Sonntag, 26. Mai 2024

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Versorgungssituation mit Arzneimitteln im kommenden Winter

Anlässlich des immer noch präsenten Themas haben wir bei örtlichen Apothekern zu diesem Thema nachgefragt.
Foto: jozsitoeroe/stock.adobe.com

Petershagen (sk). Bereits im letzten Winter stellte der Arzneimittelmangel Apotheker und Ärzte vor große Herausforderungen, wenn es um die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit bestimmten Medikamenten ging. Die Präsenz in den Medien sowie die Diskussionen in der Politik um dieses Thema waren enorm und halten auch immer noch an, obwohl im Juni extra das „Engpass-Gesetz“ verabschiedet wurde, um die Versorgungssituation im kommenden Winter zu verbessern. Anlässlich des immer noch präsenten Themas haben wir bei örtlichen Apothekern nach ihrer aktuellen Einschätzung bei der Versorgung mit Arzneimitteln nachgefragt. Dr. Christian Diestelhorst, Inhaber der Rats-Apotheke Petershagen, sieht die Versorgungssituation von Medikamenten weiterhin kritisch: „Das im Juni verabschiedete ,Engpass-Gesetz‘ hat bisher kaum Wirkung gezeigt. Aktuell zählt die vom ,Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)‘ geführte Liste nicht-verfügbarer Arzneimittel weiterhin mehr als 500 Artikel. Die ohnehin schon angespannte Situation wird sich daher meiner Ansicht im kommenden Winter nicht verbessern. Dies betrifft insbesondere Kinder-Arzneimittel.“  Christoph Stackmann, Inhaber der Lahder Apotheken, schätzt die Situation im kommenden Winter zumindest bei Medikamenten für Kinder etwas entspannter ein als im letzten: „Im Vergleich zum vorangegangenen Winter sehe ich die Versorgungssituation für Kinder entspannter, da sich die Lieferfähigkeit der Industrie bei Fiebersäften verbessert hat. Für Erwachsene sehe ich allerdings keine Änderung, da einige Medikamente nicht lieferbar sind und auch nicht ohne Weiteres ersetzt werden können zum Beispiel durch wirkstoffgleiche oder wirkstoffähnliche Präparate.“ Beide Apotheker raten den Patientinnen und Patienten auf jeden Fall Ruhe zu bewahren, da durch eine intensive Kommunikation zwischen Apotheke und der verschreibenden Arztpraxis in vielen Fällen nach Alternativen gesucht werden kann, was insbesondere bei einer akuten Behandlung mit einem Antibiotikum von besonderer Bedeutung ist. Von Hamsterkäufen dagegen ist dringend abzuraten, da sich dadurch die Knappheit wieder verstärken kann, wenn sich jeder bei einer Engpass-Meldung mit dem entsprechenden Medikament eindecken würden. „Für Patientinnen und Patienten, die dauerhaft auf Medikamente angewiesen sind, empfiehlt es sich regelmäßig den Bestand zu kontrollieren und frühzeitig, wenn noch einige Tabletten vorhanden sind, Nachschub zu bestellen“, fügt Dr. Christian Diestelhorst als Empfehlung hinzu. „Der letzte Winter war herausfordernd, was sicherlich auch mit an der Konfrontation mit einer ganz neuen Situation lag. Aber auch hier haben wir — auch dank der damals gelockerten gesetzlichen Regelungen — meistens eine Lösung gefunden,“ blickt Christoph Stackmann auf die Situation bei den Engpässen von Medikamentenlieferungen im letzten Winter zurück. Dr. Christian Diestelhorst bleibt beim Rückblick auf diese Zeit kritisch: „Im letzten Winter waren es insbesondere Fiebersäfte sowie Antibiotika für Kinder, die oftmals knapp waren. In diesem Jahr wird die Situation nicht viel anders sein. Einen Einfluss hat jedoch auch, wie schwer die Infektionswellen mit Erkältung, Grippe, RSV und Corona im kommenden Winter sein werden. Insbesondere zum Ende des Winters – im Februar und März – muss sich der Körper vermehrt mit Viren auseinandersetzen.“ Der Arzneimittelmangel wird so erst mal weiterhin ein großes Thema bleiben, aber durch intensive Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Arztpraxen können oftmals Lösungen für die Patientinnen und Patienten gefunden werden.

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