Petershäger Kommunalpolitik und soziale Medien?

Petershagen. Bei der diesjährigen Europawahl zeigte sich ein deutlich gewachsenes Interesse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an politischen Themen. Auch der Petershäger Stadtrat möchte dieser Entwicklung Rechnung tragen und diskutierte in seiner Sitzung im Juli über die Einrichtung eines Jugendbeirates. Der Petershäger Anzeiger hat das zum Anlass genommen, einmal bei den im Stadtrat vertretenen Fraktionen nach deren Informationsangeboten für Jugendliche zu fragen.

Für die meisten Jugendlichen sind heute das Internet und insbesondere die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und Co. Informationsquelle Nummer 1. Die Kernfrage war dementsprechend, wie es hier mit Angeboten seitens der hiesigen Kommunalpolitik aussieht.

Die SPD Petershagen ist als Partei nicht in den sozialen Medien vertreten, allerdings sind hier Fraktionsmitglieder individuell aktiv. Um Informationen weiterzugeben, nutzt die SPD derzeit noch die klassische Homepage als Hauptmedium. „Bei der Erreichung von Jugendlichen hat die Partei noch Nachholbedarf“, so der Fraktionsvorsitzende Ingo Ellerkamp. Momentan versucht die Partei vorrangig, Jugendliche über die Jugendorganisation Jusos im direkten Kontakt anzusprechen.

In ähnlicher Weise setzt auch die Fraktion Demokratisches Petershagen auf unmittelbare Ansprache und dabei auf Authentizität und sachgerechte Auseinandersetzung mit dem Gegenüber, so der Fraktionsvorsitzende Karl Christian Ebenau. Die Fraktion sieht soziale Medien dafür sogar als zu plakativ und zu oberflächlich an. 

Bei der FDP ist die Homepage zurzeit eine Baustelle und eine Facebook-Seite sei in Arbeit, teilt FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Wehmeyer mit. Für die Erreichung von Jugendlichen hält auch die FDP die persönliche Ansprache für vorrangig, unter anderem über den Kontakt zu den Jugendabteilungen der Schützen, Feuerwehren oder Sportvereine.

Deutlich mehr Gewicht mißt die CDU den sozialen Medien bei. Eine eigene Facebook-Seite hat der Stadtverband kürzlich eingerichtet, ein Großteil der Fraktionsmitglieder ist auf Facebook aktiv unterwegs. Heiko Deterding als Koordinator für die Öffentlichkeitsarbeit sieht darin neben der Homepage ein zeitgemäßes Medium, um den Bürgern, ob jung oder alt, neben aktuellen Meldungen, Bildern und Kommentaren auch eigene Konzepte im ländlichen Raum näherzubringen. Darüberhinaus setzt die CDU wie die anderen Parteien auf den persönlichen Kontakt zu den Jugendlichen.

Bündnis90/Die Grünen sind bei Facebook ebenfalls mit einem Profil vertreten, das auch genutzt wird, um Infos aus Land und Bund weiterzugeben. Neben der Homepage wird zur Informationsvermittlung auch ein Newsletter an die Mitglieder eingesetzt. Aktuell bietet die Partei auch Workshops zum Thema Klimawandel an, da das Interesse in diesem Bereich aktuell gross sei, schildert Fraktionsvorsitzender Günter Hahn.

Text: Chiara Heumann, Foto: Krischi Meier