Im Storchenhorst wird es langsam eng

Hallo, da bin ich wieder. Schon wieder sind vier Wochen vergangen. Meine Jungstörche sind mittlerweile schon ganz schön gewachsen und trainieren kräftig ihre Flügelmuskeln. Wie bei uns sind auf fast allen Horsten die Jungvögel geschlüpft, wachsen und bereiten sich auf den „Abflug“ vor.

Jetzt ist auch die Zeit der Beringung. Gemeinsam mit dem Storchenvater Dr. Bense beringt Stefan Bulk in jedem Horst den größten Jungstorch mit einem ELSA-Ring (schwarzer Kunststoff mit weißer Inschrift), die Geschwisterstörche bekommen einen Metallring. Von denen hat die Vogelwarte in diesem Jahr 100 Stück zur Verfügung gestellt. Beim Beringen sieht man diesmal sehr deutlich, wie weit die Bruten zeitlich auseinander liegen können. Zwischen dem Beginn der ersten und der letzten Brut liegen in diesem Jahr gut acht Wochen. Ob die späten Bruten noch erfolgreich sein können, wird sich zeigen. Oft reicht es nach hinten in der Zeit nicht mehr und Bruten schlagen fehl.

Insgesamt gesehen können wir kreisweit auf eine gute Saison blicken. Mitte Juni waren ca. 88 Horste paarweise besetzt, auch wenn nicht auf allen gebrütet wird. Einige Paare haben ihre Brut verloren oder aufgegeben. Von 68 Horsten weiß ich die aktuelle Zahl von 143 Jungstörchen. Wenn jetzt alle Störche auf den 68 Horsten groß werden, entspräche das einer durchschnittlichen Jungenzahl von 2,10. Die Zahlen sind naturgemäß immer noch etwas unsicher („vorläufiges amtliches Zählergebnis“) und können erst später genauer ausgewertet werden. Zur Erinnerung: 2018 waren wir 74 Storchenpaare und letztlich 166 ausfliegende Junge, so dass sich eine abschließende durchschnittliche Jungenzahl von 2,21 ergab. Ich bin gespannt, wo wir dieses Jahr landen!



 

Leider konnte man in diesem Jahr nicht immer problemlos in unser Nest schauen, da die Kamera so ihre Probleme hatte. Dieses ist aber nicht der einzige Blick den man in ein Nest werfen kann. Im Windheimer Storchenmuseum hat man die Möglichkeit, in ein Schleiereulennest zu schauen. Das ist auch sehr lohnenswert.

Apropos Storchenmuseum: Merkt Euch schon mal den 25. August 2019 vor. Da findet rund um das Haus Windheim No2 der erste Wesertag mit tollem Programm statt. Ob ich dann noch hier bin, muss ich mal schauen. Mitte August werden wir Störche unruhig und machen uns auf den Weg in den Süden. Vielleicht sehen wir uns noch… Ansonsten bis nächstes Jahr – echte „Überlandflieger“ kommen wieder!

Text: Evelyn Hotze, Fotos: Dietmar Meier