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Nach Großbrand auf Hof Klanhorst: eine Welle der Hilfsbereitschaft – mit Video

Nach dem Großbrand auf Hof Klanhorst rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft. Wir waren mit Kevin Szalies noch einmal an der Stelle, an der das Feuer ausbrach.
Am 12. August gerieten auf dem Hof Klanhorst 260 Strohballen in Brand. Foto: Krischi Meier
Am 12. August gerieten auf dem Hof Klanhorst 260 Strohballen in Brand. Foto: Krischi Meier

Petershagen-Raderhorst (jh). Als am Mittwoch, 12. August, die Alarmierung bei der Feuerwehr einging, war schnell klar, dass der Einsatz auf Hof Klanhorst in Raderhorst ein kräftezehrender werden würde. 260 Strohballen brannten lichterloh, dicke Rauchsäulen stiegen auf – und das ausgerechnet an einem der heißesten Tage des Jahres. Kevin Szalies (42), Abteilungsleiter auf Hof Klanhorst, war einer der Ersten vor Ort.

Es war ein sonniger und heißer Tag. Kevin Szalies, seit 20 Jahren auf dem Hof Klanhorst in Raderhorst tätig, nutzte die Abendstunden, um mit seinem Sohn noch ein wenig Fußball im Garten seines Hauses zu spielen. Der liegt nur 2,5 Kilometer entfernt vom Hof Klanhorst. „Plötzlich sagte meine Frau: ‚Da brennt es‘“, erinnert sich der 42-Jährige. Wenige Minuten später herrschte traurige Gewissheit: Strohballen hatten Feuer gefangen – 260 an der Zahl. Als Kevin Szalies am Hof eintraf, stand er vor einer Feuerwand.

Knapp 140 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Stundenlang bei glühender Hitze. „Durch ihr schnelles und beherztes Einschreiten wurde Schlimmeres verhindert“, sagt Szalies. Der 42-Jährige kennt dieses Schlimmere. Im Jahr 2009 brannte es ebenfalls auf Hof Klanhorst. Damals verloren zwei Bewohner der Wohnstätte der Diakonie ihr Leben. Eine Katastrophe, die die Verantwortlichen und das Team von Hof Klanhorst bis heute prägt. Auch deshalb finden auf dem Hof regelmäßig umfangreiche Brandschutzübungen statt. Zudem wurden Zisternen aufgestellt, um schneller an Löschwasser zu gelangen.

„Als die Strohballen brannten, hatte die Feuerwehr das Feuer so schnell im Griff, dass zum Glück nicht Gefahr eines Übergreifens auf angrenzende Gebäude bestand“, blickt Kevin Szalies zurück. Einzig am Dach des Güllesilos sind einige Tage später Spuren des Großfeuers zu sehen. Den Schaden beziffert Szalies auf etwa 40.000 Euro. Viel wichtiger aber ist dem Abteilungsleiter, dass weder Mensch noch Tier verletzt wurden. „Wir hatten Sorge, dass die Kühe, die im Stall direkt neben der Stelle, wo das Feuer ausgebrochen ist, stehen, in Panik geraten oder verletzt werden. Aber die Tiere haben es mit einer erstaunlichen Gelassenheit gemeistert“, erzählt der 42-Jährige.

Abteilungsleiter Kevin Szalies an der Brandstelle. Foto: J. Höffner
Abteilungsleiter Kevin Szalies an der Brandstelle. Foto: J. Höffner

Als „überragend“ beschreibt Kevin Szalies einige Tage nach dem Großbrand die Hilfsbereitschaft – von Feuerwehr, DRK, Rettungskräften und zahlreichen Landwirten aus der Umgebung. Nachdem gegen 21 Uhr die ersten Rettungskräfte eintrafen, rollten nach und nach Trecker mit Frontlader auf den Hof Klanhorst. „Die Landwirte wollten dabei helfen, das Stroh auseinanderzuziehen. Und sie blieben bis spät in die Nacht. Das war schon wirklich überwältigend“, sagt Kevin Szalies. Und noch in der Nacht boten die ersten Landwirte ihre Hilfe mit Blick auf den Stroh-Nachschub an. 170 Ballen stehen heute schon wieder auf Hof Klanhorst, weitere sollen noch kommen.

Brandgeruch liegt noch in der Luft

„Ob Löschgruppen, DRK, Landwirte oder weitere Helfer – sie waren alle voll im Einsatz, um Hilfe zu leisten. Und bei mir ist der Eindruck entstanden, dass sie das alle gerne gemacht haben. Ich habe jedenfalls selten einen so tollen Zusammenhalt erlebt“, sagt der Abteilungsleiter, während er den Blick noch auf die Reste des verbrannten Strohs wirft. Noch immer liegt der Brandgeruch hier in der Luft.

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