Foto: Dietmar Meier

Landwirte setzen neue Zeichen

Petershagen (kri). Im kommenden Jahr sollen Landwirte vier Prozent ihrer Ackerfläche aus der Produktion nehmen, um weniger anzubauen – so die Vorgabe der neuen GAP-Reform der EU. Damit soll die Nahrungsmittelproduktion zu Gunsten von Natur und Umwelt reduziert werden. In Deutschland würde das bedeuten, dass 668.000 Hektar (rund 935.000 Fußballfelder) nicht mehr bewirtschaftet werden dürfen, dort also keine Lebensmittel mehr erzeugt werden können. Würde man auf diesen Flächen Weizen anbauen, käme man auf einen Ertrag von 4 Millionen Tonnen, der gemäß EU-Vorgabe nicht mehr erzeugt werden darf. Und das angesichts des Krieges in der Ukraine. Bislang stellten Russland und Ukraine zusammen knapp ein Drittel des Weizen weltweit her. Ob und wie viel aus beiden Ländern in diesem Jahr zu erwarten ist, steht in den Sternen. Das Resultat werden stark steigende Preise und möglicherweise Mangel auf dem internationalen Markt sein.  Der Verein „Land schafft Verbindung e.V.“ sieht in der angeordneten Stilllegung in der heutigen Situation eine wissentlich in Kauf genommene Katastrophe, der bewusst nicht entgegen gewirkt werden würde.  „Wir deutschen Landwirte können diese Vorgabe zum aktuellen Zeitpunkt nicht gut heißen und wünschen uns, dass die EU diese Regelung in der aktuellen Lage noch einmal überdenkt“, kommentiert Jochen Teikemeier, Landwirt aus Heisterholz und Mitglied der Interessengemeinschaft „Gerechte Messstellen.“ „Ich bin natürlich für den Umweltschutz,  möchte aber gerade auch in der aktuellen Zeit einen Beitrag zur Nahrungsmittelsicherheit leisten und dafür diese vier Prozent nutzen“, sagt er. Eine Meinung, die viele Berufskollegen teilen. Auch auf einer Ackerfläche von Teikemeier vor dem Stauwehr wurde der Protest mit einer großen 4 sichtbar gemacht. 

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