Regenwolken (nicht nur) über Petershagen

Petershagen. Erinnern wir uns an die Wetterlage Ende November bis weit in den Januar (mit sehr kurzzeitigen Unterbrechungen),  als wir hier in Petershagen durch Niederschläge (Regen, teils auch Schneeregen und etwas Schnee) reichlich bedacht wurden. Zweimal in dieser Zeit fiel so viel Niederschlag, dass die Weser und ihre Nebenflüsse kräftig über die Ufer traten.

Damit es regnet, benötigt man Wolken. Aber nicht aus allen Wolken fällt Regen oder als Sammelbegriff Niederschlag. Das hängt von den jeweiligen Eigenschaften der Wolken ab. Wolken mit breiter horizontaler Ausdehnung verhalten sich anders als solche, die vertikal in die Höhe  wachsen (Quellwolken). Meterologen unterscheiden Wolkengattungen und -arten, ein kompliziertes, international geregeltes System. Aus Quellwolken (Haufenwolken, die aussehen wie ein Blumenkohl) fallen Schauer oder es können sich Gewitter bilden. Länger andauernde Niederschläge werden von dichten, grauen Wolken verursacht, die eine große horizontale Ausdehnung und Mächtigkeit haben.

Solche Wolken werden als Nimbostratus bezeichnet, eine graue bis dunkle Wolkenschicht, die bei mehr oder weniger anhaltendem Regen oder Schneefall diffus erscheint. Die Schicht ist so dicht, dass die Sonne unsichtbar wird. Unterhalb dieser Schicht treten häufig niedrige zerfetzte Wolken auf, die mit der geschlossenen Wolkendecke zusammenwachsen können.

Typisch für langandauernden Regen: Eine geschlossene Wolkendecke, nach unten auffisselnd, die als Nimbostratus bezeichnet wird, hier über dem Stauwehr Petershagen aufgenommen am 8.12.2007.

Wolken bestehen aus Milliarden kleinster schwebender Wassertröpfchen oder Eiskristalle mit anderen Beimischungen, z. B. Staub und sind letztlich schwerer als Luft. Deshalb  müssten sie eigentlich auf die Erde fallen, tun sie aber nicht. Ein  Aufwindstrom hält sie in der Schwebe. Damit ein Regentropfen entsteht, müssen sich einige Millionen Wolkentröpfchen vereinigen. Erst wenn das Gewicht der Tropfen zu groß wird und die Schwerkraft gegen den Aufwind überwiegt, fallen die Tropfen oder Eiskristalle Richtung Boden – es regnet oder schneit.

Damit solche Regenmengen fallen, dass auch die Weser starkes Hochwasser führt, bedarf es der Zufuhr großer Mengen sehr feuchter Luft. Das besorgten Tiefdruckgebiete, die von West-Nordwest ihre Luft in unsere Region brachten. Schon der November war mit vielen Wolken und regional überdurchschnittlich vielen Niederschlägen trüb und feucht. In der zweiten Dezemberwoche sorgte ein Sturmtief vor der Küste Südnorwegens mit labil geschichteter Meereskaltluft für eine Schneeschauerlage. Bei uns in Petershagen blieb der geringfügige Schnee nicht liegen.  

Das Tauwetter um Weihnachten lieferte weiteren Regen. Auch der Januar zeigte sich nicht konstant. Eigentlich sollte uns in dieser Zeit ein Hochdruckgebiet über Russland winterliche Temperaturen bescheren, aber weiterhin dominierten Tiefdruckgebiete über dem Atlantik. Sie sorgten hier für unbeständiges Wetter mit zeitweise starken Winden, Sturm bzw. Orkanböen  inklusive. Aber die  Temperaturen waren  überwiegend  gemäßigt. Der Februar ist bei uns der charakteristische Wintermonat überhaupt. Vielleicht erfüllt er die Erwartungen auf Winter, abwarten!

Text: Klaus-Peter Vogel, Fotos: Dietmar Meier