Tongrube Heisterholz – Von der Rohstoffgewinnung zum Naturparadies

Der Luftbild aus dem Jahr 1975 zeigt das Gelände der späteren Tongrube vor Beginn der Abgrabungsarbeiten. Die blauen Linien markieren die Lage der heutigen Teiche. Luftbild: © Kreis Minden-Lübbecke, Kataster- und Vermessungsamt, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0

Heisterholz. Die Rohstoffgewinnung für die Dachziegelproduktion hat in Heisterholz eine lange Geschichte. Schon 1873 wurde am Standort die Schütte AG gegründet und lange Zeit von der Familie Heuer/Ernst Rauch geführt. Als es in den 1980er Jahren darum ging, die Rohstoffgewinnung im Waldgebiet westlich der B61 fortzusetzen, um das Werk und die damit verbundenen Arbeitsplätze in der Stadt Petershagen zu sichern, gab es erhebliche Proteste.

Heute hat sich das Bild völlig verändert: Das Gelände der ehemaligen Tongrube hat sich mittlerweile zu einem wunderbaren Beispiel einer renaturierten Abgrabung entwickelt und ist nicht zuletzt aufgrund seiner vielfältigen Struktur inzwischen Teil des amtlich ausgewiesenen Naturschutzgebietes „Kohbrink“.

Verladung der letzten Tonstein-Ladungen aus der Grube zum Transport in das nahegelegene Dachziegelwerk im Jahr 2003.

Als die abbaubaren Tonstein-Vorkommen auf der östlichen Seite der B61 weitgehend erschöpft waren, stellte die damalige Tonindustrie Ernst Rauch KG 1982 den Antrag, den Abbau westlich der B61 fortzusetzen. Nach langem Tauziehen erteilte die Bezirksregierung Detmold 1984 die Genehmigung dazu, buchstäblich kurz vor Toreschluss, da mangels verfügbarer Rohstoffe bereits eine Werksschließung drohte. Vorausgegangen war zuletzt noch eine Anhörung des Petitionsausschusses des Landtags, in der Antragsteller und Gegner schließlich zu einer Einigung mit verschiedenen Auflagen kamen.

Aufgrund eines Großbrandes im Werk, der die Produktion für einige Monate lahmlegte, verzögerte sich der Beginn der Abgrabungsarbeiten bis ins Frühjahr 1985. Die Rohstoffgewinnung in der Grube endete im Jahr 2003. Schon im gleichen Jahr erfolgte die Ausweisung als Naturschutzgebiet (NSG) gemeinsam mit den benachbarten NSGs „Heisterholz” und „Nordholz”. Aufgrund des hochliegenden Grundwasserspiegels füllten sich die tieferen Abschnitte der Grube wie geplant mit Wasser und sorgten damit für ein neues, belebendes Landschaftselement im Heisterholzer Wald.

 

Text: Dietmar Meier, Fotos: Dietmar Meier (2), Helmut Klaas (3)