Foto: Krischi Meier

Standort Friedewalde – Holle Niemann-Ahnefeld von der Landgärtnerei Niemann

Nachdem in unserer Portrait-Serie bislang Personen interviewt wurden, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen, setzen wir diese Serie ab jetzt in etwas veränderter Form fort. In den kommenden Monaten blicken wir in verschiedene Unternehmen in unserem Verteilgebiet. Unser erste Interviewpartnerin ist Holle Niemann-Ahnefeld aus der Landgärtnerei Niemann in Friedewalde.

Stellen Sie sich bitte kurz vor.

Mein Name ist Holle Niemann-Ahnefeld und ich führe mit meiner Schwester Anne Niemann die Landgärtnerei Niemann in Friedewalde. Ich bin Gärtnerin und Kauffrau, verheiratet und Mutter von drei Töchtern.

Was leistet der Betrieb?

Unser Großvater gründete die Gärtnerei Niemann Ende der 1960er Jahre. Unser Vater spezialisierte sich auf Gemüsejungpflanzen, auf die wir bis heute spezialisiert sind. Wir verkaufen alles, was man früher unter dem Begriff „Küchenstück“ verstand und noch vieles mehr auf ungefähr vier Hektar Fläche. Dazu zählen neben den Gemüsejungpflanzen wie Salate, Kohl, Erdbeeren auch Stauden, Beetpflanzen, Schnittblumen und Deko sowie auch Marmeladen und Eingelegtes. 2018 riefen wir unsere eigene Marke „Veggie Sisters“ ins Leben, die für Regionalität und Frische steht. Diese Eigenschaften sind für unsere Kundschaft besonders wichtig. Für die Veggie Sisters haben wir eine eigene Webseite eingerichtet (www.veggie-sisters.de). Hier findet sich das passende Gemüse für jedermann, egal ob Hobby-Gärtner, Fitness-Liebhaber oder Gemüse-Verweigerer. 

Der Verkauf konzentriert sich mittlerweile auf ganz Deutschland und einige europäische Nachbarländer. Zu unserer Kundschaft zählen Private wie Firmen, zum Beispiel Baumärkte und der Lebensmitteleinzelhandel. Für diesen Bereich ist meine Schwester Anne Niemann zuständig.

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Wie sieht ein Arbeitsalltag für Sie aus?

Das ist von der Saison abhängig. Im Frühjahr wird gesät, im Sommer geht es an das Ernten. Im Herbst und Winter bereiten wir uns auf den nächsten Frühling vor. Momentan haben wir viel zu tun. Der Mai ist der der „Gärtner-Monat“. Im Winter wird es dann etwas entspannter. 

Warum ist dies die richtige Arbeit für Sie?

Der Beruf wurde meiner Schwester und mir quasi in die Wiege gelegt. Schon in unserer Kindheit haben wir bei unserem Großvater und Vater mitgeholfen. Es macht Spaß selbstständig zu sein. Natürlich hat man viel Verantwortung. Es gibt so viele persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und man hat viele Freiheiten.

Wer arbeitet in Ihrer Gärtnerei?

Unser Team besteht aus 4 Floristen im Laden und 10 Mitarbeitern in der Gärtnerei. Zudem ist bei uns möglich, Saisonarbeit zu leisten. Das sind interessante Minijobs beispielsweise für Studierende. Voraussetzung ist die Bereitschaft mit anzupacken. Generell kann man sagen, dass unser Beruf wieder mehr in den Trend kommt. „Grüne Berufe“ sind heutzutage durch die Klimadebatte gefragter denn je.

Wie bewerten Sie Petershagen als Wirtschaftsstandort für Ihr Unternehmen?

Unsere Gärtnerei befindet sich im westlichen Zipfel von Petershagen. Somit haben wir eher den Bezug nach Minden und Hille. Nichtsdestotrotz kommen natürlich auch viele Kunden aus den Dörfern Petershagens zu uns, wobei die allermeisten Besucher aus dem Raum Minden stammen. Generell ist unser Unternehmen gut gelegen. Wir sind sehr zufrieden. Natürlich würde man in der Innenstadt von mehr Laufkundschaft profitieren. Aber hier kommen die Kunden zentral zu uns, was schön ist. Außerdem ist es viel praktischer, wenn man die Anbaufläche direkt nebenan hat. Wir befinden uns nahe der L770, was von Vorteil für unsere Besucher aus Petershagen und Lavelsloh ist. 

Haben Sie eine Lieblingspflanze?

Definitiv. Das Hornveilchen und das Stiefmütterchen sind meine Lieblingsblumen. Beide sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch sehr dankbar und halten sich lange. Bei den Gemüsepflanzen würde ich sie „San Marzano“-Tomate als meine Favoritin zählen. Sie gehört zu den Fleischtomaten.

Foto: Dietmar Meier