Foto: Krischi Meier

Landesweite Aktionswoche „Gegen Gewalt an Frauen“ – Lichtkunst-Installation am Amtsgericht

Petershagen (pa). Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter! Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung, Stalking, Menschenhandel und Gewalt im Rahmen von Prostitution, um nur einige zu nennen. Sie beginnt aber schon viel früher: mit der alltäglichen Anmache, mit frauenfeindlicher Sprache, Witzen und Beschimpfungen. Auch wo Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, wenn sie bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um Belästigungen oder Bedrohungen zu entgehen, handelt es sich um eine Form von Gewalt. 

Um auf diesen Missstand hinzuweisen und das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen, hat sich Wildwasser Minden zusammen mit dem Lichtkünstler Oliver Roth auf den Weg gemacht, das Thema Gewalt an Mädchen und Frauen sichtbar zu machen. In der Aktionswoche wird daher an jedem Abend vom 22.-26.11.2021 an einem anderen Ort im Kreis Minden Lübbecke ab 17:15 Uhr durch eine Lichtprojektion an öffentliche Gebäude auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht! Wir freuen uns, dass wir die Landrätin und die Bürgermeister der einzelnen Kommunen dazu gewinnen konnten, den Buzzer zu drücken, um die Projektion jeweils um 17.15 Uhr zu starten.  

22.11.2021 in Rahden: Auftaktveranstaltung mit Landrätin Anna Katharina Bölling an der St. Johannis Kirche

23.11.2021 in Bad Oeynhausen, Rathaus

24.11.2021 in Petershagen, Altes Amtsgericht

25.11.2021 in Hille,  Alte Brennerei

26.11.2021 in Minden, am Jugend- und Kreativzentrum Anne Frank zur Premiere von „Was wäre wenn…“.

Nur durch die Unterstützung der Gleichstellungsstellen an den einzelnen Projektionsorten ist es uns möglich, die Lichtkunstinstallation an fünf aufeinanderfolgenden Abenden an fünf verschiedenen Orten zeigen zu können. 

Auch in der Aktionswoche veranstaltet die Schauspielerin und Theaterpädagogin Stella Ballare am 26.11.2021 im Jugendkreativzentrum Anne Frank in Minden die Premiere ihres selbst geschriebenen Stückes „Was wäre wenn“, unter der Regie von Julia R. Müller. In dem Theaterstück geht es um Schicksal, Überleben und stark werden von Frauen. Erzählt wird ein Frauenschicksal und der wütende und mutige Weg heraus aus Unterdrückung und häuslicher Gewalt. Die Befreiung in ein freies, selbstbestimmtes und glückliches Leben. Frau Ballare engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für Wildwasser Minden. 

Aufführungen: 26./27.11.2021 um 20 Uhr – 28.11.2021 um 18 Uhr im Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank, Salierstraße 40, 32423 Minden.

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Hintergrund: Anlässlich des 40. Jahrestages zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW zu einer landesweiten Aktionswoche aufgerufen.

Als Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen und Mitglied des AK PRIO (Arbeitskreis Prävention-Intervention-Opferschutz) ist uns die Beteiligung an dieser Aktionswoche eine besondere Herzensangelegenheit! 

Durch gesellschaftliche und strukturelle Machtunterschiede und Ungleichbehandlungen der Geschlechter sind Mädchen und Frauen einem besonderen Risiko ausgesetzt, Gewalt zu erleben.  

Statistiken des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) belegen, dass jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen ist. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen in allen sozialen Schichten und in jedem Alter.

Wildwasser Minden bietet Beratung und Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt und deren Angehörigen und Multiplikatoren an. In der Beratungsstelle gibt es das Angebot, die Folgen der erlebten Gewalt durch qualifizierte (Trauma-) Fachberatung zu lindern. 

Die Lichtkunstaktion wird finanziert durch die Städte Bad Oeynhausen, Minden, Petershagen, Rahden, die Gemeinde Hille, sowie durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, das auch die Premiere von „Was wäre wenn…“ finanziell bezuschusst.