Freigabe erteilt – Neue Slipanlage am Schiffsanleger in Betrieb

Hans Bukowski (78) erinnert sich noch gut an die Anfänge der Slipanlage. Das Bild links zeigt die Rampe im Jahr 1977 oder 1978.

Petershagen. Sie ist das Herzstück der Freizeitanlage in Heisterholz: Die Slipanlage, die es Wassersportlern und Erholungssuchenden  ermöglicht, Boote in die Weser zu lassen bzw. an Land zu holen. Am 27. Juli 2018 wurde die unter der Regie des Fördervereins „Schiffsanleger Heisterholz“ neu gestaltete Anlage von der Bezirksregierung Detmold zur Nutzung freigegeben.

 

 

 

 

Rückblende: Die Anfänge

Als in den 1970er Jahren die ersten Boote am heutigen Schiffsanleger ins Wasser gelassen wurden, gab es dort nur einen befestigten Weg mit einer kleinen, privat errichteten Betonrampe, die in die Weser führte. Bis im Oktober 1982 an der Stelle Panzer der britischen Streitkräfte im Rahmen eines Manövers über die Weser gesetzt wurden. Danach war von der Rampe nicht mehr viel übrig, sehr zum Leitwesen von Hans Bukowsky, der zu dieser Zeit einen kleinen Schwimmsteg südlich des Stauwehres besaß. In Absprache mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Minden machte der Stadthäger daraufhin den Manöverschaden beim zuständigen Amt für Verteidigungslasten in Detmold geltend. Und tatsächlich: Das Amt bewilligte im Frühjahr 1983 den Betrag von 1510 DM als Schadensersatz zur Wiederherstellung der Rampe. Der Betrag reichte immerhin für die notwendigen Baggerarbeiten und für sechs Kubikmeter Beton, die vom damaligen Transportbetonwerk Thomastal aus Ovenstädt geliefert wurden. Der Bau der Rampe selbst wurde auch damals schon ehrenamtlich geleistet, durch Hans Bukowski und einige Freunde.

 

Ein unvergessenes Bild: Nach der Sperrung Anfang April 2015 blockieren ein Bauzaun und eine Betonröhre die Zufahrt zur Rampe – kein Ruhmesblatt für die Stadt Petershagen.

2015: Nichts geht mehr

Über viele Jahre tat die Rampe ihren Dienst. Nach Inbetriebnahme des Schiffsanlegers im Mai 1991 reichte der Platz auf der Freizeitanlage im Sommer manchmal kaum aus, um alle Bootsanhänger unterzubringen. Doch am 1. April 2015 kam der Schnitt: In Verbindung mit der Sperrung der maroden Spundwand untersagte das Wasser- und Schifffahrtsamt Minden aus Sicherheitsgründen auch die Nutzung der Slipanlage. Vorausgegangen waren wiederholte Aufforderungen des WSA an die Stadt Petershagen, in Sachen Spundwand tätig zu werden, die jedoch ohne Reaktion verhallten. Die Verwaltungsspitze suchte danach ihr Heil in einer von einem bekannten Mindener Büro erstellten Planung, die die Schaffung eines Biotopes auf einem Teil des Areals vorsah. Daraufhin folgten vehemente Proteste aus der Bevölkerung und die Gründung des Fördervereins. Der brachte nach dem schon 2016 vollzogenen Abriss der Spundwand auch die Neugestaltung der Slipanlage ehrenamtlich auf den Weg. Und setzte hierbei nicht auf eine neue Betonrampe, sondern auf eine innovative Stahlkonstruktion, die von der Firma Pape Metallbau, einem hochqualifizierten Stahlbauunternehmen, gefertigt wurde. Mitte September 2017 war die neue Slipanlage fertig. Doch bis zur Freigabe am 27. Juli 2018 vergingen weitere 10 Monate mit Erörterungen zwischen Bezirksregierung, WSA und dem Vorstand des Fördervereins um die Themen Statik und Sicherheit. An der Anlage selbst hat sich in dieser Zeit baulich nichts verändert.

Die Kette ist gefallen. Barbara Späth und Ronny Abraham als zuständige Vertreter der Bezirksregierung Detmold geben die Anlage frei.

 

Text: Dietmar Meier, Fotos: Dietmar Meier (4) und privat (1) 

Titelbild: Wegen der Abmessungen des Bootes und des Bootsanhängers gleich ein besonderer Test: Am Tag nach der Freigabe wurde ein historisches Ruderboot des Deutschen Ruderverbandes über die Slipanlage problemlos an Land geholt. Darin war eine Gruppe von Hannoversch Münden weserabwärts nach Petershagen gerudert.