In die Vergangenheit eintauchen

Petershagen. Nach der Premiere der „Langen Nacht der Geschichte“ 2016 findet am Samstag, den 8. September ab 18 Uhr die „Zweite Nacht der Geschichte“ statt. Unter der Schirmherrschaft der Kulturgemeinschaft Petershagen öffnen an diesem Abend erneut historische Gebäude ihre Tore für interessierte Besucher, um die Kultur und die Stätten einmal ganz anders erleben zu können. Damit möglichst viele der geschichtlichen Bauten aufgesucht und an den dortigen Veranstaltungen teilgenommen werden kann, wird das Programm im Laufe des Abends an den meisten Stationen zweimal aufgeführt. Beginn ist um 18 Uhr in der Petrikirche mit dem Highlight in diesem Jahr, der Eröffnung der Ausstellung „400 Jahre Petrikirche Petershagen — Archivschätze aus vier Jahrhunderten”. Im Alten Amtsgericht präsentiert das Liederduo „Julia Dadkousch & Vilmante Barahona“ dann um 19 Uhr verborgene Musikschätze mit Liedern von Louis Ferdinand Prinz von Preußen. Anschließend kann sich bei Getränken und einem Fingerfood-Buffet gestärkt werden. Hierfür weisen die Veranstalter auf die Bereithaltung von möglichst passendem Geld hin. Die Nachtwärterin Elke Stünkel startet um 20.30 Uhr am Alten Amtsgericht einen Rundgang in plattdeutscher Sprache. Um 20.30 Uhr und 21.30 Uhr finden in der Alten Synagoge Lesungen aus den Lebenserinnerungen des Mindeners Hans Bradtmüller „12 Jahre – Die Geschichte einer Familie in einer Stadt in Deutschland“ statt. Auf eine musikalische Pilger-Zeitreise durch Europa werden die Besucher jeweils um 20.30 Uhr und 21.30 Uhr vom Blockflötenensemble „Woodstock“ mit dem Gast Gernot Stegemeier (Gesang) in das Amtsstubenhaus mitgenommen. Den Abschluss des geschichtlichen Abends bildeen das „Trio Beinke“ und spontane Musikergäste mit einem stimmungsvollen Treppenhauskonzert mit Abendliedern zum Mitsingen ab 22.30 Uhr im Alten Amtsgericht. Zum Ausklang wird ein Mitternachtssüppchen angeboten, bei dem sich ausgetauscht werden kann. Der Eintritt für die Nacht der Geschichte ist kostenlos, über eine Spende würden sich die Veranstalter trotzdem freuen.

400 Jahre Petrikirche Petershagen

Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Petershagen eröffnet die Feierlichkeiten zum 400-jährigen Bestehen der Petrikirche am Wochenende vom 8. bis 9. September 2018 mit einer Sonderausstellung im Kirchenschiff. Es kommen Schätze des Pfarrarchivs aus dem 14. bis zum 17. Jahrhundert ans Licht. Die Ortsheimatpflege Petershagen und der Förderverein der Petrikirche führen diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen durch.

Die mittelalterlichen Urkunden und Folianten beleuchten die Wendepunkte unserer Regionalgeschichte. Ausgestellt werden die frühesten Urkunden des Pfarrarchivs überhaupt. Sie treten neben Zeugnisse der mittelalterlichen Bruderschaften und des ökumenischen Erbes, neben Folianten aus dem Reformationsjahrhundert und neben Archivalien, die den Bau der Petrikirche vor 400 Jahren dokumentieren. Bürgermeister Johann Westermann hielt dieses Ereignis in seiner Kirchenbaurechnung fest und notierte, dass er nach Abschluss der Arbeiten für Meister und Gesellen einen Taler für das Essen, aber sechs Taler für das Bier ausgegeben habe. Der Arbeitskreis der Ortsheimatpflege hat diese Museumsstücke aus dem Pfarrarchiv gesichtet und für eine Sonderausstellung erschlossen. 

Am Ende der 70er-Jahre hat die evangelische Kirchengemeinde ihre wertvollen Urkunden, Archivalien und Kirchenbücher, die bis ins Mittelalter zurückreichen, im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen deponiert. Das Archiv sammelt und pflegt die Dokumente der Kirchenkreise und -gemeinden. Es verwahrt in seinen Magazinen auch das historische Schriftgut unserer Kirchengemeinde auf, da es vor Ort nicht sachgemäß gelagert und betreut werden kann. Aus Anlass des Jubiläums werden bedeutende Teile der pfarramtlichen Überlieferung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, nachdem sie ein halbes Jahrhundert in den Magazinen des Landeskirchlichen Archivs ruhten.

