Labormobil kommt nach Petershagen – Umweltschützer untersuchen Brunnenwasser aus heimischen Gärten

Petershagen. Der heiße und trockene Sommer geht zu Ende, doch im nächsten Jahr nimmt mit
steigenden Temperaturen auch der Wasserverbrauch beim Befüllen des
Planschbeckens und beim Gießen im Garten wieder zu. „Leitungswasser ist
kostbar – es ist sinnvoll, damit sparsam umzugehen und im Garten das Wasser
aus dem eigenen Brunnen zu verwenden.“ so Susanne Bareiß-Gülzow,
Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Aber leider verschmutzen Nitrate und
Pestizide das Grundwasser unserer landwirtschaftlich intensiv genutzten
Region. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins
Wasser geraten.

Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum
Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann
man am Labormobil der Gewässerschutzorganisation erfahren. Es hält am
Dienstag, den 04. September, auf dem Vorplatz des Verwaltungsgebäude in der
Schloßfreiheit in Petershagen. Wasserproben nehmen die Umweltschützer von
15 bis 17 Uhr am Labormobil entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-
, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf
Euro durchgeführt. Diese Untersuchung findet vor Ort statt, so dass die
Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen
weitere Kostenbeteiligungen werden umfangreichere Untersuchungen auf
Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Das Ergebnis dieser
Analysen wird mit einer Bewertung per Post zugesandt.

Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten nicht allein gelassen. Das
Team vom VSR-Gewässerschutz berät anhand der Messergebnisse, ob das Wasser
zum Gießen, zum Befüllen des Planschbeckens, zum Waschen oder sogar zum
Trinken geeignet ist. Außerdem beantwortet Dipl.-Phys. Harald Gülzow, der
Experte zum Thema Brunnenwasserqualität, immer Freitags zwischen 9 und 12
Uhr Fragen unter der Rufnummer 02831 9763342. Damit die Ergebnisse auch
aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und Transport
Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum
Rand gefüllte 0,5 l Flaschen aus Kunststoff.

Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen
Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle
Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um eine Belastung und deren
Ursache zu besprechen.

Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite
Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir:
Unbelastetes Grundwasser!“ so Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer
und der Verein tragen gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des
Grundwassers verbessert wird – auch außerhalb von Wasserschutzgebieten. Dem
VSR-Gewässerschutz ist es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des
Grundwassers informiert sind. Messergebnisse werden deshalb regelmäßig in
Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich erkennbar zu
machen. So wurde auch eine Nitratkarte-Deutschland 2013-2017 erstellt, die
auf der Homepage der Gewässerschützer eingesehen werden kann.

Der VSR-Gewässerschutz e.V besteht seit 1981. Der damalige „Verein zum
Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ entstand aus verschiedenen
Bürgerinitiativen. Seit seiner Gründung engagiert er sich für den Schutz
des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Der Verein
analysiert nicht nur, sondern bewertet, klärt auf, benennt die Ursache und
stellt Forderungen, um die Belastungen zu reduzieren.

Nitrate im Grundwasser

Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger. Bringen Landwirte und
Gartenbaubetriebe Gülle, Gärreste und Mineraldünger auf, besteht immer die
Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt. Dadurch kommt es häufig zur
Nitratbelastung von Brunnenwasser. Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen
ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet. Auch die
Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs wird
eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu
kennen. Eine Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem
Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.

Eisen im Grundwasser – Hinweis auf guten Nitratabbau

Höhere Eisenkonzentrationen stören bei der Nutzung des Brunnenwassers.
Häufig kommen sie zusammen mit geringen Nitratkonzentrationen vor. Das
weist auf guten Nitratabbau im Grundwasser hin. In vielen Gegenden kommt im
Untergrund Pyrit, eine Eisen-Schwefel-Verbindung, vor. Bakterien können
Pyrit mit Hilfe von Nitrat abbauen. Es entsteht Stickstoff, Eisen und
Sulfat. Somit führt ein starker Nitrateintrag in diesen Gebieten zu hohen
Eisenkonzentrationen.

Text und Foto: privat