„Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ – Rund 50 Gäste beim Vortrag des Petershäger Mediziners Andreas Korte

Lahde. „Wenn er nicht tot ist, dann meldet er sich schon.“ Prägnant auf den Punkt gebracht vermittelte Allgemeinmediziner Andreas Korte unter anderem in einer Vortragsveranstaltung im Rahmen der Herzwochen, wie wichtig es sein kann, Herzrhythmusstörungen zu erkennen und im Ernstfall einen externen Defibrillator anzuwenden.

Etwa 50 Gäste, darunter Patienten und Mediziner, begrüßten Andreas Korte schon im Eingangsbereich der Städtischen Sekundarschule mit freundlichen Worten, und er nahm sich Zeit für sie. Anschließend überreichte ihm die Stellvertretende Bürgermeisterin Helga Berg im Namen von Bürgermeister Dieter Blume (Schirmherr der Veranstaltung) ein Präsent als Dankeschön für den Vortrag.

Im Rahmen der Herzwochen 2019 der Deutschen Herzstiftung lud der 51-jährige Facharzt zu seinem Vortrag „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen – Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ ein und überzeugte mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. „Eisen im Spinat, Kaffee macht am Blutdruck nichts … alles Legenden, die sich lange halten. Und passend zu meinem Präsent: Rotwein macht abends gerne relevante Herzrhythmusstörungen“, warnte Korte.

Vom normalen Puls über das Stolperherz bis hin zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen stellte der Facharzt alle Funktionen des Herzens und dessen Probleme vor, die Menschen jeden Alters jederzeit treffen können. Die Ursache zu finden, sei jedoch teilweise schwierig, und eine Diagnose oft nur mit Langzeit-EKG (Elektrokardiogramm) zuverlässig. Ein implantierbarer Defibrillator könne Patienten helfen, bedrohliche Rhythmusstörungen zu erkennen, aufzuzeichnen und über ein Handy zu melden. Komme es hingegen zum unerwarteten plötzlichen Herztod, helfe nur noch: „112 anrufen und pumpen.“



  

Ausschließlich diese Reihenfolge – „erst die Feuerwehr unter 112 anrufen, dann mit der Herzdruckmassage beginnen“ – sollten Helfer verinnerlichen, wenn das Herz eines Menschen nicht mehr schlägt. Dann ist der Rettungsdienst bereits unterwegs, während man Wiederbelebungsmaßnahmen einleitet, erklärte Korte. Die Mund-zu-Mund-Beatmung sei dabei nicht so wichtig bei „dem bisschen Sauerstoff, was dabei reinkommt. Hauptsache pumpen“.

Hängt in der Nähe, zum Beispiel am Bahnhof, Flughafen oder im Einkaufszentrum, ein externer Defibrillator (AED), umso besser. Zu erkennen an dem grünen „Herz mit Blitz“-Schild können die neuesten Geräte über aufgeklebte Elektroden am Körper nicht nur Stromschläge abgeben, sondern mittels Sprachansagen auch genaue Anweisungen zur Bedienung geben. Ein wichtiges Instrument, das bei 65.000 bis 200.000 Fällen pro Jahr in Deutschland vor dem plötzlichen Herztod retten kann. „Und keine Angst, bei dem Gerät kann man nichts falsch machen“, betonte der Facharzt und scherzte: „Wenn der Patient nicht tot ist, dann meldet er sich schon.“

Zum Ende der Vortragsveranstaltung nahm das Publikum die Gelegenheit wahr, Fragen zu stellen. Beispielsweise habe ein Gast einmal in einer Fußgängerzone beobachten können, „dass einer besser als der andere helfen“ könne, es sei ein regelrechter Streit entbrannt. Korte antwortete: „Hier ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen.“ Davon abgesehen sollte der Helfer einfach weitermachen. „Der, der reanimiert, hat das Sagen in dem Moment.“ Im Gegensatz dazu sei Statistiken zufolge die Hemmschwelle, aktiv zu werden, deutlich geringer geworden.

Auf eine weitere Frage, wielange man denn pumpen solle, gab es für Korte nur eine Antwort: „Bis die Rettungskräfte eintreffen. Das Wiederbeleben kann anstrengend sein und lange dauern, aber Leben retten.“

„Natürlich sollte der oder die Betroffene im Anschluss weiter unter ärztlicher Beobachtung stehen“, merkte Korte abschließend an und verabschiedete sich von seinen Gästen.

Text und Foto: Namira McLeod