Kommunalwahl am 13. September 2020

Petershagen. Es sind nur noch gut zwei Wochen bis zur Kommunalwahl am 13. September. In der Stadt Petershagen stehen dann durchaus Veränderungen an. Das liegt zum einen am freiwilligen Verzicht von Bürgermeister Dieter Blume auf eine erneute Kandidatur, zum anderen am Rückzug einiger politischer Schwergewichte von der Bühne des Stadtrates.

Mit Karl-Christian Ebenau (langjähriger Vorsitzende der SPD-Fraktion, der seine Partei Mitte der Wahlperiode im Zwist verlassen hatte) und Wolfgang Riesner (federführender Denker der Fraktion der Grünen) treten zwei beredte Kommunalpolitiker nicht wieder für den Stadtrat an. Und Ingo Ellerkamp (SPD) setzt voll auf seine Kandidatur für das Amt des Landrates und steht nicht mehr auf der Reserveliste für den Stadtrat. Da diese drei bislang zusammen mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Hermann Humcke den weitaus größten Teil der Redezeit bei den Sitzungen des Stadtrates gefüllt haben, könnte es in diesem Gremium künftig deutlich ruhiger zugehen, sofern nicht andere (neue) Gesichter diese Lücken füllen.

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So richtig bewegt hat der schon 2018 angekündigte Kandidaturverzicht von Bürgermeister Dieter Blume auch auf der politischen Ebene offenbar niemanden. Blume hat es nie wirklich geschafft, ein „Petershäger“ zu werden. 

In gewisser Weise ist das Ende von Blumes Amtszeit auch der Abschluss einer Ära. Als Dieter Blume am 1.1.2007 seine Stelle als Beigeordneter der Stadt Petershagen antrat, erfolgte das zu einer Zeit, als die damalige CDU-Fraktion unter Führung von Heinrich Schröder es nicht wirklich verarbeiten konnte, dass die Bürgerschaft der CDU zuvor zwar eine absolute Mehrheit im Stadtrat beschert, mit Marianne Schmitz-Neuland aber eine SPD-Bürgermeisterin an die Verwaltungsspitze gewählt hatte. Konsequenz: Der damalige FDP-Beigeordnete Wolff Bäumlein wurde bei nächster Gelegenheit durch einen Verwaltungsmann mit CDU-Parteibuch ersetzt.

Aus Blumes Bilanz ist ein persönlich miterlebtes Beispiel immer noch präsent: Die Sperrung der verrosteten Spundwand am Schiffsanleger 2016 und das Bestreben, diese durch ein Biotop zu ersetzen, unter massiven Protesten. Bis die CDU-Fraktion die Notbremse zog, auf einen Förderverein setzte und dessen  Vorstandsteam aus Techniker, Gastronom und Landwirtin vormachte, wie die Anlage zu tragbaren Kosten zu sanieren war. Von Arbeit und Ärger für die beteiligten Akteure nicht zu reden. Auf die Frage „Hat Blume die Stadt in seiner Amtszeit vorangebracht?“ bleibt am Ende unter dem Strich nur ein einfaches Nein. Die anstehende Wahl bietet gute Chancen, dass die Entwicklung in den nächsten Jahren wieder mehr Fahrt aufnimmt.

 

Text und Foto: Dietmar Meier