Sonntag, 14. April 2024

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Jahreszeitenrückblick Winter 2023/24 im Mühlenkreis

Grau, nass und wenig winterlich, so präsentierte sich der Winter 2023/24 die meiste Zeit im Mühlenkreis. Und es gibt wieder neue Rekorde zu vermelden.

Foto: Dietmar Meier

Grau, nass und wenig winterlich, so präsentierte sich der Winter 2023/24 die meiste Zeit im Mühlenkreis. Und es gibt wieder neue Rekorde zu vermelden:
Temperatur: Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,4°C haben wir nach 2020, 2007 und 1975 den viertwärmsten Winter seit mehr als 130 Jahren erlebt. So fiel der Winter 2023/24 im Mühlenkreis um 3,9°C zu warm gegenüber der international gültigen Referenzperiode 1961-1990 aus, auch nach dem wärmeren Klimamittel 1991-2020 steht mit +2,6°C ein deutliches Plus zu Buche. Insbesondere der Februar pulverisierte alte Rekorde und war der wärmste Februar-Monat seit mindestens 1890. Mit einer Durchschnittstemperatur von 7,8°C an der amtlichen Wetterstation Rahden war der Februar 2024 genauso warm wie ein durchschnittlicher April der Referenzperiode 1961-1990! Gegenüber dieser Referenzperiode fiel der Februar 6,1°C zu warm aus, sogar im Vergleich zu der wärmeren Referenzperiode 1991-2020 steht ein sattes Plus von +4,2°C. Auch die beiden anderen Wintermonate Dezember und Januar fielen nach beiden Referenzperioden zu mild aus.
Niederschlag: Das Weihnachtshochwasser sowie zwei weitere Hochwasserereignisse an der Weser zeigen es schon an: Der Winter 2023/24 war außergewöhnlich nass und knüpfte nahtlos an den nassen Herbst an. Im Kreisgebiet wurden in der Fläche Niederschlagsmengen von 260 bis 360 l/m² beobachtet, wobei die Spitzenwerte im Raum Porta Westfalica/Bad Oeynhausen sowie ganz im Norden im Raum Pr.Ströhen zu finden sind. Insbesondere der Dezember war der nasseste Dezember seit mehr als 130 Jahren, auch im Februar fiel fast doppelt so viel Niederschlag als üblich. Da auch der Januar in etwa sein Soll erfüllte, steht unter dem Strich der nasseste Winter im Mühlenkreis seit mindestens 1890. Positiv zu vermerken ist, dass sich die Grundwasserstände im gesamten Kreisgebiet nachhaltig erholt haben.
Sonnenschein: Wenn wochenlang graue Regenwolken über den Mühlenkreis ziehen, dann fällt die Sonnenscheinbilanz äußerst mau aus. Im Dezember wurden mit Ach und Krach 10 Stunden Sonnenschein aufgezeichnet, im Januar waren es immerhin um die 65 Stunden, der Februar brachte es auf um die 30 Stunden, so dass unter dem Strich eine deutlich unterdurchschnittliche Sonnenscheinausbeute von gerade mal etwas über 100 Stunden steht.

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Schnee, Eis und Frost:
Und es gab ihn doch, den Winter! Und dieser begann sogar ziemlich ambitioniert bereits Ende November. Dieser erste Kaltlufteinbruch dauerte immerhin bis etwa zum 2. Advent und brachte sogar im Kreisgebiet eine dünne Schneedecke von  je nach Höhenlage 2 bis 5cm. Doch danach setzte das berühmt-berüchtigte Weihnachtstauwetter ein, so dass wir bereits zum 13. Mal in Folge grüne Weihnachten verleben durften. Dann bäumte sich der Winter für rund 10 Tage nochmals in der ersten Januarhälfte auf, das war es dann aber auch. Insgesamt wurden 7 Eistage (Tage mit einer Temperatur dauerhaft unter 0°C) und 23 Frosttage (Tage mit einer Tiefsttemperatur unter 0°C) aufgezeichnet. Beide Kennzahlen liegen deutlich unter dem Klimamittel, bei den Eistagen ist es aber immerhin der höchste Wert seit 3 Jahren.
Kurzer Ausblick: In nächster Zeit bauen sich Hochdruckgebiete über Mitteleuropa und Skandinavien auf, so dass der atlantische Tiefdruckeinfluss nachlässt. Der meteorologische Frühling macht seinem Namen alle Ehre: Der Sonnenscheinanteil nimmt deutlich zu. Tagsüber ist es an windgeschützten Stellen meistens angenehm mild, die Nächte bleiben aber noch kalt. Ein spätwinterlicher Kälteeinbruch mit Schnee ist vorerst nicht absehbar.
Text: Friedrich Föst, Dipl.-Meteorologe
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