Kleine praktische Aufgaben konnten die Schülerinnen und Schüler ausprobieren. Foto: Simone Kaatze

Berufe erleben und begreifen

Lahde (sk). In der heutigen Zeit ist es für viele Jugendliche nicht einfach, einen passenden Beruf zum Ende ihrer Schullaufbahn zu finden. Einer der Gründe dafür ist, dass sich etwa 90 Prozent von ihnen weder unter Berufsbezeichnungen noch unter den Berufsinhalten etwas vorstellen können und sich deswegen nicht bewerben, obwohl sie eine Begabung für den Beruf haben. Das Technikzentrum Minden-Lübbecke hat sich daher zur Aufgabe gemacht, Jugendliche und Unternehmen im Rahmen des Berufsparcours zusammen zu bringen, um so verschiedene Berufe für Schülerinnen und Schüler erlebbar und begreifbar zu machen. Ende Oktober wurde dieser auch für die neunten Klassen der Sekundarschule Petershagen durchgeführt. In der Lahder Sporthalle stellten 13 Unternehmen aus dem Mühlenkreis insgesamt 17 verschiedene Berufe vor. Aufgeteilt in kleinen Gruppen konnten die Schüler und Schülerinnen an 16 Stationen praktische, berufstypische Aufgaben ausprobieren und sich über die Firmen und Ausbildungsberufe informieren. Unter anderem wurden Berufe aus den Bereichen Metallbearbeitung, Finanzverwaltung, Pflege sowie aus dem kaufmännischen Bereich präsentiert. Neben Ausbildern der teilnehmenden Firmen waren oft auch Auszubildende aus den jeweiligen Berufen anwesend um den Jugendlichen hautnah aus ihren beruflichen Erfahrungen zu berichten und Fragen rund um die Ausbildung zu beantworten. Das Ziel ist es, heimische Unternehmen und Schüler zusammen zu bringen und so erste Kontakte zu knüpfen. „Der Berufsparcours ist eine Art Talentsichtung, bei der die Firmen besonders interessierte Jugendliche entdecken und als Praktikant oder Auszubildenden werben können. Dazu ist es aber auch wichtig, dass die Unternehmen die Schüler als Kunden sehen und auch nach dieser Veranstaltung zum Beispiel mit Firmenbesichtigung für die Interessenten aktiv werden“, erklärt Karin Ressel vom Technikzentrum Minden-Lübbecke. „Die Resonanz auf beiden Seiten super und so konnten wir schon öfters erfolgreich Azubis dank des Berufsparcours vermitteln“, berichtet sie aus ihren Erfahrungen. Die Veränderung der Berufsorientierung in der heutigen Zeit ist auch Jörg Altvater von der Firma Minda Industrieanlagen bekannt: „Durch die digitale Welt muss man neu mit der Berufsorientierung umgehen, da es oft an haptischen Erfahrungen fehlt. Man muss sich mehr mit der Frage beschäftigen, wie man Schule und Wirtschaft besser zusammen bringen kann.“ Auch Evelyn Hotze, Leiterin der Stabstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus der Stadt Petershagen, besuchte den Berufsparcours an der Sekundarschule um Kontakte zu heimischen Ausbildungsbetrieben zu fördern. „Wir müssen die Zusammenarbeit von Stadt und Schulen gerade auch im Bereich der Berufsvorbereitung stärken um mehr Schüler in unserer Region zu halten“, erklärt Evelyn Hotze. 

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