Verena Schmidt (zweite Vorsitzende) am Spinnrad und Vorsitzende der Webstube Gisela Limbach am Webstuhl. Foto: Simone Kaatze

Spinnen, Weben und Kultur – 40 Jahre Ilser Webstube

Ilse (sk). In diesem Jahr kann die Webgemeinschaft Ilse e.V. bereits auf vier Jahrzehnte des Bestehens der Webstube zurückblicken. 1982 fanden sich 17 Ilser Frauen und Männer zusammen, um alte Webstühle und Spinnräder, die bis dahin in Scheunen und Dachböden verstaubten, wieder in Gebrauch zu nehmen und die alten Handwerke Spinnen und Weben neu zu beleben. Angefangen mit sechs Webstühlen im ungenutzten Wohnzimmer der Großeltern von Familie Nahrwold, fanden nach dem Ausbau des leerstehenden Stalls 1993 13 Webstühle und drei Spinnräder auf insgesamt 150 Quadratmetern aufgeteilt auf zwei Etagen ihren Platz in der Ilser Webstube. 2018 folgte die Anschaffung von weiteren Spinnrädern und anderem Inventar mit Hilfe einer Bundesförderung, um neue Besuchergruppen anzusprechen, eine Spinngruppe zu gründen sowie neben Web- auch Spinnkurse anbieten zu können. Und so entwickelt sich die Webstube ständig weiter, aber die Vereinsmitglieder sind sich sicher: „Eins ist geblieben: Weben und Spinnen bringt Jung und Alt zusammen. Gemeinsam produktiv und kreativ zu sein, schafft Gemeinschaft.“ Trotz ihrer 40 Jahre ist die Ilser Webstube ein Ort voller Lebendigkeit, ein Museum zum Mitmachen und Anfassen, ein Ort voller Kreativität und faszinierenden Möglichkeiten mit den Händen kunstvolle Produkte zu schaffen.
Anlässlich dieses besonderen Jubiläums lädt die Webgemeinschaft Ilse am 3. und 4. September jeweils von 12 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. An beiden Tagen soll ihre kreative Handwerkskunst einer breiten Öffentlichkeit gezeigt und erfahrbar gemacht werden, dabei ist es ihnen wichtig nicht nur die handwerklichen sondern auch die künstlerischen Aspekte des Spinnens und Webens zu präsentieren. Am Samstag sind zusätzlich auch alle Spinnerinnen und Spinner aus der Region eingeladen, mit ihrem Spinnrad in die Webstube zu kommen, um sich bei einem „Spinn-Treffen“ auszutauschen. An beiden Veranstaltungstagen surren die Spinnräder und klappern die Webstühle. Die Besucher können entdecken wie an einem Spinnrad aus einer Faser ein Faden entsteht, sich die Arbeitsabläufe am Webstuhl zeigen lassen und bestaunen wie Schuss um Schuss das Gewebe entsteht. Außerdem besteht die Möglichkeit sich selbst am Spinnen und Weben zu versuchen. Auf die kleinen Gäste warten verschiedene Mitmach-Aktionen wie filzen, Stoffdruck, eine Fragen-Ralley und natürlich können auch sie das Spinnen und Weben ausprobieren. Eine Dia-Show erzählt die Geschichte der Webstube anhand von alten und neuen Fotos. Im Zelt auf dem Hof der Familie Nahrwold wird für das leibliche Wohl mit Bratwurst, Pommes, Kuchen sowie Kaltgetränken und Kaffee gesorgt.

Anzeige