Luftbild: Krischi Meier

Uniper und Stadt Petershagen loten gemeinsam das Potential des Kraftwerksstandorts in Lahde aus

Lahde (pa). Block 4 des Kraftwerks Heyden erhielt den Zuschlag in der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur zur Stilllegung von Steinkohlekraftwerken. Der Block wird seit Anfang des Jahres als Reservekraftwerk eingesetzt und ist damit bis auf weiteres wichtig für die Systemstabilität. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist ab Oktober 2022 die Umrüstung des Kraftwerks zu einem rotierenden Phasenschieber vorgesehen, so dass damit Blindleistung zur Stabilisierung des deutschen Übertragungsnetzes bereitgestellt wird. Dafür ist in Zukunft an diesem Standort keine Kohlefeuerung mehr notwendig. Uniper hat die kommerzielle Stromerzeugung im Kraftwerk Heyden schon Ende 2020 beendet.

Seitdem die Umrüstung des Kraftwerksblocks bekannt wurde, sind Uniper und die Stadt Petershagen in einem engen Austausch darüber, wie der ca. 63 ha große Standort künftig weiter genutzt werden kann. Mit seinem Gleisanschluss, dem eigenen Hafen, der Lage an der B482 und seinen Freiflächen bietet der Standort ein vielfältiges Potential, das Uniper für künftige nachhaltige Projekte nutzen möchte. Hierzu wurden bereits erste Ideen auch von interessierten Investoren diskutiert, die über eine Nutzung als reiner Kraftwerksstandort hinaus gehen. Der aktuelle Bebauungsplan erlaubt derzeit jedoch nur die eingeschränkte Nutzung dieses Industriegebiets ausschließlich für Kraftwerksanlagen. Um Projekte für die spätere Weiternutzung des Standorts umsetzen zu können, muss der Bebauungsplan im Rahmen eines Planverfahrens angepasst werden.

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Um dies vorzubereiten, wurde die Arcadis Germany GmbH beauftragt, eine Studie zu erstellen, die das Entwicklungspotential des Industriegebiets für eine Anschlussnutzung untersuchen soll. In einem ersten Schritt analysiert Arcadis den Standort und das Marktumfeld und schaut sich dabei ergebnisoffen verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten und Branchen an. Beispielsweise werden die planungsrechtlichen Möglichkeiten bewertet und Interviews mit regionalen Vertretern wie der IHK, Verbänden und dem Kreis geführt. Im zweiten Schritt werden auf Grundlage dieser Erkenntnisse „Visionen“ für den Standort erarbeitet.

Diese Ergebnisse sollen im Anschluss der Politik, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Verbänden und Trägern öffentlicher Belange der Stadt Petershagen und Umgebung präsentiert und mit ihnen in einem konstruktiven Dialog erörtert werden. Die Neuausrichtung soll nicht nur Uniper, sondern auch der Region einen Mehrwert bieten. Gemeinsam die Energiewende mitgestalten – und neue Potentiale mit Blick auf Wertschöpfung und Beschäftigung schaffen – das ist unser Anspruch. Das abschließende Ergebnis wird dann final in die Anpassung des Bebauungsplans einfließen.