Dienstag, 21. Mai 2024

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Erfolgreich in Petershagen intergriert

Der Urkainer Yurij Lisnychyi spielt Fußball beim TuSP Petershagen/ Ovenstädt und hilft an der Grundschule Windheim.
Fußball verbindet: Yurij Linsnychyl (l). und Karl-Heinz Haßfeld. Foto: kri

Petershagen (kri). Der Weg nach Petershagen war für Yurij Lisnychyi und seine Familie von Henitschesk in der ukrainischen Region Cherson am Asowschen Meer nicht einfach und gleichzeitig der letzte Ausweg. Zuvor hatte die Familie in ihrer Heimatstadt rund sechs Monate unter russischer Besatzung gelebt. „Für uns konnte es so nicht weitergehen, wir mussten dort weg“, fast Yurij Lisnychyi zusammen. Die Familie konnte nur das Nötigste mitnehmen und floh mit dem Auto aus dem Kriegsgebiet. Die Fahrt ging über die Krim und rund 3.000 Kilometer durch Russland – so musste die Familie die Front nicht passieren und konnte möglichst sicher ausreisen. Von Russland ging es weiter in die litauische Hafenstadt Klaipeda und per Fähre nach Kiel, anschließend zur Erstaufnahme nach Bochum, bevor seine Familie im letzten Sommer nach Petershagen kam. „Wir sind sehr froh in Petershagen gelandet zu sein“, fasst Yurij Lisnychyi zusammen, dessen Herz für Fußball schlägt. In seiner Heimatstadt Henitschesk war er Lehrer und Schuldirektor an einer Sportschule für Fußball und Leichtathletik und Leiter der Kreisfußballjunioren. Kein Wunder, dass er sich in Petershagen angekommen unmittelbar auf die Suche nach einem Verein gemacht hat, denn auch mit 55 Jahren spielt er noch aktiv Fußball. Über die Internetseite des TuS Petershagen/Ovenstädt ist er auf die Ü50 Altherren des TuSPO gestoßen und mit Karl-Heinz Haßfeld in Kontakt gekommen. „Ich habe ihn dann im September 2022 sowohl zu unseren Hobbyfußballern der Mittwochskicker nach Ovenstädt als auch zu der Samstagsgruppe in Petershagen mitgenommen“, so Haßfeld. Seitdem spielt er regelmäßig in beiden Teams mit. Mit der seit über 30 Jahren existierenden Spielgemeinschaft der Ü50 Altherren von RW Maaslingen und TuSPO trat Yurij Lisnychyi kürzlich zur Hallenkreismeisterschaft in Bad Oeynhausen an und wurde prompt bei seinem ersten sportlichen Wettkampf Vize-Kreismeister. Zu der erfolgreichen Mannschaft zählen außerdem Hermann Meier, Berthold Brandt, Wolfgang Struck, Jens Pralle, Thomas Göb, Stefan Keil, Gerd Lohaus, Karl-Heinz Haßfeld und Coach Stefan Ruch. Für Yurij Lisnychyi ein gelungener sportlicher Start, der für ihn Lust auf mehr mache: „Bei der Kreismeisterschaft auf dem Sportplatz am 13. Mai möchte ich natürlich gerne den Titel holen.“ Wie gut sich Lisnychyi integriert, erfreut Karl-Heinz Haßfeld: „Es ist wirklich erstaunlich, wie gut er in nur wenigen Monaten die deutsche Sprache gelernt hat.“ Dafür nimmt er wöchentlich im Gemeindehaus an der Messlinger Straße am Deutschunterricht teil, der ehrenamtlich von der pensionierten Lehrerin Frau Greve geleitet wird. „Auch mit der Familie üben wir täglich Deutsch — mit einem Sprachcomputer oder im Kontakt mit den Menschen.“ Weiterhin ist er montags auch in der Grundschule Windheim vor Ort, um die ukranischen Kinder dort zu unterstützen. Yurij Lisnychyis Tochter Anna tanzt bei der Lahder Tanzschule „Dance1“. Auch in der Nachbarschaft am Bergring sieht sich die Familie herzlich aufgenommen. „Petershagen ist eine kleine aber gemütliche Stadt — sehr ähnlich wie unsere Heimat Henitschesk. Wir fühlen uns hier wohl und sind sehr dankbar für die herzliche Aufnahme“, betont er. Ob die Familie nach Kriegsende wieder in die Ukraine zurückkehren möchte, lässt er aktuell noch offen. Abzuwarten sei, wie sich die Situation dort entwickelt, auch wenn er hofft und glaubt, dass die Ukraine am Ende gewinnen wird.

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