Foto: Krischi Meier

Planungen für „Neue Mitte“ laufen

Petershagen (kri). „In der Mitte der Ortschaft Petershagen haben wir nur begrenzte Möglichkeiten für eine weitere Bebauung und können daher nur auf vorhandene Flächen zurück greifen“, erklärt Kay Busche, Bauamtsleiter der Stadt Petershagen. Im Fokus steht aktuell eine rund 4.300 Quadratmeter große Fläche im Bereich Hohoffstraße/Nachtigallenstraße, die aktuell als Parkplatz und B-Sportplatz genutzt wird. „Hier ist eine versiegelte Flächen ohne wirkliche Funktion. Städtebaulich ist das nicht erforderlich. Wir haben uns mit der Fragestellung beschäftigt, was hier entstehen könnte“, so Busche. Dort soll nun ein Ärztehaus als „Gesundheitszentrum Neue Mitte“ entstehen. „Details und das genaue Aussehen stehen noch nicht fest.“

Aktuell beginnt die Bauleitplanung – der Flächennutzungsplan wird geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt. Wie Bürgermeister Dirk Breves im Gespräch mitteilt, beabsichtigt ein heimischer Investor, ein Gesundheitszentrum zu errichten. Die Veräußerung der Flächen an den Investor soll in voraussichtlich zwei Bauabschnitten erfolgen. Die verbleibende Grundstücksfläche von rund 5.000 Quadratmetern (südlicher Teil des B-Sportplatzes) verbleibt im Eigentum der Stadt Petershagen und steht für weitere Planungen zur Verfügung.

„Wir stehen aber noch ganz am Anfang des Prozesses, der rund 15 Monate dauern wird“, erklärt Bürgermeister Dirk Breves. „Es ist ein Prozess, in dem die Öffentlichkeit beteiligt wird. Wer dazu etwas sagen möchte, wird auch zu Wort kommen.“ 

„Zielgerichtete Hinweise und Bedenken zur vorliegenden Planung nehmen wir gerne entgegen. Es mag sein, dass wir manche Punkte in unserer Planung nicht bedacht haben“, möchte Kay Busche Bürgerinnen und Bürger zu konstruktiver Kritik anregen. Direkte Anlieger der Hohoffstraße und Nachtigallenstraße sollen von der Stadt direkt angeschrieben werden. Die Mitteilungen und Einwände werden anschließend von Rat und Verwaltung abgewogen. „Es kann auch nötig werden, die Planung noch einmal komplett zu überarbeiten“, so Busche. Doch davon geht die Verwaltung zum aktuellen Zeitpunkt nicht aus. Über Petershagens Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Schade seien schon positive Rückmeldungen und das Interesse an einem zentralen Ärztehaus ins Rathaus gebracht worden.

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Sicherung der ärztlichen Versorgung

Den Steins ins Rollen gebracht haben zwei Petershäger Hausärztinnen, die mit einem Investor aktiv auf die Stadt zugegangen sind. „Die ärztliche Versorgung ist für uns selbstverständlich sehr wichtig“, erklärt Breves. Die Kassenärztliche Vereinigung weist für Petershagen knapp 16 Hausarztsitze aus. Tatsächlich besetzt sind aktuell aber nur elf. Junge Mediziner werden häufig von größeren Städten mit besseren Verdienstmöglichkeiten angezogen. Ebenso möchten viele weniger als Einzelkämpfer in einer Einzelpraxis agieren, sondern lieber im Team arbeiten — manchmal auch als Teilzeitmodell, wie Breves weiß. „Nur mit modernen und vernetzten Strukturen können wir es schaffen, die ärztliche Versorgung in Petershagen aufrecht zu erhalten.“ Neben den Hausarztpraxen sollen sich  im Erdgeschoss des Gesundheitszentrums eine Apotheke und ein Sanitätshaus ansiedeln. Im Obergeschoss wäre Platz beispielsweise für weitere (fach-)ärztliche Praxen oder andere Gesundheitsdienstleister.

„Neue Mitte“ in Petershagen

Die Städtebauliche Rahmenplanung zur „Neuen Mitte“ in Petershagen umfasst mehr als nur den B-Sportplatz und den Parkplatz. „Wir wollen mehrere Bauleitplanungsverfahren vorantreiben“, erklärt Breves. Einen konkreten Zeitplan gibt es aber noch nicht. Eine entscheidende Rolle spiele die ehemalige Grundschule. Der Gedanke diese als neuen, zentralen Verwaltungsstandort auszubauen, werde weiterhin verfolgt. Für eine Zusammenlegung beider Rathäuser sei das Gebäude an der Nachtigallenstraße jedoch nicht groß genug. Für einen gegebenfalls benötigten ergänzenden Neubau würde die Städtbauförderung eine große Rolle spielen, erklärt Bürgermeister Breves. Erst wenn eine Nachnutzung der beiden bestehenden Rathäuser in Lahde und Petershagen gewährleistet sei, könne die Planung hier weitergehen. 

Weiterer Schwerpunkt der „Neuen Mitte“ soll ein generationenübergreifendes Wohnangebot werden. Damit möchte die Stadt auf die steigende Nachfrage nach ortskernahem Wohnen reagieren. Die verbleibende Fläche des B-Sportplatzes könnte eine Nachnutzung als Wohnquartier erhalten. 

Der A-Sportplatz sei derzeit kein Thema, betont Breves. „Der Sport ist uns wichtig und solange es keinen neuen Standort für den Sportplatz gibt, bleibt dieser Bereich noch unberührt.“ 

Denkbar sei aber eine Verlegung des Wohnmobilstellplatzes. „Wir erhalten häufig von Touristen die Rückmeldung, dass der Wohnmobilstellplatz ideal gelegen sei – kurze Wege zur Versorgung und idealer Startpunkt für zahlreiche Fahrradtouren“, sagt Kay Busche, der sich über dieses Feedback freut. „Daher ist es auch nicht ausgeschlossen, den Wohnmobilstellplatz in der ,Neuen Mitte‘ zu halten.“

In den kommenden Jahren könnte der zentrale Bereich der Ortschaft Petershagen nach und nach ein neues Gesicht annehmen. „Wir können aber nicht in allen Bereichen gleichzeitig planen“, möchte Dirk Breves die Planungsabschnitte nacheinander ausführen. Der Beginn ist mit dem Gesundheitszentrum gemacht.