Samstag, 22. Juni 2024

Anzeige

Wandel an der Weser – Stadt Petershagen produziert Buch zum 50-jährigen Jubiläum

Anlässlich des Jubiläums hat die Stadt Petershagen das Buch „Wandel an der Weser“ produziert, das seit Ende November erhältlich ist.
Zum Programm des Festaktes gehörten auch Interviews mit Gesprächspartnern aus Politik und Verwaltung Fotos: Krischi Meier

Petershagen (kri). „Mit Reformen ist es wie mit dem Zahnarztbesuch: Manchem bereiten sie Schmerzen und doch sind sie immer wieder erforderlich. Das gilt ganz sicher auch für die am 1. Januar 1973 mit dem sogenannten Bielefeld-Gesetz in Kraft getretene Gebietsreform, die eine Neugliederung der kommunalen Landschaft vorsah“, fasste Bürgermeister Dirk Breves die Entwicklung bei der Feierstunde zum 50-jährigen Jubiläum der Stadt Petershagen etwas humorvoll zusammen. Bis dahin selbstständige Gemeinden wurden 1973 zu deutlich größeren Städten und Verwaltungsbezirken zusammengelegt. Aus den Altkreisen Minden und Lübbecke wurde der Kreis Minden-Lübbecke, aus den Ämtern Petershagen und Windheim zu Lahde die Stadt Petershagen mit ihren 29 Ortschaften. Anlässlich des Jubiläums hat die Stadt Petershagen das Buch „Wandel an der Weser“ produziert, das seit Ende November erhältlich ist. Darin werden Alltag und Leben der Menschen in der Zeit vor und nach der Gebietsreform des Jahres 1973 in den Blick genommen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den gesellschaftlichen Veränderungen, die das Petershäger Land in der Nachkriegszeit geprägt haben. Historiker Sebastian Schröder hat die Redaktion des Buches mit kräftiger Unterstützung durch die Ortsheimatpfleger geleitet. Das Konzept beschreibt der Historiker so: „Es wird erläutert, welche Aufgaben die zuvor bestehenden Gemeinden besaßen. Dabei zeigen sich teils erstaunliche Gegensätze gegenüber heutigen Verhältnissen. Auch die gesellschaftlichen Veränderungen bleiben nicht unerwähnt. Etwa geht es um die sich wandelnde Fest- und Jugendkultur oder das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder. Lebensstile und Mentalitäten veränderten sich. Der Fernseher brachte bewegte Bilder in die Wohnzimmer, das gesellige Zusammensein änderte sich dadurch. Engagement, Ehrenamt und Kultur spielen natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle – hier sind beispielsweise die nach 1973 ins Leben gerufenen Kulturgemeinschaften oder die Vereine zu nennen. Sie stifteten Gemeinschaft und Identität. In Gewerbe, Handwerk und Landwirtschaft führte der Wandel gleichfalls zu nicht zu unterschätzenden Umgestaltungen. Ferner wurde die Landschaft umgeformt. Natur- und Umweltschutz erhielten erst allmählich einen höheren Stellenwert. Das lässt sich beispielsweise daran ermessen, wie die Menschen seinerzeit versuchten, die wachsenden Müllberge zu bändigen – der allgemeine wirtschaftliche Wohlstand hatte nämlich zu mehr Konsum und somit auch zu mehr Müll geführt.“ Dass es in den vergangenen 50 Jahren viele Veränderungen gab, betonte auch Bürgermeister Dirk Breves in seiner Rede und blickte voraus: „Das wird auch so weiter gehen und es wird nicht immer einfach sein. Nur gemeinsam können wir unsere Stadt weiter voran bringen und lebenswert erhalten.“

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren