Ein Blick auf die Ausgaben März 1989, Mai 2017 und Mai 2022 zeigt die Veränderungen. Foto: Krischi Meier

WIP Medien seit 5 Jahren Herausgeber des Petershäger Anzeigers

Am 1. Juni ist es genau fünf Jahre her, dass Ursula Gieseking und Annette Niermann „ihr Baby“, den Petershäger Anzeiger, nach 27 Jahren Tätigkeit an Krischi Meier und Team abgegeben haben. Das kleine Jubiläum wollen wir einmal zum Anlass nehmen, auf einige unserer Erfahrungen in den vergangenen fünf Jahren zurückzublicken. 

Aller Anfang ist… auch reichlich Bürokratie

Auch wenn die beiden Gründerinnen so viele Informationen wie möglich weitergegeben hatten, waren die ersten Monate nach der Übernahme für das neue Team doch eine ziemliche Herausforderung. Bevor es an die inhaltliche Arbeit mit dem Petershäger Anzeiger gehen konnte, stand für Krischi, damals grade 23 Jahre alt, mit Gewerbeanmeldung, Unternehmensgründung, Berufsgenossenschaft und IHK zunächst erstmal einiges an Vorbereitung auf dem Programm. Danach zeigte sich schnell, dass es nur ein Teil der Aufgabe ist, den Anzeiger Monat für Monat mit redaktionellem Inhalt zu füllen. Ähnlichen Aufwand erfordert die Kommunikation mit den Kunden, die durch ihre Inserate die Herausgabe des Anzeigers erst ermöglichen. Und dazu gesellt sich auch noch ein ganzes Paket von Verwaltungsaufgaben, von der Verteilung der Hefte bis zu den Abrechnungen, um auch das Finanzamt zufrieden zu stellen. Und so hieß es für das neue Team in den ersten Monaten zunächst einmal, Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und die Arbeitsabläufe zu organisieren.

Einige Unterschiede zu den Vorgängerinnen gab es allerdings schon vom ersten Tag an. Waren zuvor alle digitalen Arbeiten für die Produktion des Petershäger Anzeigers – angefangen von der Gestaltung der Anzeigen bis hin zum Layout und dem Satz des Heftes – als externe Dienstleistung in der Druckerei erledigt worden, wurden diese nach der Übernahme vom ersten Tag an selbst durchgeführt, direkt als Chefsache – schließlich hat der doch Informatik studiert. Und ebenso konsequent wurde auch das Internet zur Veröffentlichung genutzt, durch die zusätzliche Herausgabe des Anzeigers als ePaper wie auch für die konsequente Veröffentlichung von Beiträgen auf der Internetseite des Anzeigers und in den sozialen Medien Facebook und Instagram.

Gestaltung und Layout sind elementarer Bestandteil der Arbeit. Foto: Krischi Meier

Eine Frage der Qualität

Auch für ein Magazin, das sich allein durch Anzeigen finanziert, hat die Qualität der redaktionellen Beiträge hohen Stellenwert. Klar, denn um so attraktiver die Inhalte, desto so größer das Interesse der Kunden, Anzeigen zu schalten. Beiträge über aktuelle Veranstaltungen und Ereignisse in den Ortschaften unseres Verteilungsgebietes haben im Petershäger Anzeiger schon immer breiten Raum eingenommen, was von uns auch nach der Übernahme in bewährter Weise fortgeführt wurde. Über das alltägliche Geschehen hinaus berichten wir dazu – manchmal auch mit dem Blick des Naturwissenschaftlers im Redaktionsteam – auch über Themen, die einiger Recherche bedürfen und damit über Inhalte üblicher Anzeigenblätter hinausgehen. Oder wir erläutern Abläufe und Zusammenhänge, mit denen wir täglich zu tun haben. 

