Mittwoch, 21. Februar 2024

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Mach den Job, der in dir steckt

Selbst heute noch ist die Wahl des Berufes oftmals von vermeintlichen gesellschaftlichen Rollen beeinflusst.

Foto: Krischi Meier

Petershagen (hg). Selbst heute noch ist die Wahl des Berufes oftmals von vermeintlichen gesellschaftlichen Rollen beeinflusst. Nicht jeder traut sich, sich dem zu widersetzen und verliert dadurch eventuell die Chance, sich einem Beruf widmen zu können, der dem eigenen Interesse entspricht und zu einem passt. Um einer von Geschlechterrollen geprägten Berufswahl zu entgegnen, hat die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Minden-Lübbecke ein neues Projekt ins Leben gerufen.
Doch kurz vorab: Was genau ist überhaupt das Ziel der Gleichstellungsstelle? Gleichstellungsbeauftragte der jeweiligen Gleichstellungsstellen widmen sich aktiv der Gleichstellung von Männern und Frauen und somit auch der zugrunde liegenden geschlechtsunabhängigen Berufswahl. Das generelle Prinzip hinter der geforderten Gleichstellung ist, das Erschaffen eines anderen Miteinanders, durch die Beseitigung von geschlechtsabhängiger Benachteiligung.
Auf landesweiter Ebene wurde zum Beispiel ein „Mädchenmerker“, ein Kalender ausschließlich für Mädchen entwickelt. Neben der Funktion eines normalen Kalenders dient der „Mädchenmerker“ ebenfalls dem Zweck des Informierens und Helfen bezüglich der späteren Berufswahl und der Zukunftsgestaltung.
Nun hat die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Minden-Lübbecke, darunter auch Petershagens Verantwortliche Mona Finkemeier, ein neues Projekt umgesetzt. Zum Aufbrechen noch bestehender altertümlicher Geschlechterklischees wurde Ende 2022 eine Plakataktion ins Leben gerufen. Das Plakat, mit dem Titel „Alleskönner*innen“ präsentiert zwölf Personen, sowohl Männer als auch Frauen, die in männer-/ beziehungsweise frauenuntypischen Berufen tätig sind.
Gerade die Wahl von realen Personen aus diesen Berufen und nicht die bloße Darstellung der Berufe durch Models, vermittelt die Intention auf einer viel persönlicheren Ebene. Alle abgedruckten Teilnehmer auf dem Plakat stammen aus dem Kreis Minden-Lübbecke, darunter auch vier Akteure aus Petershagen. Zum einen Tobias, der staatlich geprüfter Erzieher und Kitaleiter der Johanniter Kita „Bullerbü“ und „Regenbogen“, Malermeisterin Simone und Marleen, ihre Auszubildende zur Malerin und Lackiererin oder auch Tischlerin Kira.
Um zentriert viele Jugendliche zu erreichen, wurden die Plakate hauptsächlich an den Schulen im Kreis Minden-Lübbecke platziert. Durch das einfache Wahrnehmen der Plakate soll Jugendlichen nahegelegt werden, die Berufswahl nach reinem Interesse zu treffen und die Entscheidung nicht von gesellschaftlichen Klischees abhängig zu machen. Das Plakat soll zum Nachdenken anregen und die Geschlechts unabhängige Berufswahl langzeitig normalisieren.
Da ich selbst demnächst vor der Entscheidung zur Berufswahl stehe, finde ich diese Aktion sehr begrüßenswert. Gerade durch Projekte und Aktionen dieser Art wird man sehr bestärkt beim Blick auf die Berufswahl und erhält davon ausgehend einen erweiterten Blick auf die Gesamtheit der Berufszweige und ihre Varietät. So ist es leichter, anfänglichen Zweifeln und Sorgen zu entgegnen.
„Wie kann man denn vielleicht noch mehr Jugendliche erreichen?“, so Mona Finkemeier. Von dieser Frage ausgehend wurde beim vierteljährlichen Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Minden-Lübbecke, nach einem Austausch und Brainstorming der Instagram Account: „team_gleichstellung_“, ins Leben gerufen.

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