Die Ausstellung zeigt in thematischen Modulen Urkunden aus dem 14. Jahrhundert, die die frühen Kirchenbauten der Altstadt von Petershagen belegen, die Gründung der Neustadt Petershagen und die Bauten der Petrikirche, die vorreformatorische Überlieferung der Stadt, für die drei religiöse Laienbruderschaften charakteristisch waren, der Beginn der Lutherischen Lehre am Beispiel der Aufzeichnungen von Pastor Henrich Schulrabe und e) der Bau der Petrikirche (1615-1618). Die Ausstellungsmodule und Archivalien werden durch thematische Tafeln erläutert.

Die Sonderausstellung wird an den folgenden Tagen in der Petrikirche zu sehen sein: 8. September, 18 bis 22 Uhr: Ausstellungseröffnung im Rahmen der „Langen Nacht der Geschichte“. 9. September, 11.30 bis 18 Uhr: Öffnung der Ausstellung am „Tag des offenen Denkmals“ im Anschluss an den Gottesdienst. 27. Oktober, 10 bis 16 Uhr: Öffnung der Ausstellung. 19 Uhr: Multimedia-Präsentation, Jahrbuchvorstellung und Konzert. 28. Oktober, 10.30 Uhr: Festgottesdienst mit der Präses der EvKvW Annette Kurschus. 12 bis 18 Uhr: Öffnung der Ausstellung. An allen Ausstellungstagen werden Führungen auf Anfrage durchgeführt. Die Ausstellung kann bei Interesse an weiteren Tagen im September und Oktober geöffnet werden.

 

Tag des offenen Denkmals

Petershagen. Auch am Sonntag, 9. September, geht es in Petershagen geschichtlich weiter. Zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ öffnen im gesamten Stadtgebiet historische Bauten ihre Türen für interessierte Besucher. Neben Besichtigungen der Häuser, Kirchen und Mühlen werden vielerorts auch Führungen angeboten. Eine Übersicht aller Veranstaltungsorte mit Öffnungszeiten haben wir für Sie folgend zusammengestellt:

Häuser mit Geschichte

• 10 bis 18 Uhr, Besselscher Hof,  Informationen vor Ort

• 12 bis 18 Uhr, Alte Synagoge Petershagen, Führungen nach Bedarf

• 11 bis 19 Uhr, Altes Amtsgericht Petershagen, 

    Führungen um 14.30 und 16.30 Uhr

• 14 und 15.30 Uhr, Petershäger Amtsstubenhaus, Führungen zur 

    Geschichte des Hauses und zum Baustellenfortschritt

• 11 bis 18 Uhr, Westfälisches Storchenmuseum / Windheim No2

• 10 bis 18 Uhr, Industriemuseum Gernheim, um 15 Uhr Sonderführung

   „Die manuelle Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas     

    als immaterielles Kulturerbe in der Glashütte Gernheim“

Ev.-Luth. Kirchen

• 9.30 bis 19 Uhr Ev.-Luth. Kirche Heimsen

• 10 bis 18 Uhr Ev.-Luth. Kirche Schlüsselburg

• 11 bis 18 Uhr Ev.-Luth. Kirche Windheim, Führungen auf Anfrage

• 11 bis 18 Uhr Ev.-Luth. Kirche Ovenstädt, Führung um 11 Uhr

• 11 bis 13 Uhr Ev.-Luth. Kirche Friedewalde, Führung in dieser Zeit

• 11 bis 18 Uhr Ev.-Luth. Kirche Frille

• 12 bis 18 Uhr Ev.-Luth. Kirche Bucholz, Ansprechpartner vor Ort

• 11.30 bis 18 Uhr Ev.-Luth. Kirche Petershagen, Kirchturmbesteigung

    jeweils zur vollen Stunde, weitere Führungen nach Bedarf, 

    Sonderausstellung „400 Jahre Petrikirche“

Mühlen

• 10 bis 17 Uhr Wassermühle Döhren

• 10 bis 18 Uhr Windmühle Seelenfeld, Führungen nach Anmeldung

• 11 bis 17 Uhr Windmühle Petershagen, Kartoffelfest, Altes Handwerk 

    und Modellflieger des Clubs Sperber

 

Text: Simone Kaatze und privat, Fotos: Dietmar Meier und Krischi Meier