Mittwoch, 21. Februar 2024

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Umgestaltung der Ösper in Maaslingen

Ein rund zwei Kilometer langer Abschnitt der Ösper in Maaslingen wird in Kürze gemäß der Europäische Wasserrahmenrichtlinie renaturiert.

Foto: Krischi Meier

Maaslingen (kri). Ein rund zwei Kilometer langer Abschnitt der Ösper in Maaslingen wird in Kürze gemäß der Europäische Wasserrahmenrichtlinie renaturiert. Aktuell verläuft die Ösper ziemlich gerade und bietet nur wenig Lebensraum (Foto). Rund dreieinhalb Jahre voller Baugrund- und Bodenuntersuchungen, Geländevermessung, Kartierungen, Recherchen, Vorentwürfe, Gespräche mit Flächeneigentümern, Flächenerwerb und Flächentausch sind bereits vergangen. „Nun soll es aber bald losgehen. Wir wollen im August anfangen, wenn alle Genehmigungen und Fördermittel vorliegen. Die Bauzeit wird etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen“, erklärt Joachim Weike vom Wasserverband Weserniederung bei einer Informationsveranstaltung für Anwohner und Interessierte Mitte Januar.
Angrenzend auf diesem Teilstück an die Ösper sind Grün- und Ackerland, sodass eine Renaturierung des sandgeprägten Tieflandbachs, wie die Ösper als Fließgewässetyp klassifiziert wird, gut möglich ist. Durch die Bauarbeiten wird der Flusslauf um rund 350 Meter verlängert, wie Marco Pfeil WLV, Dipl.-Bauingenieur des beauftragten Unternehmens Wasser und Boden GmbH, erklärt. Die geplanten Baukosten belaufen sich auf rund 670.000 Euro. Rund 26.600 Kubikmeter Erde werden in diesem Rahmen bewegt, ein Großteil davon wird abgefahren. Die Sedimente, die im Zuge der Umgestaltung des Öspertales abgefahren werden sollen, — vorwiegend Sand und Kies — hat übrigens ursprünglich die Weser dort abgelagert. Das ist allerdings schon mehr als 200.000 Jahre her, als die Weser noch nördlich der Porta Westfalica in zwei Strängen nach Westen abbog und in den Rhein mündete. Ziel ist es, eine bessere Gewässerstruktur zu erhalten, die unter anderem über Sekundärauen (Ausuferungen) verfügt. Es wird Kies für Laichplätze und Totholz eingebracht und vorhandene Rückstaubereiche aufgelöst. „Wir geben den Rohbau vor und die Natur macht den Innenausbau“, erklärt Weike. „Fünf Meter Pufferstreifen sind zu den anliegenden Flächen geplant, sodass die Ösper auch mal eine Kurve mehr machen kann, ohne dass wir sofort eingreifen müssen.“

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