Instagram für Eltern

Region. Auch bei den aktuell laufenden Verhandlungen zur Regierungsbildung in Berlin ist sie ein Kernthema: Die Digitalisierung schafft nicht nur ungeahnte neue technische Möglichkeiten, sie verändert auch unsere Lebens- und Verhaltensweisen in einem rasanten Tempo, bis in die Familie hinein. Dazu tragen in besonderer Weise auch die sozialen Netzwerke bei, die Informationen und Einflüsse heute aus der ganzen Welt in Millisekunden bis ins eigene Wohn- oder Kinderzimmer transportieren. Die Übersicht und Kontrolle bei Kindern und Heranwachsenden zu behalten angesichts der schnell wechselnden Trends wird für Eltern zu einer immer größeren Herausforderung.

Der Petershäger Anzeiger wird künftig vermehrt Beiträge aus diesem Spannungsfeld liefern. Wir steigen ein mit einigen Informationen über ein von Jugendlichen viel genutztes sozialen Netzwerk, über das der Kenntnisstand bei den Erwachsenen nach unseren jüngsten Erfahrungen eher gering ist: Instagram.

„Was wisst ihr über Instagram?“ Diese Frage haben wir in der letzten Woche zahlreichen Eltern im Bekanntenkreis gestellt. Die Antworten lagen in den meisten Fällen zwischen einem vorsichtig umschriebenen „Nichts“ und „Das ist doch sowas Ähnliches wie Facebook, oder?“ Immerhin wußte der Großteil der Befragten, ob die eigenen Kinder diesen Online-Dienst nutzen. Welche Möglichkeiten Instagram bietet und welche Gefahren bei der Nutzung lauern könnten, wurde elternseits jedoch überwiegend mit einem Schulterzucken beantwortet. Unten sind einige Informationen zu dem Dienst zusammengestellt, ergänzt durch Stellungnahmen von zwei jungen Damen, die Instagram aus unterschiedlichen Beweggründen nutzen.

Fortsetzung folgt…

 

Weronika Chojnacka (18), Schülerin

 Ich möchte, dass mich die Leute kennen. Also habe ich mir einfach so, aus Lust und Laune ein Instagram-Profil erstellt. Mittlerweile habe ich über 1000 Abonnenten und folge selbst ungefähr der Hälfte. Als  die ersten komischen Anfragen kamen, habe ich mein Profil auf privat gestellt. Jeder der mir blöd kommt, wird direkt blockiert. Meine Mutter weiß, dass ich Instagram nutze, kennt auch meine Bilder, findet es aber nicht schlimm. Selbst hat sie kein Profil, schaut aber meins ab und zu an. Ich poste zwei bis dreimal die Woche ein Bild und achte auf eine gewisse Struktur  und Abwechslung, damit es nicht langweilig wird. Sprich, wenn ich gestern ein Bild von meinem Gesicht gepostet hab, kann ich heute nicht schon wieder so ein Selfie hochladen.

 

 

Jessica Darlath (20), Minden, Friseurin und Make-up Artistin

Auf meinen zwei Profilen teile ich meine Arbeit als Friseurin sowie Arbeiten und Ergebnisse als Makeup-Artist. Instagram gibt mir die Möglichkeit, immer und überall mit meinen Followern in Kontakt zu sein. Ich bekomme dort viel Feedback, was mir hilft, mich zu verbessern und auch auf die Interessen meiner Follower eingehen zu können. Ich möchte einfach immer für meine Kunden/Follower erreichbar sein und ihnen auch einen Eindruck von mir als Person geben. Das macht den Kontakt ein wenig persönlicher und freundschaftlicher. Durch die Story-Funktion bin ich nah an meinen Freunden dran, dort poste ich gerne Momente von mir und meiner Freizeit als auch Situationen während eines Jobs. Dabei kann ich selbst entscheiden, welche Inhalte ich öffentlich poste und welche privat bleiben.

 

Was ist Instagram?

Instagram ist ein 2010 auf den Weg gebrachtes soziales Netzwerk, das es ermöglicht, Bilder und Videos via Internet mit ausgewählten Freunden oder auch mit der ganzen Welt zu teilen. Kostenfrei und via Handy leicht zu bedienen, nutzt vor allem ein Großteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Dienst heute als beliebtes Kommunikationsmittel. 

2012 wurde der Online-Dienst von Facebook Inc. übernommen wurde, damals schon für eine Kaufsumme von 1 Milliarde Dollar. Im September 2017 lag die Zahl der aktiven Instagram-Nutzer weltweit bei 800 Millionen.

Attraktiv sind für den Nutzer die speziellen Filter, die einem einfachen Handyfoto auf Knopfrduck ein professionelles Aussehen verleigen können und die Möglichkeit, Bildinhalte zu beschreiben und zu verlinken. Beliebt ist auch die Story-Funktion, mit der Bilder und Videos nur für 24 Stunden für  Abonennten sichtbar sind. Möglich ist es auch, die Fotos von Freunden oder anderen Personen zu kommentieren, denen der Nutzer folgt.

Text: Natalia Szczepanska und Dietmar Meier, Fotos: Dietmar Meier (1), privat (1)