Fotos: Marcus Schering

„Für ein besonderes Foto stehe ich auch nachts um 3 Uhr auf“

Quetzen (kri). Wenn Marcus Schering in seiner Freizeit aus dem Haus geht, ist die Kamera sein ständiger Begleiter. Im Winter vor vier Jahren hat der 37-jährige die Fotografie als sein Hobby entdeckt. „Ich habe einen Bericht über die Fotografie im Fernsehen gesehen und fand es total interessant. Da meine Schwester auch fotografiert, habe ich ihre alte Kamera bekommen und sie hat mir die Grundlagen erklärt“, berichtet er von den Anfängen. Durch seine nebenberufliche Tätigkeit in der Landwirtschaft war dem Metallbauer schnell klar, was zunächst vor die Kamera soll: Landmaschinen, je größer desto besser. „Es macht mir einfach Spaß, Beruf und Hobby zu verbinden.“ 

„Mit Hilfe von Videos auf Youtube von einem Profifotografen konnte ich mich stetig weiterentwickeln und meinen eigenen Stil finden“, erzählt Marcus Schering. Und dieser Stil kommt gut an: Auf seinem Instagramprofil „ms_fotografie_petershagen“ folgen ihm bereits über 2.500 Personen. Neben landwirtschaftlichen Motiven gibt es dort auch unzählige Fotos von Landschaften, Tieren und Personen. „Ich fotografiere eigentlich alles bis auf Hochzeiten“, beschreibt er seinen Arbeitsbereich. 

Für Landschaftsaufnahmen sind die idealen Wetterbedingungen wichtig. Mit Apps für die Wettervorhersage und den Sonnenstand plant der Hobbyfotograf seine Touren. „Wenn ich Zeit habe, stehe ich auch gerne nachts um 3 Uhr auf, um einen besonderen Sonnenaufgang aufzunehmen. Das perfekte Bild ist der Anreiz für mich.“ So ist die Freude besonders groß, wenn er bei einer Fototour das eine Bild aufgenommen hat, mit dem er 100-prozentig zufrieden ist. Davon scheint es einige zu geben: Über 400 Fotos hat er bereits auf Instagram veröffentlicht und erhält darauf zahlreiche Rückmeldungen. Über 1.400 Likes erhielt sein beliebtestes Foto. „Darauf bin ich schon ein bisschen stolz, dass so vielen Leuten meine Fotos gefallen.“ Besonders viel Feedback erhielt Marcus Schering auch auf seine Luftaufnahme vom Fernsehturm in Porta Westfalica, der aus Nebelschwaden herausragt. 

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Diese einzigartige Luftaufnahme des Fernsehturms in Porta Westfalica gelang dem Hobbyfotografen mit einer Drohne über dem Nebel.

Um solch spektakuläre Aufnahmen und Fotos aus einer anderen Perspektive zu machen, hat er vor rund zwei Jahren seine Ausrüstung um eine Drohne erweitert. „Mein Fokus bei den Luftaufnahmen lag zunächst auch auf der Landwirtschaft, um die großen Maschinen aus  einer anderen Perspektive von oben aufnehmen zu können. Aber auch für Landschaftsaufnahmen ist eine Fotodrohne einfach perfekt“, freut sich Marcus Schering über neue Möglichkeiten.

Die digitale Nachbearbeitung am Computer gehört bei der digitalen Fotografie einfach dazu, doch möchte er die Bildinhalte nicht zu stark verändern. „Ich optimiere die Belichtung etwas, aber retuschiere nicht. Meine Fotos zeigen den Moment, wie ich ihn auch wirklich gesehen habe.“ Auch heimische Magazine und Zeitungen haben schon Fotos von Marcus Schering veröffentlicht: „Das ist ein toller Erfolg und treibt mich weiter an“, erzählt er stolz. 

Es gibt viele Orte, an denen er gerne einmal fotografieren möchte. Dazu gehören auch bei Fotografen beliebte „Lost Places“, also Orte oder Gebäude, die im Kontext ihrer ursprünglichen Nutzung in Vergessenheit geraten sind. „Total spannend fände ich es, in Tschernobyl zu fotografieren, da würde ich gerne mal hin.“