Dienstag, 20. Februar 2024

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Standort Großenvörde – Theatergruppe des SC Großenvörde

Beim SC Großenvörde gehört seit 75 Jahren eine Theatergruppe als Sparte dazu, was in einem Sportvereins nicht häufig zu finden ist.

Großenvörde (kri). Eine Theatergruppe als Sparte eines Sportvereins ist nicht häufig zu finden. Anders beim SC Großenvörde, in dem seit 75 Jahren erfolgreich Theater gespielt wird. Die plattdeutschen Laienspieler begeistern jährlich rund 2.000 Besucherinnen und Besucher, wobei die Aufführung für viele davon bereits fest im Jahresplan eingetragen ist. Die Gruppe besteht aus 15 bis 20 Personen, die neben Schauspielern auch Regie, Bühnenbauer, Maske und Souffleure umfasst.

Wie ist die Theatergruppe eigentlich entstanden?
Ende der 1940er Jahren hatten sich in Großenvörde einige Leute zusammen gefunden, um ein plattdeutsches Theaterstück aufzuführen. Der damalige große Erfolg ermutigte die Laienschauspieler, auch in den folgenden Jahren aufzutreten. Das war der Grundstein der mittlerweile 75-jährigen Geschichte der Theatergruppe. Seit 1978 führen wir jährlich — mit Ausnahme der Corona-Jahre — ein großes Theaterstück mit drei Akten auf. Wir sind eine Sparte des Sportvereins geworden, denn Theater zu spielen, ist definitiv auch eine sportliche Herausforderung. Zudem passen Kultur und Sport sehr gut zusammen. Bei uns sind verschiedene Generationen in einer Gruppe vereint – von 21 Jahren bis über 70 Jahren.

Wie läuft die Auswahl eines Theaterstücks ab?
Vor allem mit ganz viel Lesen. Als erstes ist es wichtig zu wissen, wie viele Schauspielerinnen und Schauspieler in der neuen Saison mitwirken möchten. Aktuell stehen bei uns sieben Personen auf der Bühne, es waren aber auch schon mal zehn Personen oder mehr. Danach suchen wir bei den Theaterverlagen nach Büchern und schauen zunächst die Inhaltsangabe an und lesen uns ein. Gemeinsam beratschlagen wir dann, welches Stück wir präsentieren möchten. Von Beginn an wurden die Theaterstücke auf Plattdeutsch aufgeführt und daran halten wir auch weiterhin fest. Meistens spielen wir Komödien oder Lustspiele, aber es hat auch schon einmal eine Leiche in einem Stück gegeben – oder?! Vielfach hören wir von Besuchern, dass man das Stück auch sehr gut verstehen kann, wenn man selber kein Plattdeutsch spricht.

Welches Publikum sprechen Sie an?
Zu unseren Aufführungen kommen Besucherinnen und Besucher aus allen Altersgruppen. Gerade hier auf dem Dorf ist Plattdeutsch noch sehr verbreitet, auch bei der Jugend. Unsere Gäste kommen hauptsächlich aus dem Landkreis Nienburg und dem angrenzenden Westfalen, teilweise aber auch deutlich darüber hinaus.

Die Theatergruppe Großenvörde bei einer ihrer Aufführung auf der Bühne im letzten Jahr. Fotos: privat

Sie proben gerade das neue Stück. Worum geht es darin?
„Un boam wohnt Engel“ — so heißt das Stück der kommenden grün weißen Theatersaison. Das Stück spielt in der Vergangenheit und die Zuschauer werden auf eine kleine Zeitreise mitgenommen. Interessant wird es, da einige Themen, wie steigende Energie- und Lebensmittelkosten und Wohnungsknappheit, mittlerweile schon wieder hochaktuell sind.
In dem Lustspiel in drei Akten von Jens Exler geht es um Folgendes: Die beiden ältlichen, vom Schicksal etwas stiefmütterlich behandelten Schwestern Helene und Elvira, heißen zwar Engel, sie benehmen sich allerdings keinesfalls wie himmlische Wesen. Sie wohnen oben, nämlich im obersten Stockwerk eines Mietshauses und Helene unterjocht nicht nur ihre Schwester Elvira, sondern terrorisiert auch die unter ihr wohnenden Nachbarn, indem sie durch allerlei störenden Unfug das Haus in ein Spukhaus verwandelt. Sie hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, die eine Treppe tiefer gelegene Wohnung für sich zu bekommen und setzt zu diesem Zweck alle erdenklichen Sabotagemittel ein, um die jeweiligen Mieter aus dieser Wohnung zu vergraulen. Aber natürlich geht so etwas nicht ewig gut und zum Schluss gibt es eben die Quittung für all den Schabernack.

Wie zeitintensiv ist Theaterspielen als Hobby?
In Gedanken beschäftigen wir uns das ganze Jahr mit der Theatergruppe. Von Oktober bis März wird es besonders zeitintensiv, wenn wir das neue Stück proben und auf die Premiere hinarbeiten. Ungefähr 30 Übungsabende sind nötig, bevor wir zum ersten Mal auf der Bühne stehen. Meistens proben wir zwei bis drei Mal pro Woche. Die neun Aufführungen runden dann unsere Theatersaison ab und belohnen uns für die teils harte Arbeit. Unsere Heimatbühne ist seit zwei Jahren die Gaststätte „Zur Post“ in Nendorf (bei „Bodo“), zum Abschluss spielen wir im Theater auf dem Hornwerk in Nienburg und sorgen auch dort für ein volles Haus.

Wann wird das neue Stück aufgeführt?
An den Samstagen 13. Januar, 20. Januar, 27. Januar und 3. Februar immer um 19.30 Uhr und an den Sonntagen 14. Januar, 21. Januar, 28. Januar und 11. Februar immer um 14.30 Uhr im Gasthof zur Post in Nendorf. Nach der Aufführung am Samstag, den 3. Februar, wird es auch wieder den beliebten Tanzabend geben. Außerdem finden am Samstag, den 17. Februar zwei weitere Aufführungen jeweils um 15 und 20 Uhr im Theater auf dem Hornwerk in Nienburg statt. Der Vorverkauf startet am Freitag, den 1. Dezember von 17 bis 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Großenvörde. Der nächste VVK-Termin ist am 2. Dezember von 15 bis 17 Uhr im Gasthof zur Post in Nendorf. Danach können die Karten im Dorfgemeinschaftshaus Großenvörde immer von Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 17 bis 19 Uhr erworben werden. Zusätzlich können Karten auch während der offiziellen Vorverkaufszeiten telefonisch unter 05767-942248 reserviert werden. Telefonisch reservierte Karten müssen innerhalb einer Woche abgeholt werden. Wie im letzten Jahr gibt es bei Bodo in Nendorf an jedem Aufführungs-Samstag ein Schnitzelbuffet, zu dem die erforderliche Voranmeldung ab dem 1. Dezember unter 0151-25808772 von 18 bis 20 Uhr möglich ist. An jedem Theater-Sonntag ab 13 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen, dazu ist keine Voranmeldung notwendig.

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