Samstag, 20. April 2024

Anzeige

Neues Buch der Ortsheimatpflege

Anfang Dezember wurde das neue Buch über die Geschichte der Arbeitslager in Lahde und Petershagen von Hermann Kleinebenne vorgestellt.
Gelungenes Teamwork: Autor, Herausgeber und Vertreter der Kulturgemeinschaften Lahde und Petershagen im Anschluss an die Buchpräsentation im PZ. Foto: privat/Lena Schrage

Petershagen (pa). „Ziegel, Strom und Strömung. Infrastruktur und Geschichte der Arbeitslager an der Mittelweser in Lahde und Petershagen 1936-1945“ ist der Titel des neuen Buchs von Hermann Kleinebenne, das Anfang Dezember vorgestellt wurde. Der ehemalige Lehrer des Gymnasiums Petershagen ist seit 2014 ehrenamtlich auf Kreis- und Bezirksebene für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge tätig. Seit 1989 recherchierte er zur Unterhaltung von Arbeitslagern in den Weserdörfern Lahde und Petershagen, zu den Gefechten an der Mittelweser 1945 und zur Geschichte der UNRRA-Lager für „Displaced Persons“ in der Region. Herausgeber des Buches ist der Verein der Ortsheimatpflege Petershagen, der das Werk im Auftrag der Kulturgemeinschaften Lahde und Petershagen publiziert. Es erscheint als zehnter Band in der Reihe der historischen Jahrbücher, die seit zwanzig Jahren von Ortsheimatpfleger Uwe Jacobsen ehrenamtlich angefertigt und veröffentlicht werden. Die wissenschaftlich angelegte Dokumentation zeigt anhand konkreter Beispiele die politisch-wirtschaftlichen Hintergründe für den Aufbau und den Betrieb von nicht weniger als sechs Arbeitslagern in den Weserdörfern Lahde und Petershagen im Zeitraum 1936 bis1945 auf, als im Zusammenhang mit dem Ausbau der Mittelweser ein Stauwehr mit Laufwasserkraftwerk in Lahde gebaut wurde. Nach zehnjähriger Dokumentrecherche, nach der Auswertung zahlreicher Bodenfunde und dank einer geomagnetischen Untersuchung des Untergrundes konnten bis 2022 sowohl die Infrastruktur der Lagereinrichtungen in unterschiedlichem Umfang aufgedeckt als auch die Umnutzung des Arbeitserziehungslagers in Lahde-Nord als Camp Nr. 3 für baltische „Displaced Persons“ im Zeitraum 1945 bis 1949 bestätigt werden. Zum Abschluss dieser Dokumentation geht Kleinebenne sowohl auf seine langjährige Betreuung von Nachkommen ehemaliger Häftlinge, von Nachkommen der Zwangsarbeiter und „Displaced Persons“ als auch auf die Bedeutung einer Gedenk- und Erinnerungsarbeit über die Opfer von Kriegs- und Gewaltherrschaft an der Mittelweser ein. Das Buch ist unter der ISBN 978-3-756-84537-8 erhätlich.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren