Donnerstag, 13. Juni 2024

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Standort Petershagen – Simone Klusmeyer

Seit 2007 ist Simone Klusmeyer Kopf des Handwerksbetriebs mit angeschlossenem Malerfachgeschäft in Petershagen.

Foto: Krischi Meier

Petershagen (kri). Seit 2007 ist Simone Klusmeyer Kopf des Handwerksbetriebs mit angeschlossenem Malerfachgeschäft in Petershagen. Als Frau einen traditionell handwerklichen Betrieb zu leiten, ist für Sie keine Schwierigkeit. Ende letzten Jahres stand sie zusammen mit einer Auszubildenden bei einem Gleichstellungsprojekt des Kreises Minden-Lübbecke vor der Kamera, um für geschlechtsuntypische Berufe zu werben.

War es für Sie schon während der Schulzeit klar, dass Sie den Familienbetrieb weiterführen möchten?
Nein, dass war es nicht. Ich habe mich nach der Schule entschieden, eine Ausbildung als Malerin außerhalb des Betriebs zu absolvieren. Anschließend habe ich als Malergesellin in München und in der Schweiz gearbeitet, Erfahrungen als Fachberaterin im Malergroßhandel gesammelt und mich zur Malermeisterin, Betriebswirtin des Handwerks und Raumdesignerin weitergebildet. Gerade die Arbeit in München hat mir sehr gut gefallen.
Meine Eltern haben mir angeboten, den Betrieb, den mein Opa 1949 in Buchholz gegründet hatte, mit 25 Jahren zu übernehmen und selbstständig in der dritten Generation zu leiten. Und genau dafür habe ich mich entschieden.
Bis heute ist die ganze Familie mit dabei. Wir sind im Betrieb generell ein großes Team, es gibt keine Hierarchien — aber einer muss einfach den Überblick über insgesamt 18 Mitarbeiter behalten.

Warum haben Sie Ihre Ausbildung bewusst nicht im eigenen Betrieb absolviert?
Ich wollte gerne andere Betriebe mit anderen Arbeitsweisen kennenlernen. Das hat mir für die Übernahme des Betriebes von meinen Eltern sehr geholfen, da ich neue Ideen mitgebracht habe. Und genau diese sind wichtig, da sich auch ein traditionelles Handwerk immer weiter entwickelt.
Entscheidend für die gelungene Übernahme war aus meiner Sicht auch, dass die Mitarbeiter mich ab dem ersten Tag als Malermeisterin und Betriebswirtin kennen gelernt haben und nicht als Azubine. Die Unterstützung spüre ich noch heute. Generell hat man als Frau keine Nachteile im Handwerk, auch wenn man sich anfangs einmal mehr beweisen muss.

Wie groß ist die Konkurenz der Baumärkte und der Onlinehandel für ein Malerfachgeschäft?
Die ist nicht besonders groß. Zwar können Tapeten und Farben auch online bestellt werden, aber die meisten Kundinnen und Kunden möchten sich umfangreich beraten lassen und vor allem Tapeten auch zuvor anschauen. Der große Vorteil eines Fachgeschäftes ist die Ausstellung, in der zahlreiche Tapeten, Bodenbeläge, Farben und vieles mehr angeschaut werden können. So können die Kunden auswählen, wie das Eigenheim gestaltet werden soll und unser Handwerksteam kümmert sich um den Rest.
Wie haben Sie die letzten drei Jahre im Handwerk erlebt?
Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie war bei uns im Laden der Bär los. Viele haben in dieser Zeit ihr Eigenheim modernisiert. Unser Vorteil im Handwerk war, dass wir ohne Kundenkontakt arbeiten konnten und auch während der Kontaktbeschränkungen nicht eingeschrängt waren. Ich habe auch das Gefühl, dass viele jetzt etwas bewusster leben und mehr Wert auf ein schönes zu Hause legen.

Welche Trends haben sich in den letzten Jahren etabliert?
Früher wurden häufig Raufasertapeten und Teppichboden verlegt. Festen Teppichboden nimmt heute so gut wie niemand mehr, viel mehr spielen moderne Bodenbeläge wie Design-Beläge und Laminat eine große Rolle. Auch die Wände sind farbenfroher geworden oder werden mit Beton- und Mamortechnik verziert.
Auch in diesem Bereich hat die Digitalisierung einen großen Schritt gemacht. So gibt es eine App für Raumplanung, mit der sich Kundinnen und Kunden ihre eigene Wohnung mit neuen Bodenbelägen und Wand-Designen auf dem Handy anschauen können. Dieser realistische Eindruck ist eine super Entscheidungshilfe.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Als Ausgleich bin ich in der Leichtathletik sportlich aktiv und engagiere mich als Trainerin für 5- bis 8-Jährige im TuS Lahde/Quetzen. Wenn ich selber sportlich aktiv bin, bekomme ich manchmal die besten Idee für anstehende Projekte.

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