Dabei setzen wir auch gern auf kompetente Unterstützung, wie bei unserer ersten Serie, mit der Metereologe Klaus-Peter Vogel nicht nur unseren Lesern, sondern auch der Redaktion einiges über das heimische Wettergeschehen vermittelt hat. Oder bei den Einblicken, die uns Hundetrainerin Julia Fuhrmann in Verhaltensweisen unserer bellenden Familienmitglieder geboten hat. Dass der Betrieb eines landwirtschaftlichen Betriebes heute ganz andere Anforderungen stellt als noch in den Jugendzeiten des Autors dieses Beitrages, hat uns Birte Teikemeier in ihrer Serie „Ein Jahr auf dem Bauernhof“ aus eigener praktischer Erfahrung deutlich vor Augen geführt. Daniel Grüning, Mitarbeiter der Biologischen Station, macht uns derzeit mit der Vogelwelt in unseren Gärten vertraut. Und dass man auch mit veganen Zutaten leckere Menüs zubereiten kann, davon hat uns Marleen Friedrichs überzeugt. Wenn Evelyn Hotze seit gut einem Jahr in ihrer Serie „Petershagen erleben“ praktische Tipps aus ihrer Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Tourismus vermittelt, dann gibt sie damit auch Einblicke in die Verwaltung, im O-Ton. Und wir freuen uns sehr, dass uns Pia Driftmann, Klimamanagerin des Kreises Minden-Lübbecke, in den kommenden Monaten aufzeigen wird, wo wir überall mit einfachen Mitteln klimafreundlich agieren können. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle schon einmal an alle Gastautoren, die sich mit viel Engagement eingebracht haben!

Anzeige

 

Anstöße 

Dass nach einem Bericht im Petershäger Anzeiger Dinge in Bewegung kommen, haben wir nicht nur einmal erlebt. Das schönste Beispiel bildete die Kontroverse um das „Weserschwimmen“ im Weserarm zwischen Petershagen und Windheim. 2017 hatten wir in einem Beitrag einen Mitarbeiter der Kreisverwaltung im Bild dokumentiert, der abseits des Weges zwischen Büschen stehend Kanuten und Schwimmer fotografierte, die zuvor an der alten Petershäger Fährstelle ins Wasser gegangen waren. Ob es der wenig schmeichelhafte Eindruck war, den der Mitarbeiter damit für die Verwaltung vermittelt hatte, oder der Text des Beitrages, jedenfalls kam danach Bewegung in die bis dahin festgefahrene Situation. Es folgte eine Gesprächsrunde im Kreishaus zwischen der Leitungsebene des Kreisumweltamtes und Vertretern der Weserschwimmer, an der auch die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Bianca Winkelmann, und der Autor dieses Beitrages teilnahmen. Der sachliche Dialog in dieser Runde öffnete die Türen für nicht immer einfache, aber konstruktive Gespräche mit weiteren Akteuren. Und das Ergebnis konnte sich danach wahrlich sehen lassen: der erste Petershäger Wesertag 2019, eine Veranstaltung, die 2017 sicher niemand auch nur ansatzweise für möglich gehalten hätte und bei dem auch Schwimmer in der Weser unterwegs waren — diesmal mit Genehmigung des Kreisumweltamtes.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Was für redaktionelle Texte gilt, gilt natürlich auch für das verwendete Bildmaterial. Dabei kam dem Anzeiger natürlich zugute, dass die Redaktion nach der Übernahme über zwei Fotografen mit vielfältigen Erfahrungen in fast allen fotografischen Bereichen – vom ausgefallenen Portrait bis zu Momentaufnahmen im Leistungssport – und über ein entsprechend hochwertiges Equipment verfügt, zu dem selbstverständlich auch eine Kameradrohne gehört. Zu den in der monatlichen Druckausgabe abgebildeten Fotos kommt eine weit größere Zahl von Bildern und Videos hinzu, die wir online, auf unserer Internetseite und auf unseren Seiten in den sozialen Medien präsentieren. Damit gewährleisten wir zum einen eine tagesaktuelle Berichterstattung über Ereignisse und Veranstaltungen zwischen dem Erscheinen der monatlichen Druckausgaben. Zum anderen können wir so auch attraktive Motive aus unserem Verteilungsgebiet präsentieren, manches Mal auch aus höherer Perspektive in Form von Luftaufnahmen. Dabei werden wir auch noch unterstützt von engagierten Fotografen in der Leserschaft, die uns immer wieder interessante Aufnahmen zur Verfügung stellen.

