Die Rotarier Hans-Ulrich Mehlmann (l.) und Robert Falch bei der „4L“-Übergabe in Eldagsen. Foto: privat

Rotary hilft auch in Petershagen

Petershagen (hg). Schon seit längerem stehen Rotary und Petershagen in Verbindung — nicht nur durch die Tatsache, dass Hans-Ulrich Mehlmann aus Heisterholz, im rotarischen Jahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 Präsident des RC Minden-Porta Westfalica war, sondern auch durch mehrere lokal durchführte Projekte.
Nachdem die Rotarier der Stadt Petershagen bereits 2015 im Rahmen der Flüchtlingskrise einen VW Bus als Sozialmobil gestiftet und dem Gymnasium Petershagen für ein Sozialprojekt 3.000 Euro zur Verfügung gestellt hatten, darf sich seit Anfang des Jahres Petershagen über einen Fitnessparcours an der Büschingschen Windmühle erfreuen.

Doch wofür steht Rotary überhaupt?

Der erste Rotary Club wurde bereits im Jahr 1905 in den USA gegründet, Mitglieder können sowohl Männer als auch Frauen sein. Heutzutage hat Rotary ein großes internationales Ansehen und ist in 166 verschiedenen Staaten vertreten.
Im Wesentlichen lautet Rotarys Grundsatz „serve above self“, was übersetzt mit einem selbstlosen Handeln gleichzusetzen ist. Das bedeutet im weitesten Sinne das Leisten ehrenamtlicher Arbeit, das Organisieren von Projekten und das Generieren von Spenden. Auch bei Naturkatastrophen und in Notlagen wie zum Beispiel bei der Flutopferhilfe im Ahrtal, hinsichtlich des Einsatzes für Frieden oder der generellen Notwendigkeit humanitärer Dienste, leistet Rotary engagiert Hilfe.
Mittlerweile weist Rotary weltweit ungefähr 46.000 verschiedene Clubs auf, bestehend aus insgesamt circa 1,4 Millionen Mitgliedern. Allein in Deutschland sind über eintausend Rotary Clubs aktiv, darunter der heimische RC Minden-Porta Westfalica.
Der Name „Rotary“ selbst trägt eine bedeutende Herkunftsgeschichte mit sich. Rotary (engl.) bedeutet im Deutschen „rotierend/ drehend“ und genau dieses Motiv ist auch in der Clubstruktur wiederzufinden. Vorerst bezog sich dieses Motiv auf den ursprünglich stetig wechselnden Treffpunkt der Mitglieder, doch mittlerweile ist das rotierende Motiv in dem jährlichen Wechsel der Ämter innerhalb des Clubs wieder zuerkennen.
Der Eintritt in einen Rotary Club folgt ebenfalls einem systematischen Prinzip. Nachdem ein Mitglied intern eine Neuaufnahme empfiehlt, wird gemeinsam über den Beitritt entschieden. Nur durch eine darauffolgende Einladung durch ein schon bestehendes Mitglied kann der Beitritt dann erfolgen.
„Dieses Prinzip dient insbesondere dazu, die Mitgliederstruktur, hinsichtlich der Berufsvielfalt der Mitglieder konstant zu halten und dadurch ein großes soziales Netzwerk zu erschaffen“, erklärt Hans-Ulrich Mehlmann. „Die sich daraus ergebene Diversität charakterisiert Rotary.“
Das weitaus größte internationale Ziel der Rotarier ist die Befreiung der Welt von einer akuten Polio-Viren-Bedrohung. Dieses Projekt ist unter dem Namen „End Polio Now“ bekannt und erfolgt in Zusammenarbeit unter anderem mit der WHO und UNICEF. Durch dieses Projekt konnte die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Polio-Virus stark minimiert werden, so dass nur noch die Bevölkerung zweier Länder akut von Polio-Viren bedroht sind.
Neben den internationalen Projekten liegen Rotary aber auch regionale Projekte am Herzen.
Ausgehend von den veröffentlichten, zum Teil katastrophalen, Ergebnissen einer PISA-Studie zu den Leseleistungen von Grundschülern, wurde zum Beispiel im Jahr 2004 das rotarische Projekt „4L“ ins Leben gerufen. Der Name „4L“ steht hierbei für „Lesen Lernen – Leben Lernen“ und beschreibt die Entwicklung eines Lektüre-Klassensatzes, welcher Schülerinnen und Schülern in der Grundschulzeit ein gestärktes Lese-Sinn-Verständnis ermöglichen soll.
Eines solchen Lektüre-Klassensatzes wurde kürzlich den Grundschulen Kutenhausen, Eldagsen und auch der Grundschule Lahde, kostenlos durch den RC Minden-Porta Westfalica zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, ein gesteigertes Lese-Interesse zu wecken.

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