Donnerstag, 13. Juni 2024

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Flatterulme in Bierde wird zum Nationalerbe

Anfang August wurde in Bierde eine etwa 500 Jahre alte Flatterulme auf dem Hof der Familie Landree als „Nationalerbe-Baum“ ausgerufen.
Die Ausrufung zum „Nationalerbe-Baum“ stieß in Bierde auf großes Interesse. Rund 100 Personen waren vor Ort. Foto: Simone Kaatze

Bierde (sk). In Deutschland werden Bäume bei forstwirtschaftlicher Bewirtschaftung üblicherweise je nach Art nach 80 bis 140 Jahren gefällt und das Holz genutzt. Außerdem müssen sie häufig strenge Sicherheitserwartungen erfüllen und werden daher geschnitten, damit keine Ästen herunterfallen können. Das kann schließlich auch zum Absterben des Baumes führen. Aber auch Standortprobleme wie Klimawandel und Baumaßnahmen können das Leben eines Baumes beeinträchtigen. Dabei können viele über 400 Jahre und einige sogar über 1.000 Jahre alt werden. Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft e.V. hat daher das Projekt „Nationalerbe-Bäume“ ins Leben gerufen, um mit einem besonderen Konzept alte Bäume zu schützen und für den Erhalt dieser Naturdenkmäler zu sorgen. Ein extra dafür geschaffenes Kuratorium aus Fachleuten wählt und benennt die betreffenden Bäume und vereinbart mit den Eigentümern, welche Pflegemaßnahmen und Schutzkonzepte ergriffen oder unterlassen werden sollen. So wurde auch Anfang August eine etwa 500 Jahre alte Flatterulme auf dem Hof der Familie Landree in Bierde durch Professor Dr. Andreas Roloff (Leiter Kuratorium „Nationalerbe-Bäume“ in der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft) als „Nationalerbe-Baum“ ausgerufen. Die alte Hofulme hat einen Umfang von 8,60 Meter, ist 19 Meter hoch und hat einen eindrucksvollen Stamm mit Rissen und Stammöffnungen, wodurch sie eine beeindruckende Baumgestalt hat. Historisch gesehen hat die Bierder Flatterulme schon einiges miterlebt: Im Befreiungskrieg 1813 bis 1815 gegen Napoleon hatten die an der Seite Preußens kämpfenden Russen ihr Lager in Bierde aufgeschlagen und im April 1945 fand dort zwischen Deutschen und Engländern ein Gefecht statt, wobei die Ulme beschädigt wurde. Mit seinen geschätzten 500 Jahren ist dieser Baum wohl der älteste lebende Bewohner in ganz Petershagen und steht nun durch die Ausrufung zum „Nationalerbe-Baum“ unter einen besonderen Schutz, damit er auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Weitere Informationen zum Projekt und den bereits als Nationalerbe-Baum ausgerufenen Bäumen unter www.nationalerbe-baeume.de.

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