Luftbild vom Heu schwaden eines Uchter Landwirtes erreichte bei Facebook rund 660.000 Personen. Foto: ddm

Titelseiten

Dass das Titelblatt eines Printmagazins ein besonderes Aushängeschild darstellt, ist bekannt. Gegenüber der Gestaltung, die beim Anzeiger bis zur Übernahme üblich war, sahen wir durchaus Verbesserungspotenzial. Und so wurde die Titelseite Anfang 2018 auf ganzseitige Fotos umgestellt. In Verbindung damit wurde auch das Logo des Petershäger Anzeigers moderner gestaltet. Titelmotive sind seitdem Land und Leute in unserem Verteilungsgebiet (wozu gelegentlich auch vierbeinige Akteure gehören), ein wenig stimmungsvoller präsentiert als bei nüchternen Pressefotos üblich. Dabei versuchen wir, immer wieder für Abwechslung zu sorgen und damit auch zum Ausdruck zu bringen, wie vielfältig Petershagen, Uchte und Umgebung sind. Für die meisten Akteure, die wir dafür zum Fotoshooting gebeten haben, war es eine neue Erfahrung, auf der Titelseite von mittlerweile 18.000 Heften abgedruckt zu sein — was vor dem Fototermin meistens für ein wenig Aufregung und nach dem Erscheinen der Zeitung auch für Stolz gesorgt hat. 

Online-Reaktionen

In den Kommentarzeilen unserer Seiten in den sozialen Medien geht es vergleichsweise entspannt zu. Unsachliche Angriffe oder Beleidigungen, wie vielerorts auf Presseseiten zu finden, gehören beim Petershäger Anzeiger eher zur Ausnahme. Nichtsdestotrotz gibt es einige wenige Themen, die regelmäßig Kontroversen auslösen, weil dabei meist mehr Emotionen als Sachverstand zum Tragen kommen. Dazu gehört etwa das Thema Wölfe. Allein unter unserem Bericht über den ersten Wolf, der im Stadtgebiet überfahren worden war, verzeichnete unsere Facebook-Seite mehr als 700 Kommentare. Beim näheren Hinschauen stammte ein Großteil davon von Menschen, die offensichtlich weit entfernt vom Geschehen und vom Verteilungsgebiet des Petershäger Anzeigers zuhause sind. Auch Beiträge über das Kraftwerk Heyden lösen bei einigen Lesern scheinbar grundsätzlich „Bauchschmerzen“ aus. Der Redaktion wurde dabei manches Mal unterstellt, dass die Beiträge als Promotion für den Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken dienen sollen. Dabei wurde übersehen, dass das Unternehmen längst dabei ist, die Zukunft der Dekarbonisierung auch am Standort Lahde voran zu treiben – worüber wir ausführlich berichtet haben. Für die Redaktion hat das Kraftwerk aus anderer Sicht einen besonderen Stellenwert, gibt die Entwicklung vor unserer Haustür doch auch Einblicke in den Stand der Energiewende und hat damit auch eine bundespolitische Relevanz. Wann kann man sowas schon mal aus der Stadt Petershagen berichten?!

Dass die Reichweite von Beiträgen hochschnellt, wenn wir Störche im Bild haben, ist wenig verwunderlich. Schließlich sind die großen Vögel doch besondere Sympathieträger und Petershagen trägt schließlich nicht von ungefähr den Titel Storchenhauptstadt. Aber natürlich gibt es in der Redaktion strahlende Gesichter, wenn ein Video auf unserer Facebook-Seite, das einen Storch in Raderhorst beim Planschen zeigt, mehr als 17.000 mal angeklickt wird. Beachtliche Reichweiten erzielen auch stimmungsvolle Bilder und Videos unserer heimischen Landschaft, auch von den Dörfern selbst, wenn diese bei attraktiven Lichtverhältnissen aus größerer Höhe, via Kameradrohne oder aus dem Flugzeug abgelichtet wurden. Und natürlich gibt es oft ein erfreuliches Echo, wenn wir Aktivitäten heimischer Vereine im Bild oder — noch besser — im Video festgehalten haben, ob es sich um einen Auftritt der Tanzgarde des Ovenstädter Karnevalsvereins, die Mai-Ausfahrt der Raderhorster Motorradfreunde oder den letztjährigen weihnachtlichen Treckerkorso aus Meßlingen handelt, um nur einige Beispiele zu nennen. Trotz aller Erfahrungen, die wir in den vergangenen fünf Jahren beim Blick auf Reichweiten, likes und Kommentare gesammelt haben, erleben wir selbst immer wieder unerwartete Überraschungen. Wer hätte schon damit gerechnet, dass eher zufällig entstandene Aufnahmen, die einen Uchter Landwirt beim Heuschwaden zeigen, durch halb Europa geteilt und diskutiert werden und Facebook danach eine Reichweite von 660.000 anzeigt?!

