Müll am Badesee nach dem Vatertag – Umweltschutz fängt im Kleinen an

Petershagen. Es ist ein wahrlich schönes Fleckchen in der Stadt Petershagen, an dem man sich bei sommerlichen Temperaturen gern zum Entspannen und Erholen niederlässt. Der  Badesee in Lahde ist ein beliebter Anlaufpunkt weit über Lahde hinaus und dazu ein Aushängeschild für die Stadt Petershagen. 

Um so unerfreulicher war das Bild, dass sich dort am Morgen nach dem „Vatertag“ bot. Zahllose leere Flaschen, Dosen, Tüten, Kartons und sonstiger Müll zierten die Rasenflächen am See. Vorausgegangene Appelle, beim Feiern die Umwelt nicht ganz zu vergessen, hatten offensichtlich wenig gefruchtet. Dabei hätte die Entsorgung der mitgebrachten Verpackungen nur eines minimalen Aufwandes bedurft, denn auf dem Gelände standen hinreichend Müllsäcke bereit.

Die Kommentare auf der Facebook-Seite des Petershäger Anzeigers waren entsprechend böse. Hier wurde vor allem auf den Widerspruch zwischen den Ansprüchen der „Fridays for Future“-Generation in Sachen Klimaschutz und der nüchternen Realität in Sachen Umweltschutz im Kleinen verwiesen. Unsere Mitarbeiterin Chiara Heumann hat auch aus Sicht einer 18jährigen für ein solches mangelndes Umweltbewusstsein wenig Verständnis (siehe Kommentar).

 

Stellungnahme der Stadt Petershagen

Die Freizeit- und Erholungsanlage Badesee Lahde erfreut sich bei Menschen aller Altersgruppen großer Beliebtheit. Gerade auch an den Feiertagen wird der See mit seinem Sandstrandbereich gerne aufgesucht. Leider wird der entstehende Müll dann aber weder in die aufgestellten Mülltonnen geworfen noch wieder mit nach Hause genommen. Aktuell sah das Gelände nach dem Vatertag wie eine Müllhalde aus. Das war sehr ärgerlich, denn die verstreut liegenden Flaschen, Pappen, Plastikbehälter usw. mussten aufgesucht werden. In diesem Jahr nahm dieses mehr als 10 Stunden in Anspruch und produzierte einen Container Müll! Diese Zeit und vor allem das Geld wäre besser einzusetzen! Hier sind wir alle gefordert, egal ob jung oder alt, klein oder groß! Wenn wir auch zukünftig am Badesee Lahde gemütlich unsere Freizeit verbringen wollen, sollten wir alle mitgebrachte Sachen im Anschluss ordentlich entsorgen bzw. wieder mitnehmen. Wenn im Kleinen mit dem Erhalt und dem achtsamen Umgang mit der Umwelt begonnen wird, klappt’s vielleicht auch im Großen.

 

Stellungnahme der Beachbar12

Die Inhaber der Beachbar12 legen großen Wert auf den Schutz der Landschaft und der Umwelt am Badesee. Wir unternehmen vieles, um das zur Beachbar gehörende Gelände immer bestmöglich sauber zu halten. Unter anderem nutzen wir bei unseren Veranstaltungen nur PET und nehmen dafür Pfand. Der Badesee mit dem Sandstrand und den umgebenden Böschungen ist öffentliches Gelände der Stadt Petershagen, das für jeden frei zugänglich ist. Trotzdem wird der Strand von uns zusätzlich so gut es geht mit überwacht, selbst wenn Gäste grillen oder Hunde unerlaubterweise frei herum laufen. So haben auch am Himmelfahrtstag die Securitys, die wir für die Veranstaltung der Beachbar12 beauftragt haben, auch am Strand mit für Ordnung gesorgt. Eine Mitarbeiterin der Beachbar ist darüberhinaus abends vor Dämmerung am Strand lang gelaufen und hat schon einen Teil des Mülls, den dort Feiernde erkennbar selber mitgebracht hatten, mit eingesammelt. Wenn jeder seinen eigenen Müll mitnimmt, reicht es aus, dass der Badesee nachhaltig sauber und ordentlich bleibt!

 



 

Kommentar von Chiara Heumann

„Fridays for Future“ unterstützen, aber an Himmelfahrt sind dann 20 Meter zur nächsten Mülltonne zu weit? Reichlich Alkohol in die Bollerwagen packen, aber für einen Müllbeutel fehlt dann der Platz? Der Badesee war dieses Jahr an Himmelfahrt leider nur einer von vielen traurigen Schauplätzen für Umweltverschmutzung. Die meisten Feiernden waren an diesem Tag eher Jugendliche, von denen viele in den letzten Wochen Veränderungen beim Umweltschutz gefordert haben. Aber der fängt im Kleinen an! Niemand möchte einen Tag am Badesee verbringen mit Müll im Wasser und Scherben im Sand. Also warum zum Feiern nicht einen Müllbeutel mitnehmen oder den Müll in bereitstehende Abfallbehälter werfen, anstatt ihn achtlos oder mutwillig in der Umgebung liegen lassen?! Wer Proteste gegen die Verschmutzung der Meere unterstützt, für den sollte Müllentsorgung und Umweltschutz vor der eigenen Nase das Mindeste sein. Das dürfte von Menschen, die von Erwachsenen ernst genommen werden wollen, nicht zu viel verlangt sein. Denn auch so lässt sich ausgelassen feiern.

Text: Dietmar Meier, Fotos: Krischi Meier