Stefan Sander aus Hille ist seit dem 1. Juni Kämmerer und Leiter des Bereichs Finanzen und Immobilien der Stadt Petershagen. Foto: Krischi Meier

„Herr der Zahlen“: Stefan Sander beginnt seinen Dienst als Kämmerer in Petershagen

Petershagen (kri). „Total spannend“, lautet das Fazit der ersten zwei Wochen von Stefan Sander, der am 1. Juni seine Stelle als neuer Kämmerer und Leiter des Bereichs Finanzen und Immobilien bei der Stadt Petershagen begonnen hat. Die Arbeit im öffentlichen Dienst ist für den 55-Jährigen nichts neues, ebenso ist er mit Finanzen bestens vertraut.

Seine berufliche Laufbahn begann 1981 im mittleren Dienst bei der Stadt Porta Westfalica. Dort qualifizierte er sich für den gehobenen Dienst und wechselte 1994 zur Stadt Bad Oeynhausen. Nach einem mehrjährigen Erziehungsurlaub arbeitete Stefan Sander in der Kämmerei. „Eigentlich wollte ich nie dort hin“, erzählt er augenzwinkernd im Interview. Doch seine Leidenschaft zu den Zahlen wuchs kontinuierlich. 2003 welchselte er zum Kommunalen Rechenzentrum (KRZ), zeitgleich mit der Einführung des  „Neuen Kommunalen Finanzmanagements“, an dem er theoretisch und bei der Entwicklung der Software beteiligt war. Im KRZ wurde Sander 2018 Teamleiter „Finanzen & Controlling“ im Bereich Zentrale Dienste und war seitdem für die komplette Buchhaltung des Rechenzentrums verantwortlich.

„Beim KRZ gab es aktuell keine Stelle, bei der ich  mich beruflich und persönlich weiterentwickeln könnte“, erzählt Sander, der im Rechenzentrum die Qualifikation für den höheren Dienst absolviert hat. „Petershagen ist mir nicht fremd und ich fand das Arbeitspaket aus Finanz- und Immobilienverwaltung sehr interessant. Da habe ich mich einfach mal beworben.“ Etwas verlieren hätte er nach eigener Aussage nicht können, nur gewinnen. Und er hat gewonnen. 

„Es war sicherlich ein Vorteil, dass ich rund 20 Jahre Erfahrung in den kommunalen Finanzen habe“,  kommentiert Stefan Sander, der in seinen ersten zwei Wochen vor allem Mitarbeiter und die Arbeitsweise der Stadt Petershagen kennengelernt hat. Erfreut ist er über das angenehme Betriebsklima. „Ich habe mich darauf konzentriert wahrzunehmen, was in der Stadt Petershagen wichtig ist und wie ich die Strategie des Hauses umsetzen kann. Inhaltlich geht es in der zweiten Hälfte des Junis so richtig los.“

Thema wird dann der Jahresabschluss 2020 sein, an dem sein Team von 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits intensiv arbeite. Ein Vorteil bei der Einarbeitung sieht Sander darin, dass der Doppelhaushalt 2021/22 bereits im März einstimmig beschlossen wurde. „Der Haushalt wird erst im nächsten Jahr ein prägendes Thema meiner Arbeit werden.“

Wenn er nicht gerade mit Zahlen jongliert, ist Stefan Sander in der Sporthalle beim Volleyball anzutreffen. Auch hier führt es den Hiller schon länger regelmäßig nach Petershagen: „Gorspen-Vahlsen ist  ein langjähriger Gegner in unserer Liga“, erzählt er.

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Besonders reizvoll an der neuen Aufgabe in der Nachbarstadt findet er die Zuständigkeit für die städtischen Immobilien. „Hier haben wir einige Projekte auf der Agenda.“ Dazu gehört vor allem die neue Mehrzweckhalle in Lahde, die primär vorangetrieben werden soll. „Hier sind noch einige strategische Grundsatzentscheidungen zu treffen, bevor der Bauantrag gestellt werden kann. Aber es geht voran“, freut sich Stefan Sander auf den ersten Spatenstich im nächsten Jahr. Die Bedeutung der Halle für Lahde, die Stadt Petershagen und vielleicht auch überregional ist ihm bewusst. „Auch kleinere Locations haben ihren Reiz für Künstler, Musiker und Comedians. Die Mehrzweckhalle wird ein Gewinn für ganz Petershagen werden.“ 

Was Petershagen mit der großen Fläche noch alles zu bieten hat, möchte der 55-jährigen in nächster Zeit erkunden, dazu sei ihm der Austausch mit Bürgern, Ortsbürgermeistern und der Politik wichtig. Dass die Struktur mit zwei Zentren und 27 Ortschaften besonders sei, habe er schon in den ersten Tagen gemerkt. „Mein Büro ist im Rathaus in Lahde, meine Mitarbeiter sitzen aber in beiden Rathäusern verteilt. Das kann für kurze Abstimmungen eine Herausforderung werden“, kommentiert Sander, der einen zentralen Verwaltungsstandort in der Stadt Petershagen favorisiert. 

In den nächsten fünf Jahren will die Stadt 44 Millionen Euro investieren, darunter in Straßen, Brücken, Schulen, Feuerwehr und Gewerbeflächen. Hier sieht der Kämmerer eine spannende Aufgabe auf ihn zukommen. Koordinieren, abwägen, priorisieren, Strategien entwickeln – einfach wird die Aufgabe nicht. Stefan Sander möchte das Geld gerecht in allen 29 Ortschaften investieren und die Stadt Petershagen auf solide Finanzen stellen: „Ich arbeite zum Wohle aller Ortschaften – das macht es spannend und schwierig zugleich.“