Folgen der Klimakonferenz in Madrid – Klimaschutzkonzept mit Maßnahmenliste für Petershagen

Petershagen. Die Weltgemeinschaft nimmt ihre Aufgabe ernst, das Klima zu schützen. Inzwischen fanden 24 UN-Klimakonferenz weltweit statt. Und jetzt Madrid. Das Ergebnis: deprimierend. Die erste Klimakonferenz in Genf (1979 wurde von der Weltorganisation für Meteorologie „WMO“) organisiert. Experten diskutierten über Möglichkeiten die von Menschen verursachten schädlichen Klimaveränderungen zu reduzieren. Der steigende Einsatz von fossilen Brennstoffen, die Vernichtung von Waldflächen auf der Erde führe zu einem massiven Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und damit zur Erwärmung. Der erste internationale Vertrag von 1994 stuft den Klimawandel als eine ernsthafte Bedrohung ein. Der Klimavertrag von Paris (2016) wurde von 175 Staaten, unter anderem USA, China und Deutschland unterzeichnet. Ein Meilenstein, den die Delegierten als Durchbruch feierten. Im Kattowitz (2018) wurden Regeln festgelegt, wie die Klimaziele von Paris erreicht werden sollen. Zentrales Ziel war, die Erderwärmung, die durch die Treibhausgase zum Beispiel Methan und CO2 verursacht werden, auf unter zwei Grad zu begrenzen. Doch aus dem gültigen Vertrag ist die US-Regierung im November 2019 offiziell ausgetreten. Die Kritik am Pariser Vertrag ist, dass es sich nur um eine freiwillige Selbstverpflichtung der Länder handelt, die erst im Jahr 2023 überprüft werden soll. Das seien nur „moralische Appelle und Lippenbekenntnisse“, so die Kritiker.

In Madrid sollte der internationale Handel mit Klimaschutz-Zertifikaten und die Schadensfinanzierung durch Wetterextreme in den ärmeren Ländern, geregelt werden. Das kostet Geld, viel Geld!  Zur Unterstützung und Finanzierung dieser Länder wurden vorab Zusagen in Höhe von 100 Milliarden Dollar gemacht. Blockade statt Hilfe war jetzt angesagt. Einige Länder (USA, Brasilien, Argentinien, Australien, Saudi-Arabien) setzten ihre Interessen ohne Rücksicht auf die Gemeinschaft durch. Auch europäische Länder blockieren. Es wird gefeilscht, um sich mit Geld vom Klimaschutz freizukaufen. Erfüllt ein Land seine Ziele überdimensional, werden Gutschriften angerechnet, die an Dritte verkauft werden können. Erstaunt fragt man sich, ob dadurch das Klima besser geschützt wird. Gut, dass diese „Variante der Irreführung“ sich nicht durchsetzen konnte. Die große Mehrheit von Wissenschaftlern ist sich einig: Es ist nicht fünf vor, sondern zehn nach zwölf. Jede Möglichkeit wird gesucht, um sich Emissionen zu entledigen. Es geht in die nächste Runde. Europa will 2050 klimaneutral sein. Dieser Plan,  der „Green Deal“, von der EU-Kommission vorgestellt, hofft auf eine breite Unterstützung aller EU-Länder. Für die Umsetzung müssen Energieversorgung, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft komplett umgebaut werden. Finanzielle Kompromisse wurden mit einzelnen Staaten ausgehandelt. Die Hoffnung auf Vernunft statt Egoismus bleibt. Klimaschutz gibt es nicht umsonst.  Das nachgebesserte Klimapaket der Bundesregierung hat einen steigenden CO2  Preis  festgelegt.  Damit werden Heizung, Treibstoff und Flüge teurer. Bahnfahren wird billiger. Aber im Nahverkehr werden die Preise vorher erhöht, der Strompreis wird noch schnell angehoben. Ein Teil soll den Bürgern durch Senkung des Strompreises und die Pendlerpauschale zurückgegeben werden. Steuerausfälle werden durch die höheren CO2-Mehreinnahmen kompensiert. Der Staat macht eben keine Verluste. Und wie retten wir das Klima in der Region?  

Seit Mitte des vergangenen Jahres gibt es ein Integriertes Klimaschutzkonzept des Kreises Minden-Lübbecke mit einer Maßnahmenliste für Petershagen. Dazu gehören unter anderem eine Modernisierung der Straßenbeleuchtung und Umrüstung auf LED-Technik, Aufforstungsmaßnahmen und die Erweiterung von Blüh- und Grünstreifen für mehr Biodiversität im Stadtgebiet, die Verstärkte Nutzung von Dienstfahrrädern für Strecken innerhalb des Ortes und, dass Beratungsangebote zu verfügbaren Fördermitteln und zu Energieeffizienz und Klimaschutz weiter gefördert werden.

Auf dem Parkplatz der Sparkasse Minden-Lübbecke wurde eine Ladestation für Elektroautos offiziell in Betrieb genommen. In Minden wird seit kurzem Carsharing angeboten – ein erster Anfang.

Text: Klaus-Peter Vogel, Fotos: Krischi Meier