Unsere Reichweite

Kein anderes Medium erreicht heute zuverlässig so viele Haushalte im Bereich zwischen Minden-Nord und Uchte wie der Petershäger Anzeiger. Die erste Ausgabe des Petershäger Anzeigers startete im März 1989 zunächst mit einer Auflage von knapp 9000 Exemplaren. Einige Zeit später wurde der Anzeiger im Mindener Norden ebenso gelesen wie in Raddestorf, Warmsen und Uchte. 2017, bei der Übernahme betrug die Druckauflage 16.700 Exemplare. Angesichts vielfältiger positiver Rückmeldungen haben wir die Druckauflage im Sommer 2021 auf 18.000 Exemplare erhöht. Davon liefern unsere Austräger 16.300 Exemplare direkt in die Briefkästen. Die übrigen Exemplare werden zusätzlich an öffentlichkeitswirksamen Stellen in Minden, Hille, Lavelsloh, Diepenau, Nenndorf, Stolzenau, Loccum und Wiedensahl ausgelegt. Zusammengezählt hat das Team seit dem 1. Juni 2017 mittlerweile 55 Druckausgaben produziert.

Damit nicht genug. Selbst Menschen aus der Region, die inzwischen aus beruflichen oder familiären Gründen in Hamburg, München oder Berlin leben, sind heute nur einen Mausklick vom Petershäger Anzeiger entfernt. Seit der Übernahme 2017 wird der Petershäger Anzeiger einige Tage nach der Verteilung der Druckausgabe auch komplett als ePaper online gestellt. Wichtige Beiträge aus jeder Ausgabe werden dazu auch eigenständig auf unserer Internetseite veröffentlicht, so dass sie auch via Suchmaschine auffindbar sind. Und das alles kostenlos, ohne zwischengeschaltete Paywall.

Bei Facebook hat der Petershäger Anzeiger mittlerweile rund 5500 Abonnenten, bei Instagram derzeit knapp 2300 Abonnenten. Dass sich so viele Menschen in den sozialen Medien für das Geschehen in unserer Region interessieren und dem Anzeiger folgen, überrascht und freut uns jeden Tag aufs Neue!

Dankeschön!

Auch im mittlerweile 33. Jahr seines Bestehens ist der Petershäger Anzeiger solide aufgestellt. Selbst die Corona-Pandemie der vergangenen beiden Jahre hat kaum negative Auswirkungen gezeigt. Dafür hat zum einen das Vertrauen der Kunden gesorgt, die mit ihren Anzeigen kontinuierlich die finanzielle Basis für die Produktion des Magazins schaffen. Dazu gehört aber ebenso auch das Vertrauen in die Arbeit der Redaktion, das uns von vielen Seiten, aus Politik und Verwaltung, aus den Ortschaften, den Vereinen, anderen Institutionen wie auch aus der Leserschaft entgegengebracht wird. In der Redaktion laufen viele Information aus vielen unterschiedlichen Quellen ein. Eigentlich überflüssig darauf hinzuweisen, dass ein fairer Umgang miteinander und sachorientierte Darstellungen ohne Verzerrungen für die Redaktion dabei höchsten Stellenwert haben. An alle, die das Team des Petershäger Anzeigers auch in den vergangenen fünf Jahren unterstützt und zum Gelingen beigetragen haben, geht daher an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön! Das gilt abschließend auch für die Druckerei „Art & Image“, die seit vielen Jahren in vertrauensvoller Zusammenarbeit für den Druck des Petershäger Anzeiger sorgt. (ddm)