Wegholm: Aus Ackerland wird Biotop

Friedewalde (ddm). Mit der Idee, ein Stück seines Ackerlandes in ein Biotop mit einer offenen Wasserfläche zu verwandeln, hatte sich Marcel Rabe, engagierter Jäger aus Friedewalde-Wegholm, schon länger beschäftigt. Gemeinsam mit Frank Heitmann, Inhaber des gleichnamigen Mindener Unternehmens, wurde im Frühjahr ein Konzept entwickelt und ein geeigneter Standort ausgesucht. Mit den Ideen ging es dann zum Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke, das für solche Maßnahmen zuständig ist.

Von dort gab es eine positive Resonanz und die amtliche Genehmigung ließ auch nicht lange auf sich warten. Im Spätsommer, nachdem das Getreide auf dem vorgesehenen, etwa 0,66 Hektar großen, kurz vor der Landesgrenze gelegenen Grundstück abgeerntet war, ging es an die praktische Umsetzung. Mittels Bagger und Transportfahrzeugen aus dem Maschinenpark der Firma Heitmann wurde eine knapp unter den Grundwasserspiegel reichende Mulde mit flachen Böschungen ausgebaggert, die künftig allein für die Nutzung durch die heimische Tier- und Pflanzenwelt zur Verfügung steht.

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Dazu Joachim Schneider, zuständiger Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises: „Kleingewässer zählen, zumal wenn sie fischfrei sind, zu den Mangelbiotopen in den hiesigen Kulturlandschaften. Sie weisen aufgrund des Zusammentreffens von Wasserfläche, amphibischer Übergangszone und angrenzenden Landbereichen ein vergleichsweise hohes faunistisches und floristisches Artenpotenzial auf.“

Auch in geologischer Hinsicht wurde ein interessanter Aufschluss geschaffen. Unter dem Ackerboden stehen Sand- und Lehm-Ablagerungen aus der vorletzten Kaltzeit an, als auch die heimische Region von einem mächtigen Gletscher überfahren worden war. Eine Besonderheit sind die in den Sedimenten gut erkennbaren Spuren des eiszeitlichen Permafrostes. An der Sohle des Teiches steht der verbreitete Unterkreide-Tonstein an, dessen stauende Wirkung für den nötigen Wasserstand im Teich sorgt.

Fotos: ddm (1), privat (1)