Foto: Krischi Meier

Heinrich Kruse möchte in den Landtag

Nendorf (kri). „Mit dem Einstieg in die Lokalpolitik 2011 habe ich den Spaß daran gefunden, mich für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger einzusetzen“, erzählt Heinrich Kruse (CDU). Bei der Niedersächsischen Landtagswahl am 9. Oktober tritt der Nendorfer als Kandidat im Wahlkreis 38 (Nienburg/Schaumburg/Diepholz) an, um seiner Heimat eine Stimme in Hannover zu geben.
Kruse blickt mittlerweile auf mehr als zehn Jahre politische Arbeit zurück: Angefangen hat er 2011 im Rat der Gemeinde Stolzenau und im Rat der Samtgemeinde Mittelweser. Seit 2016 ist er Mitglied des Nienburger Kreistages und leitet die Gemeinde Stolzenau seit 2019 als Bürgermeister.
Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit sind dem 54-Jährigen besonders wichtig. In Nendorf geboren lebt er auch heute noch mit seiner Familie dort und betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb. Angefangen hat seine berufliche Laufbahn mit einer landwirtschaftlichen Lehre gefolgt vom Besuch der Fachschule und Weiterbildung zum Landwirtschaftlichen Leiter. Von 1993 bis 2005 war Kruse im Amt für Agrarstruktur in Sulingen tätig, seit 2005 ist er bei der niedersächsischen Landwirtschaftskammer und gehört dort seit mittlerweile 15 Jahren zum Team der Prüfdienste. Zu seinen Aufgaben zählt die Überwachung des Düngerechts, der Verbringungsverordnung und der Düngemittelverkehrskontrolle.
„Den ländlichen Raum im Landtag zu vertreten, sehe ich als meine Aufgabe“, so das Ziel von Heinrich Kruse, der die Schere zwischen Stadt und Land verkleinern möchte. „Der ländliche Raum kann zur Energiesicherheit beitragen, denn hier gibt es zum Beispiel Flächen für Solaranlagen.“ Auch bei der Nahrungsmittelversorgung seien die Städte vom Land abhängig: „In den ländlichen Gebieten muss die nachhaltige Landwirtschaft gestärkt werden, um die Versorgung zu gewährleisten.“ Aus diesen Gründen möchte Heinrich Kruse für eine Gleichstellung zwischen Stadt und Land eintreten: „Das ist eine Win-Win-Situation für beide Bereiche“, kommentiert er.

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Um den ländlichen Raum zu stärken, sieht er die Landespolitik in der Pflicht, vereinfachte und zielgerichtete Fördertöpfe bereit zu stellen, um zum Beispiel für junge Lehrer und Ärzte Land attraktiv zu machen. Ebenso sei aber auch die Ansiedlung, Erhaltung und Stärkung von Unternehmen im ländlichen Raum nötig, um diese Bereiche lebenswert zu erhalten.
Wie wichtig die Energieversorgung ist, betont Heinrich Kruse im Gespräch. „Erneuerbare Energien sind die Zukunft, aber aktuell können wir es uns nicht erlauben, sichere Energiequellen wie Kohlekraftwerke abzuschalten. Wichtig ist es, dass wir steuerbare Energiequellen erhalten“, betont er.
„Wenn ich eine Solaranlage auf dem Dach habe, aber immer mit dem Elektroauto unterwegs bin, wenn die Sonne scheint, kann ich die Energie nicht nutzen. Hier müssen Speichermöglichkeiten entstehen und gefördert werden. Als steuerbare Energiequelle könnte die Biogas-Anlage noch wichtiger werden.“
Gerade auf dem Land spielt der Individualverkehr eine große Rolle. „Das 9 Euro-Ticket funktioniert hier nicht. Wir brauchen öffentlichen Nahverkehr — aber andere Modelle. Die Flexibilität spielt bei uns eine entscheidende Rolle. Es gibt bereits Ideen einer Dorf-App für den ÖPNV, die weiter verfolgt werden sollten.“
Um in den Landtag einzuziehen muss Heinrich Kruse, der viel Wert auf gute Teamarbeit legt, seinen Wahlkreis direkt gewinnen. Ein Einzug über den Listenplatz ist nicht möglich. „Mein Herz schlägt für die Politik vor Ort und die möchte ich im Landtag aktiv mitgestalten.“