„Reden ist Silber, Mitmachen ist Gold“ – Im Gespräch mit CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Breves

Petershagen. Größer hätte der Vertrauensbeweis nicht sein können: In einer Versammlung des CDU-Stadtverbandes Ende Oktober wählten die 55 anwesenden Parteimitglieder Kämmerer Dirk Breves einstimmig als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020. Der Petershäger Anzeiger hat mit dem frisch nominierten Kandidaten ein erstes Interview geführt.

Herr Breves, Sie wollen 2020 Bürgermeister der Stadt Petershagen werden. Was unterscheidet Sie von anderen Politikern?

Breves: (lacht) Zunächst einmal, dass ich kein Politiker bin. Ich bin Praktiker, der täglich ganz pragmatisch Entscheidungen treffen und für die Umsetzung sorgen muss.

Der Bürgermeister ist Vorsitzender von 32 Politikern  im Stadtrat. Wie würden Sie diese Funktion ausüben?

Breves: So, wie ich das als Kämmerer und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters auch bisher schon immer getan habe: überparteilich. Wichtig ist mir eine sachorientierte und wertschätzende Kommunikation – übrigens nicht nur im Rat. Was für unsere Stadt zählt, sind die besten Ideen, nicht von wem sie stammen.

Wir erleben derzeit immer mehr Politikverdrossenheit. Hätten Sie für die Stadt Petershagen Rezepte dagegen?

Breves: Als eine Ursache für Politikverdrossenheit wird häufig eine mangelnde Glaubwürdigkeit von Politikern und Parteien angeführt. Um glaubwürdig zu sein, muss man Zusammenhänge erklären und Entscheidungen transparent machen. Man muss vor allem aber auch zuhören, aktiv zuhören! Kurzum: „Reden ist Silber, Zuhören ist Gold“. Als Bürgermeister würde ich daher auch regelmäßige Bürgersprechstunden vor Ort anbieten, um für Fragen, Anregungen und Kritik zur Verfügung zu stehen.  Für uns alle gilt aber auch: Reden ist Silber, Mitmachen ist Gold! Wir können nicht nur meckern, wir müssen auch bereit sein, uns selbst für unser Gemeinwesen einzusetzen.  

Zur Stadt Petershagen gehören neben den beiden Zentralorten  weitere 27 Ortschaften. Was die öffentliche Infrastruktur betrifft, fühlt man sich dort manchmal vernächlässigt.

Breves: Wir müssen immer wieder die Balance finden zwischen attraktiven Zentralorten und lebens- und liebenswerten Dörfern. Die großen Investitionen werden auch zukünftig eher in den Zentralorten getätigt, denn dort sind die weiterführenden Schulen, die großen Sporthallen, die Musikschule, die Bücherei, das Jugendzentrum und auch der Einzelhandel. 
Aber Treffpunkte für Jung und Alt, verkehrssichere Straßen, bezahlbares Wohnen und schnellstmöglich auch eine ausreichende Breitbandversorgung gehören zur Grundausstattung eines jeden Dorfes. Aufgrund unseres großen Stadtgebietes brauchen wir hier und da weitere Infrastruktur wie Grundschulen, Kindergärten und Feuerwehrstandorte. Letztlich sind es aber die Menschen, die ihrer Ortschaft ein Gesicht verleihen. Erst das lebendige Vereinsleben und das vielfältige ehrenamtliche Engagement schaffen Identität. Und das klappt in den kleinen Ortschaften bisweilen sogar besser als in den Zentralorten.

Was verbinden Sie persönlich mit der Weser?

Breves: Wenn wir aus dem Urlaub zurückkommen, dann stellt sich bei mir spätestens beim Blick auf die Weser das Gefühl des Nachhausekommens ein. Die Weser ist ein wunderschöner Naturraum für Mensch und Tier. Ich freue mich, dass wir im kommenden Jahr einen „Tag der Weser“ begehen wollen, auch um Brücken zwischen dem Naturschutz und den Menschen zu bauen. In meiner Jugend habe ich die Weser oft noch als Trennlinie empfunden, ob beim Fußball oder bei Zeltfesten. Für die heutige Jugend ist das glücklicherweise kein Thema mehr. Insofern freut es mich, dass mit der Handballspielgemeinschaft des TuS Lahde/Quetzen und des SC Petershagen ein beispielgebender Brückenschlag gelungen ist. Getreu meinem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“, darf es gerne so weitergehen. Warum zum Beispiel nicht auch ein gemeinsamer Gewerbeverein für die beiden Zentralorte Petershagen und Lahde?

Text und Foto: Dietmar Meier