Rechtskunde-AG erlebt Verhandlungen hautnah mit

Petershagen/Minden. „Das Interesse an rechtlichen Zusammenhängen bei den Schülern ist überraschend groß“, kommentierte  der Lahder Rechtsanwalt Jens Wölke seine Eindrücke bei den jüngsten Veranstaltungen der Rechtskunde AG des Gymnasiums Petershagen. Obwohl die AG an schulfreien Tagen und am Wochenende stattfand, hatten sich dazu 55 Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe angemeldet. Rechtsanwalt Wölke ging dabei auf verschiedene, auch aktuelle Themen ein, die vorher im Kreis der Teilnehmer festgelegt worden waren. Der „Rundumblick auf das Gesetz“ befasste sich unter anderem auch mit rechtlichen Grundfragen in einer Demokratie. So wurde das Grundgesetz vorgestellt und auf die NS-Unrechtsjustiz eingegangen. Daneben wurden aber auch alltägliche Fragen erörtert, etwa: Wie lange darf ich abends weg bleiben? „ oder „Ab wann darf ich eigentlich arbeiten?“

Zum Abschluss der AG konnten die Schülerrinen und Schüler kürzlich einen Vormittag lang im Amtsgericht Minden öffentliche Verhandlungen hautnah miterlebt. „Im Jugendschöffengericht ist einigen Teilnehmern offensichtlich das Lachen vergangen“, vermerkte Rechtsanwalt Wölke. Hier ging es um ein Drogendelikt, dessen Folgen für einen Mindener Schüler in der Verhandlung allen deutlich wurde. In einer Pause hatten sich zudem Richter, Staatsanwalt und Strafverteidiger Zeit genommen, um für Fragen der Besucher Rede und Antwort zu stehen. „Dabei wurden auch Wege angesprochen, die zu einer ,kriminellen Karriere‘ führen können, und mit dem häufigen Irrglauben aufgeräumt, dass Kiffen legal sei“, berichtete Wölke. Der Rechtsanwalt richtete einen besonderen Dank an die Schulleitung für die hervorragende Organisation und an das Amtsgericht Minden für die Teilnahmemöglichkeit.

Text und Foto: Krischi Meier