Parkplatzkonzert beim Altenheim Kruse in Friedewalde

Friedewalde. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims Kruse in Friedewalde warten bereits gespannt auf den Terrassen und an den Fenstern, während Martina Wrachtrup-Klaß und Sibylle Klaß ihre Instrumente auf dem Parkplatz auspacken und das Notenbuch aufschlagen. Beim Parkplatzkonzert am Gründonnerstag hat das Duo eine Vielzahl von Volks-, Kirchen- und Frühlingsliedern auf Trompete und Oboe gespielt, die sich die Bewohnerinnen und Bewohner vorab gewünscht hatten. Schon zum dritten Mal sorgte Martina Wrachtrup-Klaß mit ihren musikalischen Einlagen für eine gelungene Abwechslung. „Beim ersten Besuch haben einige Bewohner sogar vor Freude geweint nach der langen Zeit ohne Besuch“, erzählt Geschäftsführerin Margitta Kruse. Denn im Altenheim herrscht ein striktes Besuchsverbot: „Bei uns gibt es derzeit keine Gemeinschaft, wir leben fast in voller Isolation.“ Natürlich wurden beim Parkplatzkonzert auch die Sicherheitsabstände eingehalten – sowohl untereinander als auch zu den Musikerinnen.

Vor Ostern hat Martina Wrachtrup-Klaß jeden Abend ein kleines Terrassenkonzert für ihre Nachbarschaft gespielt — die Idee zum Konzert statt Abendgebet kam aus der Kirche. „Es hat nicht lange gedauert, bis ich die ersten Lieder-Wünsche erhalten habe“, berichtet sie. Durch ihre Freundschaft zu Margitta Kruse entstand die Idee, ein Geburtstagsständchen für eine Bewohnerin zu spielen, die fast alleine ihren 99. Geburtstag feiern musste. „Danach wollte ich gerne wiederkommen“, lag Martina Wrachtrup-Klaß eine Wiederholung am Herzen. „Denn es ist das, was man in der aktuellen Situation machen kann: Freude bereiten.“ Das Konzert wirkt für die Bewohner wie eine Brücke nach draußen, denn auch der sonst so beliebte Krusen-Chor kann aktuell nicht zusammen singen. 

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner verbinden viel Persönliches mit den gewünschten und auf dem Parkplatz gespielten Liedern – viele davon sind bereits aus ihrer Jugend und ihrem Leben bekannt, andere haben sie mit dem Krusen-Chor einstudiert. Nach dem rund einstündigen Konzert waren sich alle einig: Das war eine gelungene Abwechslung in der Zeit des Besuchsverbots.

Text und Fotos: Krischi Meier