„Wird Petershagen zur Schlafstadt?“ – Keine Einigung für den Frühjahrsmarkt Petershagen

In der aktuellen Ausgabe des Anzeigers haben wir bereits über den am 13. und 14. April geplanten Frühjahrsmarkt berichtet (https://www.petershaeger-anzeiger.de/petershagen/altbewaehrtes-mit-neuerungen-beim-fruehjahrsmarkt/). Basis dafür war ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Gewerbevereins, Jörg Borcherding. Heute Mittag haben sich Gewerbeverein und Vertreter der Stadtverwaltung mit Schaustellern und Anwohnern getroffen, um über die unlängst vorgetragenen Bedenken bezüglich der Ausrichtung des Marktes in der Innenstadt zu sprechen.

In den letzten Jahren hat die Verbindung der Kirmes mit dem Budenbummel längs der Mindener Straße nicht funktioniert, erkennt Jörg Borcherding an. Daher plant der Gewerbeverein, den Markt erstmals komplett in der Innenstadt stattfinden zu lassen und erneut mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu verbinden.

Hierzu haben einige Anwohner große Bedenken, unter anderem, dass die Zufahrtswege zu ihren Häusern blockiert würden. Die Rede war heute sogar von einer Spaßgesellschaft, die Vermüllung und Lärmbelästigung in der Stadt hinterlässt, und zahlreiche Besucher an die Häuser urinieren würden. Eine Anwohnerin beklagte: „Ich bereue es vor sieben Jahren das Haus an der Mindener Straße gekauft zu haben.“

Aus Sicht der Stadtverwaltung spreche derzeit nichts gegen die Verlegung des Marktes, betonte Hartmut Buss, Leiter des Hauptamtes der Stadt Petershagen. Um den verkaufsoffenen Sonntag erneut zu veranstalten, ist aus rechtlichen Gründen eine räumliche Verbindung notwendig. Die Hauptstraße würde befahrbar bleiben.

Ein anderer Anwohner plädierte Nachdrücklich für die Veränderung: „Ich verstehe nicht, warum man kein Leben in die Stadt bringen will. Ich habe sonst zwei Fahrzeuge an der Straße stehen und parke diese in den Tagen gerne an der Weser. “

Die Schausteller bemängeln, dass die Planung zwei Wochen vor dem Markt nicht abgeschlossen ist. Als Problem für den Innenstadtbereich sehen sie  den Platzmangel für die größeren Fahrgeschäfte und plädieren dafür, den Markt wieder auf dem Marktplatz stattfinden zu lassen.

Dass die Nachfrage nach der bisherigen Kirmes stetig fällt und immer weniger Besucher kommen, erkannte ein Gewerbetreibender. Um wieder mehr Schwung in die Veranstaltung zu bringen, sei es dringend notwendig den Frühjahrsmarkt mit neuem Konzept in die Stadt zu bringen.

Jörg Borcherding, Gewerbevereinsvorsitzender, schlug vor, den Frühjahrsmarkt in diesem Jahr am Samstag Nachmittag und Sonntag zu veranstalten und sich 14 Tage nach dem Markt erneut treffen. So könnte nach den gewonnen Erfahrungen ein Resümee gezogen und für das nächste Jahr geplant werden.

Die heutige Versammlung wurde ergebnislos abgeschlossen. Die verschiedenen Parteien konnten sich nicht auf einen tragfähigen Kompromiss einigen. Weitere Gespräche sollen bei einem erneuten Treffen der Beteiligten am Mittwoch, 3.4., um 13.30 Uhr auf dem Rathausvorplatz stattfinden.

 

Text und Fotos: Krischi Meier