Gemeinsame Zeit für Senioren und Schüler – Generationsprojekt „Alt und Jung unterwegs“ in Uchte

Uchte. Seit 2011 treffen sich Jugendliche und Senioren einmal wöchentlich im Rahmen des Generationsprojektes „ Alt und Jung unterwegs“ im CuraZentrum in Uchte für gemeinsame Aktivitäten. Initiatorin des Projektes ist Stephanie Ippisch, Vertreterin des Präventionsrates, die nach einem Seminar die Idee hatte alte und junge Menschen zusammen zu bringen. Zusammen mit dem Leiter der Oberschule Uchte Detlef Seiler und der Einrichtungsleitung des CuraZentrums Vera Bundgaard arbeitete sie an der Umsetzung der Idee und organisierte den Start des Projektes als AG der Oberschule Uchte. Der Hintergrund für dieses Projekt ist das gemeinsame Leben und verstehen verschiedener Generationen. Heutzutage ist es in der Regel nicht mehr so selbstverständlich wie früher, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben. Auch Besuche bei den Großeltern sind im Vergleich zu früheren Zeiten aus zeitlichen Gründen oft seltener geworden. Durch die wöchentlichen Treffen der Schülerinnen und Schüler der Oberschule Uchte und der Senioren des CuraZentrums erhalten beide Seiten einen Einblick in die Lebenswelt der jeweils anderen Generation. Neben der Förderung des Verständnisses für ältere Menschen sowie dem Respekt vor ihnen, lernen die Schülerinnen und Schüler auch Verantwortung zu übernehmen.

Seit dem Schuljahr 2019/ 2020 wird das Projekt „Alt und Jung unterwegs“ nicht mehr als AG sondern als Ganztagsangebot für die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse der Oberschule Uchte angeboten. Auch neu ist, dass es keinen Wechsel der jugendlichen Teilnehmer nach jedem Halbjahr mehr gibt. Derzeit nehmen 8 Schülerinnen an dem wöchentlichen Angebot teil. Zu Anfang lernt jede Gruppe neben wichtiger Theorie und praktischen Übungen, wie unter anderem dem Umgang mit einem Rollstuhl, auch die Räumlichkeiten und das Gelände des CuraZentrums kennen. Um das Verständnis für die Besonderheiten im Alter zu stärken bekommt jeder der Jugendlichen mit Hilfe des Alterssimulationsanzuges einen Eindruck davon wie es sich anfühlt „alt“ zu sein. Dieser besondere Anzug simuliert mit verschiedenen eingebauten Hilfsmitteln dem Träger verschiedene körperliche, altersbedingte Handicaps wie unter anderem die schlechtere Beweglichkeit und das schlechtere Sehvermögen. Betreut von der ehrenamtlichen Helferin Isabell Grignon sowie den beiden Einrichtungsmitarbeiterinnen Anja Reichel und Sabine Bredemeyer verbringen die Schülerinnen bei den wöchentlichen Treffen Zeit mit den Senioren. Die gemeinsamen Aktivitäten der beiden Generationen und ihren Betreuern reichen von basteln und singen über „Mensch ärgere dich nicht“ spielen bis hin zu Spaziergängen. Es wird viel erzählt und gelacht, denn der Spaß miteinander steht bei diesem besonderen Projekt im Vordergrund. Die Senioren freuen sich immer über ihren besonderen Besuch, genießen die gemeinsame Zeit und sind sich einig: „Es macht Spaß mit den Jugendlichen Zeit zu verbringen. Egal was wir zusammen machen, alles gefällt uns sehr gut. Außerdem ist es eine schöne Abwechslung.“ Aber auch die Schülerinnen haben sichtlich Spaß am Umgang mit der älteren Generation. Die Freude der alten Leute und die Zeit mit ihnen zu verbringen gefällt ihnen ganz besonders.

Am Ende jeder Projektzeit bekommen die Schülerinnen und Schüler während einer feierlichen Zeremonie Zertifikate für ihr soziales Engagement. Dieses Zertifikat ist neben dem Abgangszeugnis der Schule eine positive Ergänzung für spätere Bewerbungen. Ein weiterer positiver Effekt von „Alt und Jung unterwegs“ ist der Einblick der Jugendlichen in die pflegerischen Berufe. Einige Schülerinnen und Schüler haben bereits nach der Teilnahme an dem Generationsprojekt ein Praktikum im CuraZentrum absolviert und sogar eine Ausbildung im Pflegebereich gemacht.

Text und Foto: Simone Kaatze