Kerstin Koopmann ist SPD-Bürgermeisterkandidatin: „Als junge, berufstätige Mutter weiß ich, wo der Schuh drückt“

Petershagen.Nach Marianne Schmitz-Neuland, die von 1999 bis 2009 hauptamtliche Bürgermeisterin der Stadt Petershagen war, hat die SPD mit Kerstin Koopmann für die Kommunalwahl 2020 erneut eine Frau in das Rennen um dieses Amt geschickt. Die 35-jährige Juristin, die mit Ehemann und ihren beiden Kindern in Frille wohnt, hat dem Petershäger Anzeiger in einem ersten Interview Rede und Antwort gestanden.

 

Frau Koopmann, Sie wollen 2020 Bürgermeisterin werden. Was unterscheidet Sie von anderen Politikern?

Eins ist offensichtlich: Im Unterschied zu den meisten anderen Kommunalpolitikern in Petershagen bin ich jung und weiblich. Aber grundsätzlich denke ich, es gibt nicht den einen Politikertyp. Jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so. Ich bin dankbar für jeden, der sich in Petershagen engagiert, egal ob im Sportverein, in der Feuerwehr oder eben in der Kommunalpolitik.

 

Sie sind eine junge, berufstätige Mutter in Petershagen. Welche Vorteile für das Amt der Bürgermeisterin sehen Sie darin?

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wo es in Petershagen für den Alltag Verbesserungsbedarf gibt. Das betrifft sowohl das Leben, als auch das Wohnen und Arbeiten hier: Internetverbindung, Handyempfang, Kita-Plätze, ÖPNV-Angebote – um nur ein paar Schlagwörter zu nennen. Wenn wir möchten, dass man in Petershagen gut leben und arbeiten kann, dass Menschen bleiben, wiederkommen oder erstmalig zu uns ziehen, dann müssen wir uns heute um diese Themen kümmern. Und davon profitieren dann alle: Jung und Alt, Berufstätige und Nichtberufstätige, Mütter, Väter und Kinder.

 

Bei Ihrer Vorstellung haben sie darauf hingewiesen, dass Sie für die Aufgabe eine neue Sichtweise mitbringen. Was verstehen Sie darunter?

 Ich arbeite nicht seit Jahrzehnten in der Stadtverwaltung von Petershagen, sondern bringe einen ganz frischen Blick von außen auf die Dinge mit. Dieser unvoreingenommene Blick kann nur von Vorteil sein. Es braucht neben Kompetenz, die ich als Juristin mit Verwaltungserfahrung sicherlich mitbringe, auch dringend neue Ideen und neue Impulse für Petershagen.

 

 Sie möchten in Petershagen selbst aktiv werden. Welche Schwerpunkte möchten Sie in den Zentralorten und in den 27 weiteren Ortschaften setzen?

 Ich möchte die Lebensqualität in allen 29 Dörfern nachhaltig verbessern und zudem die Zukunftsfähigkeit unserer gesamten Gemeinde sicherstellen. Das bedeutet für mich ganz konkret: Vorausschauende Standortsicherung durch flächendeckenden Glasfaseranschluss und moderne Mobilitätsinfrastruktur, Sicherstellung einer ortsnahen medizinischen Grundversorgung, Investitionsschwerpunkt im Bildungsbereich, Umsetzung von konkreten Maßnahmen anhand des Klimaschutzkonzeptes. Dies sind natürlich nur einige Themen unter vielen, die wir in den nächsten Jahren in Petershagen anpacken müssen. Entscheidend ist meine Grundhaltung: Egal, um welchen Themenbereich es geht, ich setze darauf, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und nach einem strukturierten Diskussionsprozess konkrete Maßnahmen anzugehen. Und mir ist es wichtig, als Bürgermeisterin wirklich vor Ort präsent und ansprechbar zu sein.

 

Was verbindet Sie persönlich mit Petershagen?

Ich bin seit acht Jahren glücklich mit einem Eldagser verheiratet, wir haben einige Jahre in Lahde gewohnt und leben nun seit 2015 in Frille. Wir haben dort ein Haus gekauft, ein echtes Zuhause für unsere Familie. Das war für uns eine ganz bewusste Entscheidung. Wir möchten hier leben, hier sollen unsere Kinder aufwachsen. Mir fällt da zum Beispiel dieser tolle Moment ein, wenn ich morgens mit meinen Kindern von Frille nach Lahde fahre. Links der Badesee, rechts die Felder und der Schaumburger Wald, manchmal mit ein paar grasenden Rehen. Denn dann wird mir jedes Mal wieder bewusst: Es ist einfach wunderschön hier.

Text und Foto: Krischi Meier