dei Technik geit füdder, häbbe mie doch freuer nich vörstellen könnt, dat man Strom upp dän Dooke produzieren kann. Modernste Technologien verlanget ünner anneren no seltene Erden, hört man, un ok dor denke ick, wie wiet iss et dor mehe bet vör twolwe?

In Wasserstraße geboren und bis heute dort geblieben: Friedrich-Wilhelm Graue ist mit der Plattdeutschen Sprache groß geworden. Erst in der Grundschule lernte er Hochdeutsch. „Plattdeutsch war meine erste Umgangssprache und ist bis heute meine Leidenschaft geblieben.“ Fotos: Krischi Meier

Möt wie nich alle dor ober nohdenken, ut luter Bequemlichkeit innen Internet bestellen, un twei Doge löter iss dat Kleedungsstücke tau hus. Passt nich oder gefallt nich, wert trügge e schicket un landet anschliessend upp dän Müll. Mit saune Fäählentwicklungen koomt wie noch gröder an fiewe vör twolwe!

Bie us innen Dörpe sind wie mit dei Hannewaker un Geschäfte al bie fiewe noh twolwe. Ick kome ut sau eine hannige Buerreie un häbbe dat ok noch e lert. Miene Brötchen häbbe ick bett tau  miene Rente in dei Industrie e holt. Obwoll ick dei Landwirtschaft noch veele Joahre innen  Nebenerwerb bedreben häbbe un et hat mie veel Sposs e moket. Sau möchte ick vandoge mit keinen modernen Buern mehr tuusken. Sei sind ut miener Sicht dei Prügelknoben dei Nation. Sind sei doch för veele dei Massentierholer, Grundwotervergifter un Grotbetriebe, dei nich mehr an dän Kopp tau  recken sind. För dei Buern, dei innen Moment in Berlin un annerswo upp öhre Situation uppmaksom moket un sick för sau watt Tiet nehmt, iss et bestimmt fiewe vör twolwe. Sei stohet mit dän Rüggen an dei Wand. Demonstriern iss eigentlich nich Buernort.

Ick weit ok kein Patentrezept, ober ick möchte säggen, et dröbet keine Lebensmittel verramschet wern. Wenn dor för högere Priese verlanget wert, denn möt sei ok direkt bie dän Buern ankomen. Dor wo dei Buern fan doge sind, dor hat sei Politik un Brüssel hänndirigiert, dat well ober keiner wor häbben.

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Ick möchte noch eis upp dat schonen van dei Recourcen komen. Opp et nu för dat eine oder annere al fiewe vör twolwe oder tein vör twolwe is,  mot man seien. Wie schölln mehr tau Receikling un ok mehr tau Reparoturen komen. Et draff doch nich wäsen, wenn ein lüttge Fähler an dän Fernseher oder Waschmaschine iss, denn dei Rotschlag ut düsse angeblichen Fachgeschäfte kummt: „Kööp die man wat Neies, dat iss kuum dürder.“ Dor iss doch watt fuul. Et word in miene Kinnertiet alles repariert, van Rodio bet Kaffemaschine. Schaue worn no dän Schauster e brocht un kreigen neie Affsätze.

Ick mott mie unbedingt noch ober dat Verschwinden in dei Vogelwelt un dei Insekten utloten. In veele Regionen sind dei Schwalben, Kiebitz, Feldlerche un Rebhaun bolle ganz verschwunnen. Du kannst mit dän Auto dogelang förn un hast kuum Fleigen un Müggen vör dei Schieben. Datt was freuer annerster. Düsse Insekten fäält dei Vogelwelt un datt iss sicherlich ein Grund för datt Utblieben. Dei Rückgang van dei Ruukschwalben iss dramotisch. Lestet Joahr gaff et blos ein Poar mit twei Bruten. Ick kann mie noch besinnen, dat et al ümme dei twintich Poare wörn. Weil et bie veelen Dingen al fiewe vör twolwe iss, stelle ick mie dei Froge, wie lange holt wie düssen Stotus fiewe vör twolwe noch ut?

Watt ick jau noch mehe upp dään Wech geben möchte, plattdüütsch hört tau Nortdüütschland, Minsgen dei platt köört, sind keine besonnere Rasse. Platt köörn iss nich peinlich. Köört einfach plattt, köört platt mit jaue Kinner un Enkelkinner. Datt iss dei einzige Chance, datt datt plattdüütsch annen leben blifft.  

Munter blieben.