Foto: Krischi Meier

Landratswahl am 15. Januar 2023

Minden-Lübbecke (kri). Wenn am 15. Januar 2023 der neue Landrat gewählt wird, treten Jörg-Michael Schrader (CDU), Ali Dogan (SPD) und Thomas Röckemann (AfD) an. Wir haben allen Kandidaten folgene Fragen gestellt. Von der AfD gab es keine Rückmeldung auf die Anfrage.

Thema: Weser
Die Weser durchzieht das Stadtgebiet von Petershagen auf einer Länge von rund 28 Kilometern und prägt damit die weitestgehend bäuerlich genutzte Landschaft mit ihren Dörfern. Immer wieder, auch aktuell erleben wir Konflikte rund um das Thema Naturschutz Im Wesertal (aktuell: Weserschwimmen, geplante Ausweisung der Wietersheimer Teiche als Naturschutzgebiet). Wie sehen Sie die Vereinbarkeit von Natur- und Umweltschutz mit der Erlebbarkeit des Naturraums längs der Weser, auch im Hinblick auf die Entwicklung der Stadt Petershagen?

Thema: Erdgasförderung aus Schiefergas
Zur Zeit gibt es Überlegungen Gas in Deutschland zu fördern. Größere Vorkommen in Deutschland gibt es nach einer Karte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe im Bereich Niedersachsen sowie dem Kreis Minden-Lübbecke. Das im Schiefergestein vorhandene Gas müsste per Fracking gefördert werden. Wie stehen Sie dazu und welche Möglichkeiten hätten Sie als Landrat Einfluss zu nehmen?

Thema: Personal und Digitalisierung
Der Kreis Minden-Lübbecke hat circa 1.700 Beschäftigte. Nun soll eine wesentliche Anzahl von Personen bald das Rentenalter erreichen. Der Kreis kann aktuell viele offene Stellen nicht besetzen, fordert aber dennoch immer mehr Personal. Während hier oft zusätzliche Aufgaben als Begründung genannt werden sorgen sich die Gemeinden um die Kosten, welche durch die Kreisumlage bezahlt werden. Gleichzeitig soll die Verwaltung im Kreis und in den Kommunen digitaler werden, was sicherlich auch Einfluss auf die Beschäftigungsverhältnisse hat. Wie ist Ihre Strategie hinsichtlich Personal und Digitalisierung?

Thema: Herzensprojekt als Landratskandidat
Nennen Sie uns bitte ein konkretes Ziel, welches Sie erreichen wollen, wenn Sie gewählt werden?

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Jörg-Michael Schrader (CDU)

Foto: privat

Jörg-Michael Schrader (CDU) ist 50 Jahre alt und Vater von zwei Söhnen (15 und 17 Jahre). Er ist seit 2016 Kämmerer und Dezernent des Kreises Minden-Lübbecke. Zu seinen Hobbys zählen Rennradfahren und der Besuch von Handball- und Fußballspielen.

Thema: Weser
Nur wer die Natur kennenlernen und erfahren kann, der schützt sie auch. Insofern gilt es, die unterschiedlichen Interessen klug auszutarieren. Ich setze da im Rahmen der Vorgaben von EU-, Bundes- und Landesrecht auf Dialog mit allen entscheidenden Ebenen.

Thema: Erdgasförderung aus Schiefergas
Ich sehe weder auf Bundes- noch Landesebene eine Mehrheit fürs Fracking und würde dort ansonsten alles, was ich habe, einbringen und die Interessen des Mühlenkreises artikulieren. Die Arbeit eines Landrates hört ja nicht an der Kreisgrenze auf. Ich verstehe das Amt auch so, in Berlin und Düsseldorf Fürsprecher zu sein.

Thema: Personal und Digitalisierung
Sowohl Personal als auch Digitalisierung fallen in meinen aktuellen Arbeitsbereich als Dezernent und müssen letztlich zusammen gedacht werden. Der demografische Wandel wird zwangsläufig dazu führen, dass bestimmte Stellen so oder so nicht besetzt werden können und de facto wegfallen. Wir werden also nicht nur im Sinne der Bürgerinnen und Bürger digitaler werden müssen, sondern auch um handlungsfähig zu bleiben.

Thema: Herzensprojekt
Es ist nicht die Zeit für große Sprüche und ich bin auch sonst kein Mensch der falschen Versprechungen. Von der Stärkung des Radverkehrs über die Digitalisierung des Kreishauses bis hin zur Förderung des Ehrenamtes habe ich mir viel vorgenommen. Der entscheidendste Punkt ist, dass ich mit meiner Erfahrung für Kontinuität im Wandel sorgen will und den ganzen Kreis im Blick habe.

 

Ali Dogan (SPD)

Foto: privat

Ali Dogan tritt für die SPD bei der Landratswahl an. Dogan ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Mittel- und Langstreckenläufe und Kinobesuche zählen zu seinen Hobbys.

Thema: Weser
Der Kreis Minden-Lübbecke hat vor circa 30 Jahren den ersten Landschaftsplan in NRW auf den Weg gebracht, war und ist in etlichen Bereichen Vorreiter im Naturschutz. Dazu gehören vor allem das Große Torfmoor und die Weserniederung. Gerade hier kommt es bei grundsätzlich richtigen Maßnahmen immer auch darauf an, berechtigte Interessen von Anliegern und Nutzern aufzunehmen. Mit Blick auf die derzeitigen Planungen bin ich zuversichtlich, dass dies auch gelingen wird.

Thema: Erdgasförderung aus Schiefergas
Fracking lehne ich grundsätzlich ab, nicht nur im Kreis Minden-Lübbecke. Eventuelle Bestrebungen träfen auf meinen entschiedenen Widerstand.

Thema: Personal und Digitalisierung
Der Ruf nach mehr Personal ist mir zu kurz gedacht. Wir müssen die bisherige Digitalisierungsstrategie des Kreises deutlich präzisieren, schon allein aufgrund des sich deutlich verschärfenden Fach- und Arbeitskräftemangels. Zum anderen muss eine solche Strategie die Erreichbarkeit und den Service „des Kreises“ verbessern, aber auch die Qualität der Arbeit der Beschäftigten zugrunde legen: Wir müssen im Wettbewerb um die besten Köpfe ein besserer, attraktiverer Arbeitgeber werden!

Thema: Herzensprojekt
Mein bisheriger Ansatz, sowohl im Arbeits- und Sozialministerium, als auch als Erster Beigeordneter und Sozialdezernent, war es „keinen Menschen zurückzulassen“. Daher werde ich mich mit Verve dafür einsetzen, dass wir mehr soziale Teilhabe aller Bevölkerungsschichten, angefangen bei der frühkindlichen Bildung bis hin zur Senioren- und Pflegeberatung ermöglichen.