Schessinghausen (jh). Katzen-Flut im Tierheim Schessinghausen: 170 Samtpfoten warten derzeit auf ein neues Zuhause – 20 von ihnen auf Pflegestellen. „Anders geht es nicht. Wir sind komplett überfüllt und haben keinen Platz mehr“, sagen Daniel (42) und Ines (40) vom Tierheim-Team.
Kater Pablo ist nur eines der Sorgenkinder und steht stellvertretend für all die weiteren Katzen, die das Tierheim Schessinghausen nur zu gerne in ein neues Zuhause vermitteln würde. „Pablo leidet schon sehr hier. Ihm fehlen seine festen Bezugspersonen“, sagt Daniel mit Blick auf den Kater, der in diesem Moment vorsichtig ein Leckerli aus der Hand seiner Tierpflegerin nimmt. Immer mal wieder kämen Interessenten ins Tierheim, um sich die Katzen anzuschauen, die ein Zuhause suchen. „Aber wir müssen immer genau schauen, ob es auch wirklich matcht“, sagt Daniel. Nicht selten seien es Eltern mit ihren Kindern, die ins Tierheim kämen und die Suche nach einer Katze einem Besuch im Einkaufsladen ähnelt. Eine Tatsache, die Daniel und Iris ärgert. Genauso wie die nahezu täglichen Anrufe von Tierhaltern, die ihre Haustiere „mal eben so abgeben wollen.“
„Zum einen haben wir die Kapazitäten nicht, zum anderen macht es uns natürlich traurig, wenn Lebewesen wie ein Gegenstand behandelt werden“, sagt Tierheim-Mitarbeiterin Iris. Längst seien die Zeiten, in denen insbesondere zur Urlaubszeit Tiere abgegeben oder ausgesetzt werden, vorbei – es ist zum Dauerzustand geworden. Die Lage in den Tierheimen? „Verschärft“, sagt Iris.

Während Kater Pablo ein ruhiger Vertreter seiner Art ist, ist es im Außengehege der Hunde deutlich wuseliger. Zwei, die hier für Stimmung und gute Laune sorgen, sind Knecht Ruprecht und Barti. Die kleinen Vierbeiner landeten aus einem Haushalt mit unzähligen Hunden im Tierheim. 16 an der Zahl waren es. Barti und Knecht Ruprecht sind übriggeblieben und warten noch immer auf ihr „Für-Immer-Zuhause“. „Sie müssen nicht als Duo vermittelt werden, aber es wäre möglich“, sagt Daniel mit Blick auf die beiden etwa zweieinhalbjährigen kleinen Rüden.
Für Karl ist indes klar: er wird seinen Lebensabend im Tierheim Schessinghausen verbringen. Der Kangel hat hier seinen Platz gefunden, darf rassetypisch nachts das Grundstück bewachen und sich tagsüber ein ruhiges Plätzchen suchen. Karl braucht das. „Er bringt bereits viele körperliche Gebrechen mit“, sagt Ines. Ein Grund, warum Karl nicht mehr in die Vermittlung geht.
Überfülltes Tierheim bleibt nicht ohne Folgen
Das überfüllte Katzenhaus und die ausgebuchten Plätze für die Hunde bleiben nicht ohne Folgen. Das Tierheim-Team mit zwölf fest angestellten Mitarbeitern kommt mit der Arbeit kaum noch hinterher. „Priorität haben natürlich die Tiere. Was fehlt ist die Zeit, um sich um das große Grundstück und Reparaturarbeiten zu kümmern, die immer mal wieder anfallen“, sagt Daniel. „Weitere Ehrenamtliche, die uns helfen, wären deshalb für uns der Jackpot“, sagt Ines.