„Ich mag es spannend und schwierig“ – Im Gespräch mit SPD-Landratskandidat Ingo Ellerkamp

Ilserheide. Bei der Kommunalwahl im September 2020 geht die SPD Minden-Lübbecke mit einem Kandidaten aus der Stadt Petershagen in das Rennen um das Amt des Landrates. Ingo Ellerkamp (46) wohnt mit seiner Familie in Ilserheide und bringt über 19 Jahre Berufserfahrung in der Verwaltung mit. 

Herr Ellerkamp, Sie wollen 2020 Landrat werden. Was qualifiziert Sie für dieses Amt? 

Ich begeistere mich dafür, kommunale Entwicklung verantwortlich zu gestalten. Ich kenne und mag die Menschen hier, die verschiedenen Ecken des Kreises und ihre Besonderheiten. Außerdem bringe ich die Erfahrung und das Gespür für die verschiedenen Perspektiven mit: im Beruf als verantwortlicher Dezernent in der Verwaltung, aus Sicht der Kommunalpolitik als Fraktionsvorsitzender, Ratsmitglied und Ortsbürgermeister und als Mensch im privaten Umfeld und im Ehrenamt, der hier wohnt und lebt.

Mich immer wieder im Miteinander für die besten Lösungen einzusetzen, Impulse zu setzen und zu vermitteln, das ist meine Leidenschaft. Ich mag es spannend und schwierig, und ich glaube, das wird es. Mich reizt die Aufgabe und ich traue mir das zu.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Arbeit setzen?

Die Entwicklung unserer Region ist mir eine Herzensangelegenheit und mir ist wichtig, unsere hohe Lebensqualität hier vor Ort auch für die Zukunft und spätere Generationen zu erhalten und auszubauen.

Ich will, dass wir im Kreis sozial und gerecht handeln, Arbeit schaffen und die Wirtschaft fördern. Themen wie Gesundheit und Pflege gehen irgendwann jeden von uns etwas an – da gilt es mehr zu tun als bisher. Wir müssen uns um den Anschluss an die digitale Welt ebenso kümmern wie um unseren Naturraum und seine Artenvielfalt. Und wir brauchen attraktiven und bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen im Kreis.

Besonders liegt mir am Herzen als Landrat eine gemeinsame Entwicklungsperspektive für alle unsere Kommunen und damit auch für Petershagen zu schaffen. Minden-Lübbecke ist für mich mehr als nur ein Flecken Erde. Hier ist meine Heimat, die ich liebe und für die ich da sein will.

Welche Baustellen in Petershagen würden bei Ihnen besonders im Fokus stehen, wenn Sie zum Landrat gewählt werden?

Dass ich Petershagen als meine Heimatstadt besonders im Blick habe, überrascht wohl niemanden. Aber die Themen, die für Petershagen wichtig sind, gelten nicht nur hier bei uns, sondern sind überall im Kreis von großer Bedeutung. So zum Beispiel die haus- und fachärztliche Versorgung, für die nach meiner Auffassung kommunale Gesundheitszentren ein wichtiger Schlüssel sein können. Außerdem verdienen unsere Vereine und Organisationen, die die Sport-, Freizeit- und Kulturangebote tragen, besondere Unterstützung.

Ich bin der Überzeugung, dass an jedes Haus im Kreis ein Glasfaseranschluss gehört – auch an jedes Haus von Wasserstraße bis Friedewalde. Außerdem muss die flächendeckende Versorgung mit schnellen mobilen Netzen selbstverständlich sein.

Unser ÖPNV muss bedarfsgerecht, günstig und zuverlässig sein, um für die Menschen attraktiver zu werden. Über Wirtschaftsförderung und Tourismus hinaus ließe sich diese Aufzählung noch weiter fortsetzen. Wichtig ist mir aber vor allem, dass die Themen im Miteinander zwischen Kreis und den Städten und Gemeinden vorangetrieben werden. Da gibt es Abstimmungsbedarf und Verbesserungspotenzial.

Wie würde die Diskussionen um die Kampa-Halle mit Ihnen als Landrat weitergehen?

Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist zunächst mal die Frage spannend, wie sich die Situation dann tatsächlich darstellt. Zumal die Diskussionen ja eng mit denen zur Multifunktionshalle verknüpft sind. Die halte für ein gutes Projekt, das nicht nur die Stadt Minden, sondern auch die gesamte Region attraktiver machen wird. Ich hoffe, dass die Umsetzung so schnell wie möglich klappt.

Bei der Kampa-Halle hängt aus meiner Sicht vieles an der Frage, ob ein vorübergehender Weiterbetrieb nicht doch irgendwie möglich ist. Für meinen Geschmack gab es bisher zu viel Hin und Her, wurde zu viel spekuliert und zu wenig Klarheit geschaffen. Das hat alles nicht geholfen. Gerade weil viele Aspekte wie die Entscheidung über einen Abriss, die Fragen des Betriebsaufwandes, des Schwimmangebotes, des möglichen Baus eines Sport- und Vereinszentrums oder die notwendige Entwicklung des Berufskollegs damit zusammenhängen.

Es wird höchste Zeit, dass alle relevanten Informationen transparent und nachvollziehbar auf den Tisch kommen, um eine Entscheidung treffen zu können, die dann auch eine breite Unterstützung finden kann.

Text und Foto: Krischi Meier