Wesertag 2019 am Storchenmuseum

Petershagen. Das „Weserschwimmen“ zwischen Petershagen und Windheim hat in den letzten Jahren für heftige Kontroversen und reichlich Schlagzeilen gesorgt. Dass aber ausgerechnet dieser Konflikt den Anstoss dazu geben könnte, dass die verschiedenen Interessengruppen, die im Stadtgebiet die Landschaft längs der Weser nutzen, in diesem Jahr gemeinsam ein Projekt auf die Beine stellen, dürfte sicher überraschen. Und doch: beim ersten „Weser-Aktionstag“, der am am letzten Sonntag in den Sommerferien (25. August 2019) am Storchenmuseum in Windheim geplant ist, werden sich Naturschützer gemeinsam unter anderem mit Jägern, Wassersportlern, Imkern und Anglern präsentieren.

Zwischen Wietersheim und Schlüsselburg hat die Weser während und nach der letzten Eiszeit auf einer Länge von 30 km eine reizvolle Landschaft geformt, in der Menschen wohnen, arbeiten und ihre Freizeit gestalten. Andererseits bietet dieser Raum auch Lebensraum und besondere Rahmenbedingungen für Pflanzen und Tiere.

„Unser aller Bestreben ist es, die vielfältigen Interessenlagen rund um die Besonderheiten der Weser-Landschaft langfristig für einander zu sensibilisieren und im Rahmen des geplanten Wesertages über die gemeinsame Arbeit zu berichten.“ fasst Jutta Niemann, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin der Biologischen Station Minden-Lübbecke, die Zielrichtung in Worte.

Verständlich, dass sich Evelyn Hotze, Leiterin der Stabstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus und in der Stadtverwaltung mit der Koordination des Projektes betraut, freute, als sich Mitte Januar mehr als 15 Vertreter unterschiedlicher Vereine und Institutionen im Lahder Rathaus über die grundsätzlichen Dinge eines solchen Wesertages einig waren.

Vorausgegangen waren intensive Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen seit dem Spätherbst 2017, als es im Umweltamt des Kreises zunächst um dem für alle Seiten unbefriedigenden Konflikt um das Weserschwimmen ging. Im Zuge der folgenden Gespräche nahm die Idee des Wesertages immer mehr Gestalt an. Und auch wenn die Emotionen gelegentlich etwas hochkochten, am Ende sorgten die Chancen, die das Projekt für alle Beteiligten bietet, gegenseitiger Respekt und eine Portion gesunden Menschenverstandes für den Durchbruch.

Renaturierte Kiesabgrabungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass ein erheblicher Teil der Petershäger Weseraue als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurde.

In den kommenden Wochen geht es an die Feinabstimmung des Programms. „Es lohnt sich auf jeden Fall, den Termin schon mal in den Kalender einzutragen!“ ist sich Wolfgang Riesner vom Verein Windheim No.2 sicher. Neben seinem Verein haben unter anderem auch der Fährverein Hävern-Windheim, der  NABU, der BUND, der Hegering Nord, die Fischereivereine Lahde und Petershagen, der Imkerverein Petershagen, der Förderverein Schiffsanleger Petershagen und der Wasserskiclub Aquafun ihre Mitarbeit angekündigt. Der Wesertag richtet sich dabei nicht allein an die Einwohner der Stadt Petershagen, sondern zielt auch über die Stadtgrenzen hinaus. Damit ergibt sich gleich eine doppelte Chance: nach außen die Attraktivität der Stadt Petershagen unter Beweis zu stellen und nach innen den Dialog zwischen den verschiedenen Gruppen auf einem neuen Weg voranzutreiben.

 

Text: ddm/pa, Fotos: ddm (2), kri (1)